Rückblick zur Präsentation der Armeebotschaft 2026: Immobilienprogramm
Zusätzlich zum Rüstungsprogramm wurden an der Armeebotschaft in Thun auch die neuen Immobilienvorhaben präsentiert. Der Fokus liegt dabei auf der gezielten Modernisierung, dem Ausbau und der langfristigen Sicherung militärischer Infrastrukturen, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Ausbildung und Einsatzfähigkeit.
Joel Ess, Fachbereich Kommunikation, Strategischer Stab
Sanierung einer Kaverne
Die Kaverne, die ursprünglich in den 1950er-Jahren gebaut wurde, dient dazu, Flugzeuge der Luftwaffe geschützt unterzubringen, etwa bei Krisen oder militärischen Bedrohungen. Die Belüftungssysteme, Stromversorgung, Brandschutzanlagen sowie Schutzstrukturen werden erneuert und verstärkt. Auch die Infrastruktur für den Betrieb moderner Flugzeuge wird angepasst. Die Bauarbeiten sollen 2027 beginnen, rund fünf Jahre dauern und voraussichtlich 2032 abgeschlossen sein. Der Vorhabenskredit beträgt 48 Mio. CHF.
Lärmsanierung der Militärflugplätze
Zur Reduktion der Fluglärmbelastung werden konkrete bauliche Massnahmen an privaten Gebäuden umgesetzt, insbesondere der Einbau von Schallschutzfenstern und teilweise zusätzliche Dämmungen an Fassaden. Betroffen sind vor allem Wohnhäuser in der Umgebung der Militärflugplätze Meiringen, Payerne und Emmen. Insgesamt werden über zweihundert Gebäude nachgerüstet, um die Vorgaben der Lärmschutzverordnung zu erfüllen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Der Fluglärm bleibt trotz Einführung des Kampfflugzeugs F‑35A vergleichbar mit dem bisherigen des F/A‑18. Die Umsetzung erfolgt etappenweise ab 2027 bis etwa 2031. Der Vorhabenskredit beträgt 30 Mio. CHF.
Bauliche Massnahmen Telekommunikation der Armee (1.Etappe)
Im Rahmen dieses Projekts werden konkrete Infrastrukturen gebaut oder erweitert, darunter Anschlusskästen für Feldnetze sowie fernsteuerbare Positionierungssysteme bei Richtstrahlanlagen in abgelegenen Gebieten. Diese ermöglichen es beispielsweise, Antennen aus der Distanz auszurichten, ohne dass Personal vor Ort sein muss. Zudem werden zusätzliche Schnittstellen geschaffen, damit mobile Truppen schneller an das Führungsnetz Schweiz angeschlossen werden können. Die Umsetzung ist für den Zeitraum von 2027 bis 2030 vorgesehen. Der Vorhabenskredit beträgt 19 Mio. CHF.
Sanierung und Modernisierung des Schiessplatzes Vugelles-La Mothe
Der Schiessplatz wird konkret durch neue Ausbildungsanlagen ergänzt, etwa durch eine Panzerzielbahn für die Ausbildung der Panzerabwehr sowie mehrere Anlagen für das Schiesstraining auf kurze Distanz. Das Logistikgebäude wird ersetzt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Zusätzlich werden bestehende Gebäude saniert und an moderne Sicherheits- und Ausbildungsanforderungen angepasst. Dadurch können realitätsnahe Trainings unter aktuellen Einsatzbedingungen durchgeführt werden. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich 2027 und dauern bis etwa 2031. Der Vorhabenskredit beträgt 36 Mio. CHF.
Baumassnahmen zugunsten des Kampfflugzeugs F-35A (Zusatzkredit)
Der Zusatzkredit deckt Teuerung, Mehrwertsteuer und neue Anforderungen ab. Im Zusammenhang mit der Einführung des F-35A werden konkrete bauliche Anpassungen an Militärflugplätzen vorgenommen, beispielsweise die Verstärkung von Schutzbauten, Anpassungen an Sicherheitsanlagen sowie technische Erweiterungen für den Betrieb und die Wartung der neuen Flugzeuge. Zusätzlich werden Massnahmen umgesetzt, um Anlagen besser gegen Bedrohungen wie Sabotage oder Angriffe zu schützen. So bleibt die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe und des Luftpolizeidienstes gewährleistet. Diese Arbeiten erfolgen im Zeitraum von etwa 2026 bis 2030. Der Vorhabenskredit beträgt 89 Mio. CHF.
Sanierung einer Führungsanlage (Zusatzkredit)
Bei der Führungsanlage werden konkret zusätzliche technische Komponenten eingebaut, darunter Transformatoren zur Stromversorgung sowie moderne Kommunikationsanlagen für die Führung und Koordination von Einsätzen. Gleichzeitig werden bestehende Anlageteile umgebaut und erweitert, um den Betrieb während der Bauphase sicherzustellen. Ziel ist eine langfristig zuverlässige und krisenfeste Führungsinfrastruktur. Die Umsetzung ist zwischen 2026 und 2029 geplant. Der Vorhabenskredit beträgt 20 Mio. CHF.



