Nachhaltigkeit in der Mobilität
Nachhaltigkeit ist gegenwärtig – und vor allem mit Blick in die Zukunft – ein wichtiges Thema. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) will mit seinem «Aktionsplan Energie und Klima» im Energie- und Klimabereich eine Vorbildrolle einnehmen. armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) leistet ihren Beitrag dazu. Es befasst sich gemäss ihrer Rolle und Funktion mit den Herausforderungen, Risiken und Chancen dieser Bestrebungen nach einem ressourcenschonenden und energieeffizienten Departement.
Sarah Trösch und Hanspeter Kaufmann, Stab, Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie

Mit Fokus auf den Bereich der Mobilität im VBS erforscht armasuisse W+T Möglichkeiten von alternativen Antriebsformen, von alternativen Stromerzeugungsmethoden, der Energiespeicherung und der Effizienzsteigerung. Nachhaltige Treibstoffe bilden dabei eines der Hauptforschungsthemen.
Wer sich bewegt braucht Energie, und zwar verhältnismässig viel: In der Tat gehört die Bewegung auch technisch gesehen zu den grössten Energieverbrauchern. Deshalb rückt die Mobilität in den Fokus der Nachhaltigkeit. Diese beginnt damit, unnötige Bewegungen, sowohl am Boden als auch in der Luft zu vermeiden. Sind die Möglichkeiten zur Vermeidung ausgeschöpft, stellt sich die Frage, wie Nachhaltigkeit hinsichtlich den Mobilitätsmitteln selber erreicht werden kann. Auf den ersten Blick mag dies einfach erscheinen, jedoch gestaltet es sich deutlich komplizierter, wenn verteidigungsspezifische Aufgaben berücksichtigt werden müssen. Dies betrifft insbesondere die Mobilität von Heer und Luftwaffe.
Zwar bieten Unternehmen seit ein paar Jahrzenten immer faszinierendere, nachhaltigere Lösungen an, doch erfüllen diese Angebote nur selten alle wesentlichen Anforderungen, die für die Aufgabenerfüllung der Armee, besonders in ausserordentlichen Lagen, unabdingbar sind. So müssen zum Beispiel Antriebsalternativen, die ohne fossile Treibstoffe auskommen, auch unter widrigsten Umständen zuverlässig funktionieren. Egal ob Elektro- oder Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen. Eine besondere Herausforderung liegt darin, Treibstoffe bereitzustellen, die die notwendige Durchhaltefähigkeit zu tragbaren Kosten bieten. Mit welchen Einschränkungen effektiv zu rechnen ist, und welche Chancen ein Wechsel auf andere Treibstoffe mit sich bringt, klären wir bei armasuisse W+T im engen Austausch mit der Armee praxisnah ab. Weniger auffällig als der Fahr- und Flugbetrieb, aber nicht weniger wichtig, ist der Truppenbetrieb im Gelände: Technisch gelöst liegen hierzu nachhaltige Technologien zur Bereitstellung von Strom und Wärme vor. Jedoch fehlt es noch an dem erforderlichen Beschaffungsdruck, um diese Technologien umfassend zu implementieren.
Unsere Rolle umfasst hier die Demonstration des praktischen Nutzens nachhaltiger Technologien für Armeeeinsätze. Wir beraten anwendungsspezifisch und vergleichen die geeignetsten Technologieangebote in Forschung und Industrie. Mit diesen Informationen unterstützen wir dann bei der Beschaffung und Bereitstellung von Rüstungsgütern.
«Aktionsplan Energie und Klima» - ein Konzept für ein grüneres Departement
Unsere Forschung im Bereich der Nachhaltigkeit unterstützt die übergeordneten Aufgaben des Departements. So legt das VBS mit dem «Aktionsplan Energie und Klima» seine energiepolitischen Ziele für die Jahre 2021 bis 2030 fest. Auf seinem Weg zur Nachhaltigkeit hat das VBS eine klare Vision: Spätestens im Jahr 2050 ist die CO2-Bilanz des VBS ausgeglichen (Netto Null). Das Departement deckt seinen Energiebedarf vornehmlich aus erneuerbaren Quellen und produziert seine benötigte Energie so weit wie möglich selbst.
Die Ziele sollen durch den Ausbau von Eigenproduktionsanlagen für Energie erreicht werden. Durch eines unserer Pilotprojekte soll beispielsweise getestet werden, inwiefern Energie aus erneuerbaren Quellen in Form von Treibstoff gespeichert werden kann. In einem weiteren Schritt gilt es interne und externe Partnerschaften einzugehen und so systematisch weitere Innovationen und Entwicklungen im Energie- und Klimabereich zu entdecken und zu implementieren.
armasuisse im Bewusstsein ihrer Verantwortung
armasuisse nimmt generell ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt und künftigen Generationen wahr. Die Nachhaltigkeit ist daher ein zentraler Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. So ist die armasuisse ISO 14001 zertifiziert. Diese Norm, welche die Anforderungen an das Umweltmanagement in Industrie- und Dienstleistungsbetrieben festlegt, verlangt das Vorhandensein eines umfassenden Umweltmanagementsystems. Dieses besteht aus den folgenden Hauptaspekten: einer Umweltpolitik, einer umfassenden Planung, einer Implementierung und Durchführung, einer Kontrolle sowie einer Bewertung durch die Unternehmensleitung. Durch moderne Analysemethoden wird die Qualität und die Effizienz der Untersuchungen gesteigert. Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei armasuisse W+T erfährt ihr in den weiteren Beiträgen dieser Serie: Darunter genaueres zum Energietag, Simulationslabor von armasuisse W+T und der persönlichen Sicht von Hanspeter Kaufmann, wissenschaftlichen Projektleiter bei armasuisse W+T, in einem Interview.
Infobox zum Pariser Klimaübereinkommen:
Im Jahr 2015 wurde an der UN-Klimakonferenz in Paris ein wegweisendes Klimaübereinkommen verabschiedet. Dabei wurden erstmalig alle Staaten dazu verpflichtet, die Treibhausabgasemissionen schrittweise zu reduzieren. Ziele des Übereinkommens ist einerseits die durchschnittlich globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad – im Vergleich zur vorindustrielen Zeit - zu begrenzen und andererseits die Anpassungsfähigkeit an ein verändertes Klima zu verbessern.
Die Schweiz setzt diese internationalen Verpflichtungen in erster Linie im CO2-Gesetzt um. In einem ersten Schritt hat sie sich dazu verpflichtet, ihre Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 50 Prozent zu reduzieren. Darüber hinaus wurde angekündigt, dass die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 sogar auf netto null senken will.
