NATO/PfP-Versuche zu Radarsystemen unter der Leitung von armasuisse Wissenschaft und Technologie
Wie können sich in Zukunft Radarsysteme mit künstlicher Intelligenz und kognitiven Prinzipien unter schwierigen Bedingungen auf dem Gefechtsfeld behaupten? Das wurde vom 14. bis 18. Oktober 2024 Woche auf dem Waffenplatz in Thun untersucht. Dabei handelte es sich um ein internationales Forschungsexperiment der NATO unter der Führung von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T).
Lucas Ballerstedt, Stab, Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie

In Kürze
Unter der Führung von armasuisse W + T fand in Zusammenarbeit mit der NATO-Forschungsarbeitsgruppe SET-302 Versuche zu kognitiven Radarsystemen in Thun statt. Darunter nahmen Forschungspartner aus Deutschland, Grossbritannien, Tschechien und den Niederlanden teil. Die Versuchsszenarien in Thun ermöglichten wertvolle Erkenntnisse, die die Weiterentwicklung von kognitiven Radarsystemen fördern.
Vom 14. bis 18. Oktober 2024 fanden im Rahmen der Aktivitäten des NATO-Forschungspanels Sensors and Electronics Technology (SET) Versuche zu kognitiven Radarsystemen auf dem Waffenplatz in Thun statt. armasuisse W+T leitete und organisierte die dafür zusammengestellte Forschungsarbeitsgruppe (SET-302), wobei Forschungspartner aus Deutschland, Grossbritannien, Tschechien und den Niederladen teilnahmen. Sie haben ihre Radarsysteme auf Herz und Nieren geprüft.
Ein kognitives Radarsystem passt seine Betriebseigenschaften im laufenden Betrieb an die variable Umgebung an und lernt aus den vergangenen Erfahrungen, um eine oder mehrere vorgegebenen Aufgaben optimal zu erfüllen. Erste solche Demonstratorsysteme basieren daher auf Entwicklungsplattformen mit software defined radio (SDR) Komponenten, die eine laufende Anpassung durch lernende Steueralgorithmen basierend auf Methoden der künstlichen Intelligenz erst erlauben.
Im Fokus des Forschungsexperimentes stand das Austesten solcher Algorithmen in unterschiedlichen militärischen Szenarien im Feld. Beispielsweise waren die Radargeräte Störsignalen ausgesetzt.
Folglich drehten sich die Tests um die Aufgabenerfüllung der kognitiven Radarsysteme wie die Erkennung von Drohnen oder von bewegten Objekten am Boden trotz beschwerlichen Bedingungen. Der Einsatz von kognitiven Radarsystemen in den Testszenarien lieferte daher neuartige und wichtige Einblicke zur gesamten Weiterentwicklung des Forschungsgebietes. Zumal sich das Forschungsfeld der kognitiven Radarsysteme zum jetzigen Zeitpunkt noch in der Aufbauphase befindet. Seitens armasuisse W+T wurden die Radarsysteme miniCODIR und VERA eingesetzt. VERA kam dabei zum erstmaligen Einsatz und die Resultate waren sehr zufriedenstellend. Mit miniCODIR wurden lernende Algorithmen zum optimalen Verfolgen von Zielen demonstriert.
Fazit und Ausblick
Die regelmässige Teilnahme der armasuisse W + T an ausgewählten NATO-Forschungsaktivitäten fördert den Wissensaustausch und stärkt unser Technologieverständnis. Daher sorgt die Teilnahme an solchen internationalen kollaborativen Forschungsarbeitsgruppen für eine konstante Erkenntnisgewinnung, die unmittelbar in unsere aktuellen Projekte mit einfliesst, was ein elementarer Faktor für die Sicherheit der Schweiz darstellt. Die erzielten Messdaten aus der vorherigen Woche werden in einem weiteren Schritt umfassend analysiert und die laufenden Prozesse sowie Technologien neu bewertet. In der Absicht die Erkennungsfunktion der kognitiven Radarsysteme in herausfordernden Einsatzbegebenheiten zu optimieren und zu stärken.



