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MitteilungVeröffentlicht am 9. Juli 2025

Forschungsrapporte Cyberspace und Cyber & Intelligence Analytics

Die Forschungsrapporte Cyberspace und Cyber & Intelligence Analytics von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) gaben Einblick in aktuelle Entwicklungen im Bereich der Cyberverteidigung und der nachrichtendienstlichen Datenanalyse. Dr. Bernhard Tellenbach und Dr. Gérôme Bovet des Cyber-Defence Campus zeigten, wie neue Technologien die digitale Sicherheit der Schweiz stärken sollen.

Andrea Thäler, Fachbereich Cybersicherheit und Data Science, Kompetenzbereich armasuisse Wissenschaft und Technologie

Zwei Herren präsentieren vor einem Publikum.

Die beiden Forschungsrapporte sind Teil des langfristigen Engagements des VBS und armasuisse zur Stärkung der Cyberresilienz. Die vorgestellten Projekte befinden sich teilweise noch in Entwicklung und stellen Forschungsergebnisse dar, die nicht zwingend einsatzbereit sind, sie geben jedoch wichtige Impulse für die Ausrichtung künftiger Beschaffungen und Strategien.

Im Rahmen des jährlichen Forschungsrapportes von armasuisse Wissenschaft und Technologie präsentierten Dr. Bernhard Tellenbach und Dr. Gérôme Bovet am 25. Juni 2025 die jüngsten Erkenntnisse aus ihren Forschungsprogrammen. Beide Programme verfolgen das Ziel, die Chancen und Risiken aktueller und zukünftiger Schlüsseltechnologien in den jeweiligen Bereichen zu verstehen sowie neue Ansätze zur Stärkung von operativen Fähigkeiten zu finden, erproben und nutzbar zu machen.

Dr. Tellenbachs Programm «Cyberspace» beschäftigt sich mit konkreten Technologien zur Cyberverteidigung. Dazu zählt etwa die Priorisierung der Behebung von Fehler  – auch Bugs genannt - in Software. Wenn für einen Fehler vollautomatisch ein Exploit erzeugt werden kann, ist dieser Fehler prioritär zu beheben – eine Technologie mit hoher Relevanz für das Verständnis von Risiken in militärischen Infrastrukturen. Weitere Schwerpunkte liegen in der Schwachstellenforschung bei Smart Buildings, im Schutz von Wide-Area Netzwerken und beim Verständnis des Faktor Mensch. Die Aktivitäten stehen in engem Austausch mit realen Testumgebungen. In der weltweit grössten Cyber-Übung «Locked Shields» erprobten das Schweizer Team und der Cyber-Defence Campus zum Beispiel neuartige Schutzmechanismen und -Systeme.

Das Forschungsprogramm «Cyber & Intelligence Analytics» unter Leitung von Dr. Bovet widmet sich den datengetriebenen Aspekten der Cyberabwehr. Besonders im Fokus steht die Frage, wie künstliche Intelligenz (KI) im Cyber- und Nachrichtendienstumfeld sinnvoll und sicher eingesetzt werden kann. Dabei geht es einerseits um Chancen, etwa die frühzeitige Erkennung von Beeinflussungsoperationen, Phishing oder Malware-Aktivitäten. Andererseits werden auch die Risiken analysiert: LLM-Halluzinationen, Prompt Injections und Hintertüren in Open-Source-Modellen zeigen, wie anfällig KI selbst für Täuschungsangriffe ist. Ein Ziel der Forschungsarbeit ist es daher, robuste, vertrauenswürdige KI-Systeme zu entwickeln und deren Einsatz im sicherheitskritischen Umfeld zu ermöglichen.

Beide Forschungsprogramme liefern nicht nur wertvolle Grundlagen für künftige Beschaffungen des VBS, sondern wirken auch über die Bundesverwaltung hinaus: Sei es durch Tools zur Prüfung der Sicherheit von KI Modellen, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern oder durch die systematische Integration von KI in die Lagebilderstellung.

Weiterführende Informationen: