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MitteilungVeröffentlicht am 30. Juli 2026

CWIX 2026: Stärkung der digitalen Verteidigungsfähigkeit

Die multinationale Interoperabilitätsübung CWIX 2026 brachte im Juni 2026 in Bydgoszcz, Polen, über 3500 Spezialistinnen und Spezialisten aus 41 NATO- und Partnernationen zusammen. Die Schweiz, vertreten durch die Schweizer Armee, dem Bundesamt für Rüstung armasuisse sowie Industriepartnern, nahm erfolgreich an der dreiwöchigen Übung teil. Im Mittelpunkt stand die Weiterentwicklung der digitalen Fähigkeiten in multinationalen Operationen.

Matthias Sommer, Zentrum für Künstliche Intelligenz und Simulation, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Schweizer Soldat mit Uniform und CWIX-Batch

Über CWIX

CWIX (Coalition Warrior Interoperability eXploration, eXperimentation, eXamination, eXercise; Koalitionskrieger-Übung für Interoperabilitätserkundung, -erprobung, -überprüfung und -ausbildung) ist die bedeutendste jährliche Interoperabilitätsübung der Nordatlantischen Allianz (NATO). Sie dient als Testumgebung für die digitale Interoperabilität von Streitkräften. Sie wird durch das Hauptquartier des Oberkommandos für Transformation (Headquarters Supreme Allied Command Transformation, HQ SACT) geführt und durch den Nordatlantikrat (North Atlantic Council, NAC) sowie das Militärkomitee (Military Committee) der NATO genehmigt.

Die multinationale NATO-Interoperabilitätsübung CWIX (Coalition Warrior Interoperability eXploration, eXperimentation, eXamination, eXercise) verfolgt das Ziel, die Fähigkeiten der NATO-Allianz- und Partnernationen in der digitalen Zusammenarbeit zu stärken, neue Technologien zu erproben und den Austausch zwischen operativen und technischen Akteuren zu fördern. Hierzu werden nationale Systeme innerhalb multinationaler IT-, Kommunikations- und Führungssysteme in realitätsnahen Umgebungen getestet.

Die Schweizer Delegation vor Ort bestand aus Fachexpertinnen und Fachexperten aus armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T), armasuisse Beschaffung sowie verschiedenen Fachstellen der Schweizer Armee. Vertreten waren unter anderem das Kommando Operationen, Kommando Ausbildung, Kommando Cyber sowie Spezialistinnen und Spezialisten aus Informatik- und Systembereichen sowie Industriepartner.

Schweizer Fokus: C4ISR-Strukturen

An der diesjährigen Durchführung konzentrierten sich die Schweizer Beiträge auf die Anbindung nationaler Führungs- und Informationssysteme an multinationale C4ISR-Strukturen sowie die Überprüfung interoperabler Kommunikationslösungen. Innerhalb der drei Übungswochen wurden Systeme und Fähigkeiten aus den Bereichen meteorologischer und geospatialer Datendienste, Weltraumlagebilder (Space Situational Awareness), künftiger IT-Core-Services sowie Simulations- und Modellierungsumgebungen für Führungs- und Einsatzprozesse getestet. Zudem wurde die Konformität mit den Standards der Federated Mission Networking (FMN) Community überprüft.

C4ISR

C4ISR ist ein Akronym und steht für: Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance. Auf Deutsch: Führung, Information, Kommunikation, Computersysteme, Nachrichtenwesen, Überwachung und Aufklärung. Im Fokus steht die Vernetzung von Sensoren, Datenbanken und Führungssystemen, um ein aktuelles Lagebild zu erhalten.

Erfolgreiche CWIX-Übung durch armasuisse W+T und Beschaffung

Mitarbeitende von armasuisse W+T testeten im Auftrag des Kompetenzzentrums Simulation der Schweizer Armee die Interoperabilität von Simulations- und Führungsunterstützungssystemen. Diese Tests sind experimentell und unterstützen die Anforderungsdefinition in Beschaffungsprojekten. Die Mitarbeitenden verbanden dabei eigene Systeme mit jenen der Partnernationen und spielte vordefinierte, fingierte Arbeitsabläufe durch. Beispielsweise simulierte jedes Partnerland in gemeinsamen Übungen die eigenen Kräfte. Weitere Szenarien kombinierten Simulation eines Partnerlandes mit dem Command and Control-System (C2) eines anderen. Dadurch konnten einerseits unmittelbar Lücken und Schwachstellen aufgedeckt und andererseits das Vorgehen der weiteren Teilnehmenden mitverfolgt werden.

Das von armasuisse Beschaffung geführte Projekt «Swiss Information Exchange Gateway», kurz SIEG, testete im Auftrag des Kommando Cyber die Interoperabilität diverser Lösungen im Bereich Data Centric Security (DCS). Das Ziel von SIEG ist es, die Sicherheit der IT-Schnittstellen der Armee zu erhöhen. Im Fokus standen Tests zum Data Labeling. Dank dieser von der NATO spezifizierten Technologie lassen sich Datenflüsse gezielt steuern und ungewollter Datenabfluss wirksam verhindern.

Die Tests im Rahmen von SIEG fanden auf verschiedenen Ebenen statt – Beobachten, Experimentieren und Verifizieren. Entsprechend aussagekräftig sind die Resultate, die im Nachgang dazu beitragen, die Systeme der Schweiz gezielt weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Zentrum für Künstliche Intelligenz und Simulation (KISI)

Innerhalb armasuisse Wissenschaft und Technologie ist das Zentrum für Künstliche Intelligenz und Simulation (KISI) zuständig für die Entwicklung und den Transfer von innovativen Lösungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Simulation mit Fokus auf die Sicherheitstechnologien des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Stärker durch den internationalen Verbund

Als wertvolle Test- und Erprobungsumgebung für neue Technologien bietet die Zusammenkunft in Polen mit über 3’500 Teilnehmenden und 41 Nationen eine einmalige Plattform, um den Wissensaustausch zwischen internationalen Streitkräften, Industriepartnern sowie Forschungseinrichtungen zu fördern. Dies ermöglicht technische Standards und Verfahren länderübergreifend zu vergleichen, weiterzuentwickeln und den zukünftigen Anforderungen anzupassen. Dadurch stellt der Anlass eine wichtige Ergänzung zu wissenschaftlichen Konferenzen und Industriemessen dar. Dies fördert nicht nur das Verständnis, sondern auch die Weiterentwicklung eigener Ansätze im internationalen Kontext.

CWIX-Auszeichnung

Die Schweizer Delegation erhielt als erste Nation überhaupt eine Auszeichnung des CWIX Management Team. Gewürdigt wurde ihr besonderes Engagement im Bereich der Zusammenarbeit sowie den aktiven Wissensaustausch und die gemeinsame Weiterentwicklung im Sinn des CWIX-Gedankens.

Fazit und Ausblick

Die gewonnen Erkenntnisse aus den Tests an CWIX 2026 werden in den kommenden Monaten ausgewertet und in laufende Digitalisierungs- und Vernetzungsprojekte der Schweizer Armee integriert. Der Fokus wird auf die getesteten Standards und identifizierte Schwächen gelegt. Dadurch werden teure und isolierte Lösungen vermieden und die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gestärkt.

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