Zum Hauptinhalt springen

Veröffentlicht am 24. März 2025

Forschungsprogramm 1 - Aufklärung und Überwachung

Das Forschungsprogramm Aufklärung und Überwachung des Kompetenzbereiches Wissenschaft und Technologie von armasuisse bearbeitet vier fähigkeitsorientierte Kompetenzfelder in den Bereichen ISTAR (Intelligence, Surveillance, Target Acquisition and Reconnaissance) und Gegenmassnahmen. Dazu werden neue Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, der Tarnung und Täuschung sowie der Störung demonstriert. Dies wird mit Hilfe eines multilateralen Kooperationsnetzwerkes sichergestellt. Das neu aufgebaute technisch-wissenschaftliche Fachwissen dient armasuisse W+T für Expertisen, Erprobungen, Technologiedemonstrationen und Innovationsprojekte zugunsten der Schweizer Armee.

Aufklärung und Überwachung

Entscheidungsrelevante Informationen können künftig schneller, präziser, automatisiert und auch unter erschwerten Bedingungen, wie beispielsweise bei schlechter Sicht und bei Störmassnahmen, generiert werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Im Vergleich zu heute können durch die Weiterentwicklung intelligenter Algorithmen und der Rechenleistungen Ziele besser erkannt, verfolgt und automatisch klassifiziert werden. Dies trifft beispielsweise bei der Weiterentwicklung der Radartechnologie für die Luftraumüberwachung zu. Neueste Entwicklungen im Bereich kognitiver, multistatischer und multifunktionaler Radartechnologien ermöglichen eine verbesserte Erkennung von Luftzielen durch die Nutzung von Informationen aus der Umgebung. Intelligente Algorithmen spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Sensoren und von Informationen zu einem situationsgerechten Lagebild.

Das moderne Gefechtsfeld wird zunehmend zum transparenten Schlachtfeld. Aufklärung und Überwachung erfolgen in Form von Drohnen, Satelliten, Landrobotern, bemannten Aufklärungsplattformen, Soldaten und fernvernetzten Sensoren. Dabei versprechen neue Sensortechnologien eine deutliche Verbesserung in der Ausschöpfung des Informationsgehaltes. So sollen künftige kompakte Hyperspektral- und Synthetic Aperture Radar (SAR)-Geräte Tarnstellungen erkennen und Echtziele von Attrappen unterscheiden können. Darüber hinaus wird der Automatisierungsgrad und die Autonomie abgesetzter Detektoren schrittweise verbessert.

Fortschritte in der Halbleitertechnik und Elektronik ermöglichen die Miniaturisierung von Aufklärungsgeräten und neue Aufklärungsmöglichkeiten. Beispielsweise zeigen hochempfindliche Detektoren, sogenannte Quanten-Detektoren, die Fähigkeit, Objekte um Ecken herum zu erkennen. Ebenso demonstrieren rasch schaltende Spezialkamerasysteme das Potenzial, sehr schnell und in geringer Höhe fliegende Objekte zu erkennen und zu verfolgen. Selbst mit Blick in die Sonne und bei geringem visuellem Kontrast zwischen Ziel und Hintergrund ist eine Erkennung möglich.

Tarn- und Täuschmassnahmen gewinnen sowohl bei taktischen Einsätzen auf dem Gefechtsfeld als auch zur Gegenmassnahme in der strategischen Aufklärung immer mehr an Relevanz. Der Bedarf an neuen technischen Lösungen steigt, um beispielsweise neuen Bedrohungen, wie der Aufklärung durch Drohnen und Satelliten, entgegenzutreten. So wird es in Zukunft notwendig sein, Material und Truppen gegen Aufklärungssysteme mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tarnen. Auch wichtiger wird der Einsatz von sogenannten multispektralen Attrappen, die im visuellen, Infrarot- und Radar-Spektrum ähnliche Signaturen aufweisen wie reale Ziele.

Aus diesen Gründen wirken sich aktuelle Technologieentwicklungen auf die Leistungsgrenzen zukünftiger Aufklärungs- und Überwachungsmittel aus. Allerdings stellen sich offene Fragen zu den Leistungsgrenzen und realen Anwendungsmöglichkeiten. Deshalb sind die zentralen Aufgaben des Forschungsprogramms:

  • die Erfassung und Bewertung der relevanten Technologien und ihrer Trends in Bezug auf Nachrichtengewinnung (IMINT, RADINT, MASINT, ACCOUSTINT, SAR, GEOINT) sowie Gegenmassnahmen in Form von elektronischer Kriegsführung, Tarnung und Täuschung
  • das Aufzeigen und die Demonstration von neuen technischen Möglichkeiten
  • die Sicherstellung von Grundlagen und Fachkenntnissen für Beratung, Erprobung und Expertisen

Kompetenzfelder

Technologiedemonstratoren

Netzwerk

Der Aufbau von Fachkompetenzen basiert auf einem breiten Netzwerk von Partnern aus Wirtschaft, Hochschulen, Universitäten und anderen Forschungsstellen im In- und Ausland. Zur Sicherstellung der Fähigkeitsorientierung findet ein enger Kontakt und Informationsaustausch mit Nutzern, Planungs-, Beschaffungs- und Erprobungsstellen des VBS statt.

Downloads

Weiterführende Informationen

News

Einblicke in aktuelle Projekte

Kontakt

Peter Wellig
Peter Wellig, unser Forschungsprogrammleiter «Aufklärung und Überwachung» freut sich über Ihr Interesse!