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MitteilungVeröffentlicht am 30. März 2026

Jahresreporting der Forschungsprogramme Cyberspace und Cyber & Intelligence Analytics

Am Montag, 23. März 2026 bot das Jahresreporting der Forschungsprogramme «Cyberspace» und «Cyber & Intelligence Analytics» von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) einen Überblick über die jüngsten Fortschritte der Forschung in diesen Bereichen. Dr. Roland Meier und Dr. Gérôme Bovet vom Fachbereich Cyberdefence erläutern darin, wie neue Resultate aus der Forschung dazu beitragen können, die Cybersicherheit der Schweiz zu stärken.

Julian Martin, Fachbereich Cyberdefence, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Die Fachexperten von armasuisse W+T präsentieren vor einem Publikum ihre Erkenntnisse.

In den Jahresreportings werden die neusten Erkenntnisse und Aktivitäten aus den Forschungsprojekten VBS-intern präsentiert. Dies fördert den Wissensaustausch innerhalb des Departementes und leistet einen wichtigen Beitrag zur Zusammenarbeit.

Im Rahmen des Jahresreportings von armasuisse W+T stellten Dr. Roland Meier und Dr. Gérôme Bovet die neuesten Ergebnisse ihrer Forschungsprogramme in Thun vor. Die Forschungsaktivitäten tragen zur Erhaltung und Stärkung der operationellen Fähigkeiten des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) bei, ermöglichen den frühzeitigen Zugang zu neuen Technologien und Methoden und fördern die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern. Parallel fördert dies die Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Industrie, Verwaltung sowie der Verteidigung und eröffnet dadurch den Zugang zu Experten und jungen Talenten.

Forschungsprogramm 3a - Cyberspace

Das Forschungsprogramm «Cyberspace» unter der Leitung von Dr. Roland Meier konzentriert sich inhaltlich auf drei Kompetenzfelder im Einklang mit der Gesamtkonzeption Cyber der Schweizer Armee: Eigenschutz im Cyberraum, Aktionen im Cyberraum, und robuste und sichere Datenverarbeitung.

Die vorgestellten Projekte aus den vergangenen 12 Monaten zeigen, wie diese Schwerpunkte umgesetzt werden: In der Schwachstellenforschung wurde unter anderem ein neues Analyse-Tool zur Identifikation von Sicherheitslücken in Software entwickelt. Weitere Arbeiten befassen sich mit der Sicherheit von Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge sowie mit Kommunikationssystemen in der Luftfahrt. Im Bereich sicherer Datenverarbeitung stehen zukunftsweisende Technologien wie SCION (Scalability, Control and Isolation On Next-Generation Networks, eine an der ETH Zürich entwickelte sichere Internet-Architektur), sowie die Entwicklung eines sicheren Smartphones im Fokus. Zudem wird untersucht, wie künstliche Intelligenz (KI) sowohl für Cyberangriffe als auch für deren Abwehr eingesetzt werden kann.

Ergänzt wurde das Vormittagsprogramm durch Beiträge von drei Expertinnen und Experten: Prof. Dr. Guido Salvaneschi von der Universität St. Gallen beleuchtete die Sicherheit von «Infrastructure as Code», während Silvia Sconza, Inhaberin eines CYD Campus PhD Fellowships, neue Ansätze der Post-Quantum-Kryptografie auf Basis der Knotentheorie präsentierte. Dr. Martin Strohmeier von armasuisse W+T präsentierte die neusten Erkenntnisse zur Sicherheit von Satellitenkommunikation.

Forschungsprogramm 3b - Cyber & Intelligence Analytics

Das Forschungsprogramm «Cyber & Intelligence Analytics» von Dr. Gérôme Bovet konzentriert sich auf die Nutzung von Daten und KI zur Stärkung der Cyberabwehr und der nachrichtendienstlichen Fähigkeiten. Im Cyberraum, der unverzichtbar geworden und starken Bedrohungen ausgesetzt ist, zielt das Forschungsprogramm darauf ab, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen, grosse Datenmengen zu analysieren und Entscheidungsträgern einen Informationsvorsprung zu verschaffen. Big-Data- und KI-Technologien ermöglichen es insbesondere, Anomalien zu identifizieren, Versuche der Informationsmanipulation aufzudecken oder kritische Situationen vorherzusehen. Aktuell werden in Forschungsprojekten die Risiken, die mit dem zunehmenden Einsatz von KI verbunden sind, insbesondere ihre Anfälligkeit für Manipulationen, Verzerrungen oder gezielte Angriffe analysiert. Entsprechend ist ein Ziel die Entwicklung robuster, zuverlässiger und sicherer KI-Systeme, die in sensiblen Umgebungen eingesetzt werden können.

Die Beiträge konzentrierten sich auf folgende Themen: Die Vorhersage von Cyberangriffen vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage durch Dr. Myriam Dunn Cavelty vom Center for Security Studies der ETH Zürich. Dr. Anastasiia Kucherenko von der HES-SO//Valais-Wallis stellte vor, wie Sprachmodelle (LLMs) durch das Vergessen von Trainingsdaten sicherer gemacht werden können. Abschliessend teilte Lucas Crijns von armasuisse W+T seine Vision von hybriden und lokalen Cloud-Architekturen mit.

Fazit und Ausblick

Die vorgestellten Forschungsprogramme zeigen, wie armasuisse W+T zur Weiterentwicklung der Cybersicherheit der Schweiz beiträgt. Durch die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft, Industrie, Verwaltung und Verteidigung wird die Expertise aufgebaut und gestärkt. Infolgedessen entsteht ein Netzwerk aus Fachpersonen und Nachwuchstalenten, die entsprechend gefördert werden können, das ermöglicht die nachhaltige Sicherung von Kompetenzen.

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