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DACH-Expertentreffen zur Energieforschung

Am 12. und 13. Juli 2022 fand bei armasuisse W+T in Thun das erste Expertentreffen zum Thema Energieforschung in der Verteidigung im Rahmen der DACH-Zusammenarbeit statt. Die Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten während 1 ½ Tagen die Forschungsprojekte aus ihren Organisationen präsentieren und die Herausforderungen der Energiewende diskutieren.

20.07.2022 | Corina Beerli, Fachbereich Forschungsmanagement & Operations Research, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Gruppenbild. Expertinnen und Experten stehen nebeneinander in drei Reihen auf einer Treppe vor einem Eingang auf.
Expertinnen und Experten führten in Thun Gespräche zum Thema Energieforschung in der Verteidigung.

Im Rahmen des letztjährigen DACH-Forschungsdirektoren-Treffens in Berlin haben die Teilnehmenden beschlossen, die Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz unter anderem im Bereich der nachhaltigen Energie zu verstärken. Aus diesem Grund lud armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) diesen Sommer neben Vertretern des Schweizer Armeestabs sowohl Vertreter der Bundeswehr und des Bundesministeriums der Verteidigung (Deutschland) als auch des Bundesministeriums für Landesverteidigung (Österreich) für ein Expertentreffen nach Thun ein.

Nachhaltige Energieträger gemeinsam fördern

Der Fokus des Treffens lag auf den Herausforderungen der nachhaltigen Mobilität und der autarken Energieversorgung. Bei allen Anwesenden herrschte Konsens darüber, dass der Übergang von fossilen und atomaren Energieträgern zu nachhaltigen Energieträgern insbesondere im Winter zu einer grossen Stromlücke führen wird. Diese ist nur durch rasches und entschlossenes Handeln zu bewältigen. In allen drei Ländern liegt der Energieverbrauch der Landesverteidigung in der Grössenordnung von 0.2-0.3 % des nationalen Energieverbrauchs. Bestrebungen für eine teilweise Energie-Autarkie liegen daher durchaus im Bereich des Möglichen.

Herausforderungen in der Mobilität

In der Mobilität besteht für die Verteidigung die grosse Herausforderung, dass eine reine Elektrifizierung oder Hybridisierung des Antriebs umso schwieriger wird, je grösser ein Fahrzeug oder Flugzeug ist. Alternativen zu Diesel oder Kerosin benötigen nicht nur ein grösseres Volumen und dadurch mehr Platz, sondern haben auch ein höheres Gewicht. In kleineren Militärfahrzeugen können solche Kompromisse eingegangen werden, um herkömmliche Antriebe durch elektrische Antriebe mittels Batterien oder Brennstoffzellen zu ersetzen. Allerdings nicht ohne merklich an Durchhaltefähigkeit einzubüssen. Bei Gefechtsfahrzeugen und Kampfflugzeugen besteht aufgrund ihrer hohen Leistungsintensität und notwendigen Durchhaltefähigkeit jedoch nur die Möglichkeit fossile Treibstoffe durch nachhaltig produzierte, biogene oder synthetische Treibstoffe zu ersetzen. 

Vertiefter Austausch zu Nachhaltigkeit und Energieversorgung gefordert

Beim Expertentreffen bestätigte sich, dass die Herausforderungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr ähnlich sind, und es wurden verschiedene gemeinsame Interessen identifiziert. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass der DACH-Austausch im Bereich der Energieforschung aufrechterhalten und auf die bereits laufenden Arbeitsgruppengespräche im Bereich Nachhaltigkeit und Energie ausgeweitet werden soll. Ein entsprechender Antrag wird am kommenden Forschungsdirektoren-Treffen gestellt. Dieses findet am 5./6. Oktober 2022 in Thun statt. 


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