Die Armee muss ihre Infrastruktur wirtschaftlich, nachhaltig und rasch an neue Anforderungen anpassen. Standardisiertes Bauen schafft dafür die Grundlage. Dabei geht es nicht um identische Gebäude an jedem Standort, sondern um einheitliche Standards für Nutzung, Prozesse und Anforderungen. So entstehen flexible, zukunftsfähige Infrastrukturen mit hoher Qualität und besserer Wirtschaftlichkeit.
Die Sicherheitslage, neue Technologien sowie steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit verlangen eine moderne und anpassungsfähige Militärinfrastruktur. Viele Liegenschaften müssen saniert, erweitert oder ersetzt werden.
Mit standardisiertem Bauen schafft armasuisse Immobilien die Voraussetzungen, um Bauprojekte effizienter, wirtschaftlicher und nachhaltiger umzusetzen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass militärische Anforderungen an Funktionalität, Sicherheit und Resilienz erfüllt bleiben.
Leitfaden
Grundsätze
Standardisiertes Bauen basiert auf klaren Grundsätzen. Sie dienen als Leitlinien für alle Beteiligten und schaffen die Grundlage für effiziente, nachhaltige und zukunftsfähige Infrastrukturen der Armee.
Militärische Anforderungen im Zentrum
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind zentral
Zusammenarbeit aller Beteiligten
Kontinuierliches Lernen und Verbessern
Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus
Fragen und Antworten
Standardisiertes Bauen bezeichnet einen einheitlichen Ansatz für Planung, Realisierung und Betrieb von Militärbauten. Dabei werden bewährte Standards, Anforderungen und Prozesse wiederverwendet, um Projekte effizienter, wirtschaftlicher und nachhaltiger umzusetzen. Standardisiertes Bauen bedeutet jedoch nicht, dass überall identische Gebäude entstehen.
Standardisiert werden insbesondere wiederkehrende Anforderungen und Abläufe, beispielsweise Flächenstandards, funktionale Anforderungen, technische Ausstattungen, Sicherheitsanforderungen, Materialisierungsprinzipien sowie Planungs- und Betriebsprozesse. Dadurch entstehen vergleichbare und effizient bewirtschaftbare Infrastrukturen.
Nicht standardisiert werden die standortabhängigen Rahmenbedingungen. Topografie, Baugrund, bestehende Infrastruktur, gesetzliche Vorgaben, städtebauliche Gegebenheiten oder Naturgefahren unterscheiden sich von Standort zu Standort und erfordern individuelle Lösungen. Deshalb wird jedes Projekt speziell für seinen Standort geplant.
Standardisiertes Bauen reduziert den Planungsaufwand, erhöht die Kosten- und Terminsicherheit und verbessert die Qualität der Projekte. Gleichzeitig werden bewährte Lösungen wiederverwendet, Ressourcen geschont und die Bewirtschaftung der Gebäude vereinfacht. Dadurch können öffentliche Mittel effizient eingesetzt werden.
Qualität: bewährte Lösungen, klare Vorgaben, Wissenstransfer zwischen Projekten, bessere Zusammenarbeit aller Beteiligten
Betrieb: einfachere Bewirtschaftung und Instandhaltung, bessere Vergleichbarkeit von Standorten, hohe Flexibilität bei Umnutzungen, effizientere Betriebsprozesse
Nachhaltigkeit und Ressourcen: ressourcenschonende Bauweisen, Wiederverwendung von Bauteilen, energieeffiziente Lösungen
Militärische Anforderungen verändern sich im Laufe der Zeit. Gebäude müssen deshalb anpassbar bleiben und zukünftige Nutzungsänderungen ermöglichen. Durch flexible Gebäudestrukturen und die Trennung von Bauteilen unterschiedlicher Lebensdauer können Anlagen wirtschaftlicher erneuert, umgenutzt und betrieben werden. Dies verlängert die Lebensdauer der Infrastruktur und schont Ressourcen.