Das Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz und Simulation
Kompetenzzentren von armasuisse Wissenschaft und Technologie entwickeln innovative Lösungen für nationale Organisationen staatlicher Sicherheit und transferieren diese in die Praxis. Gemeinsam mit den Endanwendern erarbeiten sie Lösungen für deren täglichen Herausforderungen und sind die zentrale Anlaufstelle innerhalb des VBS im jeweiligen Zuständigkeitsbereich. So ist das Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz und Simulation Hauptansprechpartner für sämtliche Technologien in diesem Themengebiet. Doch was genau sind dessen Aufgaben? Welche Rolle nehmen sie ein? Antworten auf diese und weitere Fragen erfährst du in diesem Artikel.
Lucas Ballerstedt, Stab, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Das Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz und Simulation (KISI) von armasuisse W+T beobachtet, entwickelt, experimentiert und testet Technologien und überführt innovative Lösungen in Organisationen der öffentlichen Sicherheit. So werden beispielweise Technologieentwicklungen verfolgt, Demonstratoren entwickelt und getestet sowie eine Laborinfrastruktur unterhalten. Durch diese Arbeiten generiert das Kompetenzzentrum KI und Simulation einen direkten Mehrwert in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig leistet es einen internen Mehrwert, indem es die Mitarbeitenden mit technologischem Wissen unterstützt und berät. Seine Ziele erreicht es durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Endanwendern, mit einer pragmatischen Vorgehensweise und mit der kontinuierlichen Überprüfung möglicher Lösungen mittels Demonstratoren in einer einsatzrelevanten Testumgebung.
TRL ist eine ursprünglich von der NASA entwickelte Methode zur Einstufung des Technologiereifegrades von TRL1 (erste Technologieprinzipien beobachtet) bis TRL9 (das System hat sich erfolgreich im Einsatz bewährt) und wird heute in Forschung und Industrie breit angewendet. Das Kompetenzzentrum KISI behandelt überwiegend Technologien in den TRL-Stufen 4 (Versuchsaufbau im Labor) bis 6 (Prototyp in Einsatzumgebung).
Wo liegen die Schwerpunkte?
Im Bereich der Künstlichen Intelligenz liegt der Fokus auf der Schliessung prioritärer Fähigkeitslücken. Diese orientieren sich an den strategischen Zielen und Entscheidungen staatlicher Sicherheitsorganisationen wie der Schweizer Armee. So arbeitet das Kompetenzzentrum KISI zum Beispiel daran, wie mittels KI der sogenannte Sensor-Nachrichten-Führungs-Wirkungsverbund (SNFW) beschleunigt werden kann. Das Ziel hierbei: Führungsentscheidungen und Einsatzplanung zu beschleunigen und robuster zu machen. Im Bereich Simulation dreht sich alles um die zukünftige Simulationslandschaft der Armee. Diese Themen unterstützen Sicherheitsorganisationen bei der gemeinsamen Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte, der Ermittlung optimaler Vorgehensweisen vor einem Einsatz und der Steigerung der Trainingseffizienz.
Das KI- und SimLab als sichere Umgebung für gemeinsame Experimente mit Partnern
Das Labor ist das Herzstück eines Kompetenzzentrums. So auch das KI- und SimLab. In diesem Labor haben Partner aus Industrie, Akademie und der Schweizer Armee die Möglichkeit, in einer geschützten und zugänglichen Umgebung Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Schweizer Armee und möglicher Partner zu testen und zu entwickeln. Am Standort Thun sind derzeit diverse Simulatoren und ein leistungsfähiger Server zu einer grossen Simulationsanlage gekoppelt. Damit steht eine vernetzte, KI-gestützte Simulationsumgebung zur Verfügung, in der Operationssphären-übergreifende Übungen durchgeführt werden können. Konkret bedeutet dies, dass ein Aufklärer in einer simulierten Mission in Echtzeit Informationen über feindliche Standorte an den Piloten senden kann, der am Flugsimulator an der gleichen Übung teilnimmt und den Luftraum überwacht. Das SimLab bietet eine effiziente und benutzerfreundliche Plattform für Ausbildung, Streitkräfteentwicklung und Einsatzunterstützung.
Kooperation als Schlüsselelement
Alle Arbeiten in einem Kompetenzzentrum sind nur so gut, wie sie sich an den Bedürfnissen der Partner orientieren. Dies gilt umso mehr für das junge Kompetenzzentrum KISI, da dieses noch im Aufbau ist. Daher sind eine enge Zusammenarbeit und ein kontinuierlicher Austausch sehr wichtig. Sei es zu einem frühen Zeitpunkt bei der Bedarfsermittlung oder zu einem späteren Zeitpunkt bei der Entwicklung von Demonstratoren. Zu diesem Zweck beteiligen sich die Mitarbeitenden des Kompetenzzentrums KISI an verschiedenen nationalen und internationalen Arbeitsgruppen, um einen regelmässigen Wissens- und Informationsaustausch zu pflegen und diese Informationen bestmöglich für die Bedürfnisse der Partner, zum Beispiel der Armee, einzusetzen. Auf nationaler Ebene sind Industrie, Hochschulen und Sicherheitsorganisationen wichtige Partner, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu diskutieren und Lösungen zu entwickeln. Auf internationaler Ebene tauscht sich das KISI mit Partnern aus dem DACH-Raum sowie mit der NATO aus. So empfängt das SimLab regelmässig ausländische Militärvertreter und fördert so die internationale Zusammenarbeit.



