ELROB 2026: Schweizer Teams im internationalen Leistungsvergleich
Vom 16. bis 19. Juni 2026 treffen beim European Land Robot Trial (ELROB) mehr als 20 internationale Teams aus Hochschule, Industrie und Forschung aufeinander. Der Event gilt als einer der anspruchsvollsten Leistungsvergleiche für mobile Robotersysteme in Europa. Auch die Schweiz ist vertreten: Die Teams BeBot, ReFORZED und ROSAS stellen ihre Entwicklungen unter realitätsnahen Bedingungen unter Beweis. In Kurzinterviews berichten die Teilnehmenden über ihre Motivation für die Teilnahme und die Besonderheiten ihrer Systeme.
Interviews geführt durch Leandra Kolb, Stab, Wissenschaft und Technologie
Team BeBot

Institution: Hochschule Luzern
Anzahl Teammitglieder: 4-5
Technologischer Schwerpunkt: Informatik
Seit wann besteht das Team: Januar 2026
Disziplin: Reconnoitring of a non-urban environment
Wer seid ihr und womit beschäftigt ihr euch?
Wir sind Studierende der Hochschule Luzern und nehmen im Rahmen unserer Bachelorarbeit mit einem Boston Dynamics Spot Roboter an der ELROB teil. Unser Fokus liegt auf der autonomen Erkundung von unwegsamem Gelände mit dem vierbeinigen Laufroboter.
An welchem Szenario nehmt ihr mit eurem System teil und weshalb?
Die Zielsetzungen unserer Bachelorarbeit decken sich optimal mit dem Szenario „Reconnoitring of a non-urban environment". Die zentralen Zielsetzungen sind die autonome Navigation des Spot Roboters in unstrukturierten Aussengeländen zu erforschen, eine zuverlässige Kartierung und Umgebungserkennung zu implementieren und die Leistungsfähigkeit des Systems unter realen Bedingungen zu evaluieren. Das Szenario «Reconnoitring of a non-urban environment» eignet sich dafür besonders gut, da es diese Ziele direkt adressiert und gleichzeitig die physikalischen Eigenschaften und Einschränkungen des Spot Roboters berücksichtigt.
Was erhofft ihr euch von der Teilnahme am Event?
Wir erhoffen uns einen Einblick in den aktuellen Stand der Technologie und freuen uns darauf, die innovativen Lösungsansätze anderer Teams kennenzulernen. Es interessiert uns ausserdem der direkte Vergleich unseres Endprodukts mit den Arbeiten etablierter Teams. Und natürlich freuen wir uns darauf, neue Kontakte zu knüpfen.
Was unterscheidet euch von anderen Teams / was macht euch als Team einzigartig?
Als junges Hochschulteam arbeiten wir agil und dynamisch. Das ermöglicht uns, schnell auf neue Anforderungen zu reagieren und frische Perspektiven einzubringen. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass fehlende Erfahrung auch organisatorische Herausforderungen mit sich bringen kann, was wir aber als zusätzliche Lernchance betrachten.
Team ReFORZED

Institution/Firma: Reamda Ltd. & Forensisches Institut Zürich
Anzahl Teammitglieder: 4
Technologischer Schwerpunkt: Teleoperation (Fernlenkmanipulatoren)
Seit wann besteht das Team: In dieser Zusammensetzung seit ca. 6 Monaten
Disziplinen: ERW Recon
Wer sind Sie und womit beschäftigen Sie sich?
Wir sind ein gemischtes Team, das aus dem Roboterhersteller (Reamda Ltd.) und den Endanwendern des Forensischen Insituts Zürich, die das System täglich gebrauchen, besteht. Alle Teammitglieder sind in der Entwicklung und im Unterhalt der Systeme tätig.
An welchem Szenario nehmen Sie mit Ihrem System teil und weshalb?
Wir haben uns für das ERW Recon Szenario angemeldet, weil dieses Szenario am besten zu den Fähigkeiten unserer Roboter passt. Es wird auch spannend sein zu sehen, wie andere die Aufgaben lösen und wo Stärken oder Schwächen im Vergleich zu unseren eingesetzten Robotern bestehen. Schlussendlich sollen an der ELROB alle technologisch voneinander profitieren und die Systeme weiterentwickeln.
Was erhoffen Sie sich von der Teilnahme am Event?
Es ist uns wichtig, am Event die verschiedenen Systeme an ihre Grenzen zu bringen und unter anspruchsvollsten Bedingungen zu testen. Nicht ohne Grund soll der Anlass Europas anspruchsvollste Herausforderung für Landroboter sein.
Was unterscheidet Sie von anderen Teams / was macht Sie als Team einzigartig?
Wir haben als Anwender einen vertieften Einblick in die Technik der Roboter und eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Hersteller. Dies ist einzigartig.
Team ROSAS

Institution: HEIA-FR
Anzahl Teammitglieder: 4
Seit wann besteht das Team: 2025
Technologischer Schwerpunkt: Automatisierte Mobilität, Teleoperation, ROS, Embedded Systems
Seit wann besteht das Team: 2025
Disziplinen: Mule
Wer sind Sie und womit beschäftigen Sie sich?
Mein Name ist Roland Scherwey, ordentlicher Professor am Institut für Sichere und intelligente Systeme (iSIS) und seinem Kompetenzzentrum ROSAS an der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HTA-FR). Wir beschäftigen uns mit autonomen und teleoperierten mobilen Robotersystemen im Bereich der sicheren und robusten Automatisierung. Der Fokus liegt auf Robot Operating Systems, sogenannten ROS-Systemen für Navigation, Sensorfusion, Teach und Repeat, Person-Following sowie Teleoperation unter realen Outdoor-Bedingungen. Unsere Arbeiten bauen auf Forschungsprojekten zu Remote Operation, Cybersecurity und automatisierter Mobilität in der Schweiz auf. Zusätzlich können wir durch unsere Arbeiten im Model-Based- und Systems-Engineering den Systemgedanken unterstreichen.
Wo liegen die Stärken Ihres Systems?
Unser System basiert auf einer modularen ROS-Architektur und kann relativ einfach auf unterschiedliche Fahrzeugplattformen übertragen werden. Durch die Kombination von LiDAR, eine Lichtgestützte Distanzmessung und Abstandserfassung , Stereo-Kameras, demGlobal Navigation Satellite System (GNSS), IMU, der Inertialmesseinheit, und Teleoperation kann das Fahrzeug auch unter schwierigen Bedingungen robust navigieren. Zusätzlich profitieren wir von Erfahrungen aus Projekten zu Remote Operation Systems, Operational-Design-Definitionen, Sicherheitsanforderungen und Cybersecurity für automatisierte Fahrzeuge in der Schweiz.
Was erhoffen Sie sich von der Teilnahme am Event?
Wir möchten praktische Erfahrung unter realistischen Einsatzbedingungen sammeln und unser System mit anderen internationalen Teams vergleichen. Gleichzeitig bietet ELROB eine interessante Plattform um Netzwerke und möglicherweise neue Kooperationen aufzubauen.
Was unterscheidet Sie von anderen Teams / was macht Sie als Team einzigartig?
Unser Team verbindet Lehre, Forschung und praktische Entwicklung sehr eng miteinander. Es besteht aus Bachelor- und Master-Studenten sowie Mitarbeitenden, die gleichzeitig an Forschungsprojekten zu autonomer Mobilität, Teleoperation und sicheren automatisierten Systemen arbeiten. Dadurch können wir aktuelle Forschungsergebnisse aus Projekten mit Partnern wie der RUAG direkt in die Forschungsplattform SwissMoves integrieren, auf praktische Systeme übertragen und auf realen Fahrzeugen testen.
Weiterführende Informationen
- ELROB 2026
- ELROB - The European Land-Robot Trial | ELROB.org
- European Land Robot Trial (ELROB) – Robotik für sicherheitsrelevante Einsätze
- ELROB 2026: Ein Instrument zum besseren Verständnis von robotischen Systemen - Interview mit Dr. Markus Höpflinger und Joseph Boucher
- «ELROB ist in Europa sicherlich der Nukleus der unbemannten militärischen Landrobotik» – Interview mit Dr. Frank Schneider
