Unterkünfte virtuell begehen: Sechs Kasernen im Vergleich
Zusammenarbeit | Wie breit muss ein Korridor sein? Wie sind Räume sinnvoll miteinander verbunden? Auf dem Waffenplatz Thun hat das Projektteam standardisiertes Bauen genau solche Fragen in einem Workshop diskutiert. Sechs bestehende oder geplante Kasernen standen zum direkten Vergleich bereit, virtuell begehbar in 3D.
Fragen rund um die Anordnung von Räumen lassen sich auf dem Papier nur schwer beantworten. Im BIM@Lab in Thun wird das anders gelöst. Mehrere Kasernen wurden gleichzeitig als digitale Modelle gezeigt. Die Teilnehmenden bewegen sich virtuell durch die Gebäude und vergleichen sie direkt miteinander. Sie beurteilen Flächen, Wege und Nutzungsmöglichkeiten. So wird schnell klar, wo Anforderungen aus Nutzung und Betrieb übereinstimmen und wo sie auseinandergehen. Das erleichtert spätere Entscheide und verbessert die Planung. In Kleingruppen werden die Anforderungen an Unterkünfte konkretisiert und für die gemeinsame Diskussion vorbereitet.
Zusammenarbeit über alle Rollen hinweg
Am Workshop nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus dem gesamten Departement VBS teil. Dazu gehören das Generalsekretariat, armasuisse Immobilien als Eigentümerin und der Armeestab als Mieter. Auch Nutzer und Betreiber bringen ihre Sicht ein, etwa das Kommando Operationen, Ausbildung und Cyber sowie die Logistikbasis der Armee.
Das Projektteam standardisiertes Bauen versucht wiederkehrende Bauprojekte zu vereinheitlichen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen aus Nutzung, Betrieb und Bewirtschaftung. Der Austausch im BIM@Lab bringt diese Perspektiven zusammen und schafft ein gemeinsames Verständnis.
Warum überhaupt standardisieren
Warum eine gemeinsame Grundlage wichtig ist, zeigt ein einfaches Beispiel: Planen mehrere Personen eine Reise mit unterschiedlichen Karten, entstehen schnell Missverständnisse. Nutzen alle dieselbe Karte, finden sie einfacher den besten Weg.
Im Workshop ging es genau um diese gemeinsame «Karte». Alle Beteiligten sehen dieselben Räume und sprechen über dieselben Grundlagen. So entstehen Lösungen, die nicht nur gut geplant sind, sondern auch im Alltag funktionieren und bewirtschaftet werden können.



