«Einer von uns: Nicolas Burkhalter»
Schweizermeister im Kickboxen, Projektkaufmann bei armasuisse und Fachbuchautor: Nicolas Burkhalter lebt Ehrgeiz – im Sport wie im Einsatz für die Sicherheit der Schweiz. Kürzlich schloss er seinen Bachelor in Digital Business Administration an der Privaten Hochschule Wirtschaft PHW Bern ab. Seine Bachelorarbeit wurde als Fachbuch Innovation als System – Das IEA-Modell: von der Idee zur Innovation veröffentlicht und gemeinsam mit armasuisse praktisch erprobt. Als Projektkaufmann bringt er dieses Wissen täglich in seine Arbeit bei armasuisse ein. Nebenberuflich ist er Gründer eines Sport- und Trainingsstudios und mehrfacher Schweizermeister im Kickboxen.
Lucia Egger, Fachbereich Kommunikation, Strategischer Stab
Steckbrief
- Name: Nicolas Burkhalter
- Alter: 35
- Funktion: Projektkaufmann II, Kommerz Beschaffung
- Bei armasuisse seit: 2022
Interview
Gratuliere zu deinem Bachelorabschluss! Deine Bachelorarbeit wurde als Fachbuch veröffentlicht: Innovation als System – Das IEA-Modell. Worum geht es und welche Erkenntnisse liefert es?
Vielen Dank! In meiner Arbeit habe ich untersucht, wie Ideen in Organisationen zu Innovationen werden. Das IEA-Modell – Idee, Entscheiden, Ausführen – zeigt Schritt für Schritt, wie Ideen umgesetzt werden können. Es bietet klare Rahmenbedingungen, ohne Kreativität einzuschränken. Gemeinsam mit armasuisse wurde es praktisch erprobt. Besonders fasziniert hat mich, wie Innovation in einer komplexen Organisation wie armasuisse funktioniert. Die Ideengebenden könnten stärker in den Innovationsprozess einbezogen werden, ansonsten macht das Bundesamt bereits sehr vieles richtig.
Was war für dich die grösste Herausforderung beim Schreiben deines Fachbuchs?
Die grösste Herausforderung war, dass jede Aussage überprüfbar sein musste. Alles musste sorgfältig mit Beispielen, Zitaten oder anerkannten Quellen belegt werden. Für mich, der zum ersten Mal ein Fachbuch verfasste, war das spannend und anspruchsvoll. Besonders wertvoll war die Unterstützung meines erfahrenen Coautors, die den gesamten Prozess deutlich erleichtert hat.
Inwiefern hat das Fachbuch deine Arbeit bei armasuisse beeinflusst oder neue Perspektiven eröffnet?
Das Fachbuch hat mir geholfen, Innovationsprozesse bewusster in den Arbeitsalltag zu integrieren. So kann ich meine Rolle in Projekten gezielter gestalten und Teams motivieren, Ideen einzubringen. Die Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zeigen, wie Innovation bei armasuisse gelingt und dabei zur Sicherheit der Schweiz beiträgt.
Innovation entsteht, wenn Menschen den Mut haben, Ideen einzubringen und offen weiterzuentwickeln. Die armasuisse Werte Offenheit und Mut bilden dafür die Grundlage und leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Schweiz.
Wie bist du zu armasuisse gekommen, und wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?
Ich bin durch eine Kollegin auf armasuisse aufmerksam geworden. Ihre Beschreibung der Arbeit in IT, Recht und Projektmanagement weckte sofort meine Neugier. Besonders überzeugt mich die Vielseitigkeit: Es gibt keinen typischen Arbeitsalltag. Ich begleite Projekte von der Ausschreibung bis zum Vertrag, prüfe Unterlagen, wähle Verfahren aus und verhandle die besten Lösungen. So trage ich aktiv dazu bei, dass unsere Beschaffungen reibungslos laufen und die Sicherheit der Schweiz gestärkt wird. Die Vielfalt und die direkte Zusammenarbeit mit den Teams machen die Arbeit bei armasuisse besonders motivierend.
Auf welches Beschaffungsprojekt, bei dem du mitgewirkt hast, bist du besonders stolz – und warum?
Besonders stolz bin ich auf die Beschaffung des VR-Helikopterausbildungssystems für Militärpilotinnen und -piloten. Ziel war es, einen transportablen Simulator zu entwickeln, mit dem verschiedene Flugszenarien geübt werden können. Ich konnte das Projekt vom Prototyp bis zum fertigen Simulator begleiten und selbst testen. Dabei wurde mir klar: meinen Job als Projektkaufmann sollte ich wohl doch nicht gegen eine Karriere als Helikopterpilot eintauschen – der Versuch, auf dem Dach der armasuisse zu landen, endete in einer eher unsanften Bruchlandung auf der Allmendwiese. Das Feedback der Endnutzenden war durchweg positiv und zeigte, dass das System einen echten Mehrwert für die Ausbildung bietet. Für mich zeigt dieses Projekt, wie wir bei armasuisse die Ausbildung in der Schweizer Armee mit modernsten Technologien vorantreiben und sicherer machen.
Du bist Gründer und Inhaber eines Sport- und Trainingsstudios und mehrfacher Schweizermeister im Kickboxen – bist du in deinem Berufsalltag auch so schlagfertig?
Ja, in gewisser Weise schon. Vieles aus dem Kampfsport lässt sich direkt in den Berufsalltag übertragen: Durchhaltevermögen, Konzentration, Respekt und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen. Mein Sportlergeist hilft mir, flexibel zu bleiben, agil zu reagieren und stets das beste Ergebnis für alle Beteiligten erzielen zu wollen.
Welche Parallelen siehst du zwischen deinem Training und deiner Arbeit bei armasuisse?
Im Kampfsport wie bei armasuisse geht es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Individuen und Teams ihr Potenzial entfalten können. Der Sport lehrt mich, komplexe Situationen zu analysieren, Abläufe zu vereinfachen und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren – Fähigkeiten, die ich direkt in Projekten einsetze, um sie erfolgreich umzusetzen.
Jetzt, wo du deinen Bachelorabschluss in der Tasche hast, was sind deine nächsten beruflichen oder persönlichen Schritte?
Ein Masterstudium ist geplant, aktuell liegt mein Fokus jedoch auf der praktischen Umsetzung des Gelernten bei armasuisse. Ich möchte Theorie und Praxis direkt in Projekten verbinden und meine Kolleginnen und Kollegen für Innovation begeistern. Privat bleibe ich sportlich aktiv und fördere meine Trainierenden sowohl sportlich als auch persönlich. Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich und hilft mir, Energie und Disziplin in den Berufsalltag zu übertragen.




