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MitteilungVeröffentlicht am 5. Oktober 2026

REPMUS 2026: armasuisse vertritt die Schweiz an internationaler Übung

Vom 31. August bis zum 25. September 2026 fand in Troia, Portugal, die internationale Übung REPMUS (Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems) statt. Die Schweiz nahm unter der Leitung von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) mit einem Team aus fünf Industriepartnern teil.

Moana Häfeli, Stab, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Eine Reihe von Flaggen, die die an der Übung teilnehmenden Länder repräsentieren.

In Kürze

REPMUS ist die weltweit führende Übung für unbemannte maritime Systeme (MUS). Die Veranstaltung findet in Troia, Portugal, statt und wird von der portugiesischen Marine sowie von verschiedenen internationalen Organisationen, wie der NATO, der Europäischen Verteidigungsagentur (EVA) und nationalen Institutionen, koordiniert und organisiert. 2026 fungierte armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) als nationale Ansprechpartnerin der Schweiz und stellte ein Team aus fünf Schweizer Industriepartnern zusammen. Diese nahmen an internationalen Übungen teil, stärkten den gegenseitigen Wissensaustausch und präsentierten innovative Technologien einem breiten internationalen Publikum.

REPMUS: Die weltweit führende experimentelle Übung für unbemannte maritime Systeme

Seit ihrem Start im Jahr 2010 hat sich die Übung «Robotic Experimentation and Prototyping with Maritime Unmanned Systems» (REPMUS) kontinuierlich weiterentwickelt. Heute ist REPMUS die weltweit führende experimentelle Übung für unbemannte maritime Systeme (MUS). An der Ausgabe 2026 nahmen mehrere tausend Teilnehmende aus mehr als 30 Ländern teil.

Die Veranstaltung, die sich über mehrere Wochen erstreckt, wird von der portugiesischen Marine geleitet und gemeinsam mit den Joint Capabilities Systems (JCGMUS) der NATO, dem NATO-Zentrum für maritime Forschung und Experimente (CMRE), der Faculdade de Engenharia da Universidade do Porto und der Europäischen Verteidigungsagentur (EVA) organisiert.

Im Mittelpunkt der Übung steht die Erprobung verschiedener unbemannter und autonomer Systeme. Darüber hinaus bietet REPMUS für Wissenschaft, Industrie und Endnutzende eine einzigartige Gelegenheit, nicht nur unbemannte Systeme, sondern auch Konzepte der Aufklärung, Überwachung und Erkundung (ISR) sowie deren Interoperabilität unter realen Bedingungen und in operativen Szenarien zu testen. Dieses Umfeld der Zusammenarbeit trägt dazu bei, die technologische Entwicklung voranzutreiben, neue Anwendungsmöglichkeiten zu identifizieren und die Fähigkeiten unbemannter Systeme bei vielseitigen Einsätzen zu demonstrieren.

Fokus von REPMUS 2026

Im Jahr 2026 konzentrierte sich die Übung auf sieben zentrale Einsatzbereiche, die darauf ausgelegt waren, die Integration, Taktik und Interoperabilität unbemannter Systeme in der Seekriegsführung voranzutreiben. Dazu gehörten folgende Bereiche:

  • Naval Mine Warfare (NMW) dt. Seeminenkriegsführung: Weiterentwicklung der Verfahren für autonome Unterwasserfahrzeuge (AUV), Beschleunigung der Datenverarbeitung und Weiterentwicklung der taktischen Zusammenarbeit von aufeinanderfolgenden Übungen hin zu einem einzigen, einheitlichen Einsatzszenario.
  • Rapid Environmental Assessment (REA) dt. Schnelle Umweltbewertung: Schnelle Erfassung, Verarbeitung und Verteilung ozeanografischer und meteorologischer Daten, um Umweltinformationen rasch in das gemeinsame Lagebild zu integrieren.
  • Critical Undersea Infrastructure Protection (CUIP) dt. Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur: Überwachung, Erkennung und Abwehr von Bedrohungen, die auf Unterwasserkommunikationskabel, Pipelines und strategische Energieanlagen abzielen.
  • Intelligence, Surveillance, Reconnaissance & Port Security (ISR) dt. Nachrichtendienst, Überwachung, Aufklärung und Hafensicherheit: Einsatz miteinander vernetzter Sensoren vom Meeresboden bis in den Weltraum, um ein taktisches Echtzeit-Lagebild zu erstellen, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf der Erzeugung eines «Recognized Underwater Picture» zur Sicherung von Häfen und Küstenzugängen liegt.
  • Command, Control, and Communications (C2) dt. Führung, Kontrolle und Kommunikation: Erprobung von Standards mit offener Architektur wie STANAG 4817, um einen nahtlosen, sicheren Live-Datenaustausch zwischen multinationalen unbemannten Systemen und verbündeten Kommandostrukturen zu gewährleisten.
  • Abwehr unbemannter Systeme und elektronische Kriegsführung: Entwicklung von Taktiken zum Schutz der Streitkräfte vor asymmetrischen Drohnenbedrohungen und Erprobung gehärteter, störungsresistenter Kommunikationssysteme in Umgebungen ohne GNSS-Empfang.
  • Schwarmoperationen: Demonstration kollaborativer Autonomie, bei der mehrere unbemannte Luft-, Oberflächen- und Unterwasserfahrzeuge Missionen gleichzeitig mit minimalem menschlichem Eingriff koordinieren.

Eine der wichtigsten Neuerungen bei der diesjährigen Veranstaltung war die Umsetzung von STANAG 4817, einem NATO-Standard, der die Interoperabilität unbemannter Systeme – einschliesslich Luft-, Oberflächen- und Unterwasserdrohnen – gewährleisten soll. Der Standard «STANAG 4817» wurde im Rahmen von REPMUS 2026 validiert und getestet, um sicherzustellen, dass jedes System seine Position melden kann.

armasuisse an REPMUS 2026

Zum zweiten Mal in Folge war die Schweiz – vertreten durch armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) als nationale Leitung – mit einem eigenen Team in Troia, Portugal, das sich aus Start-ups, Vertreterinnen und Vertreter der Industrie und Experten von armasuisse zusammensetzte.

Fünf Industriepartner – Ascento, Avientus, CDDS, Tethys Robotics und Xer Technologies – nahmen als Teil des Schweizer Teams teil, wodurch die Präsenz der Schweiz an REPMUS im Vergleich zum Vorjahr bereits ausgebaut wurde.

Die Teilnahme an REPMUS bietet der Schweiz und armasuisse die Gelegenheit, bestehende Partnerschaften zu stärken, neue nationale und internationale Kontakte zu knüpfen und technologisches Knowhow gegenüber wichtigen Interessengruppen zu präsentieren. Für die Industriepartner bietet die Veranstaltung ein wertvolles Umfeld, um operatives Feedback zu erhalten, Prototypentests zu beschleunigen und ihre Technologien einem internationalen Publikum vorzustellen.

Im Rahmen der diesjährigen Abschlussdemonstration wurde die Sichtbarkeit der Schweizer Industrie auf internationaler Ebene weiter gefördert. Einige Schweizer Unternehmen zählten zu den wenigen Auserwählten, die ihre Technologien vor VIPs präsentieren durften. Dies bot der Schweizer Industrie eine zusätzliche Gelegenheit, ihre Präsenz zu stärken, und unterstrich den Erfolg der Initiative 2026.

Ich bin stolz auf den Beitrag der Schweizer Unternehmen bei REPMUS in diesem Jahr sowie auf die Robustheit und Effizienz der verschiedenen Systeme
Jean-Christophe Coulet, nationaler Teamlead Schweiz an REPMUS 2026
Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Delegation an REPMUS 2026 posieren vor einem Marineschiff für ein Gruppenfoto.

Teilnehmende Industriepartner 2026

Fazit und Ausblick

Erneut hat die Schweiz ihre Innovationskraft an REPMUS eingebracht und die Notwendigkeit unterstrichen, neue Technologien in Zusammenarbeit mit Partnern aus der NATO und der EU zu entwickeln und zu standardisieren. Dies stärkt die Position der Schweiz als verlässliche Partnerin in den Bereichen Innovation, Verteidigung und Sicherheit

Diese Art der internationalen Zusammenarbeit ist entscheidend, um Kompatibilität und Integration innerhalb der internationalen Gemeinschaft zu gewährleisten. REPMUS liefert Beispiele aus der Praxis dafür, wie autonome Systeme den Schutz des Staatsgebiets unterstützen können, wie schnell sich Technologien weiterentwickeln, und verdeutlicht den wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf autonome Systeme.

armasuisse W+T ist stolz darauf, Teil von REPMUS 2026 gewesen zu sein und einen Beitrag zu dieser einzigartigen Plattform geleistet zu haben. Darüber hinaus dankt armasuisse W+T allen teilnehmenden Schweizer Unternehmen für ihre wertvollen Beiträge sowie allen beteiligten Partnern für ihr Engagement, ihre Unterstützung und die Organisation.