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Moderne Technik in historischem Gewand

Eine neue Heizzentrale versorgt den Waffenplatz Sand-Schönbühl mit nachhaltig generierter Wärme. Das Kernstück bildet eine Holzschnitzelheizung, die dem denkmalgeschützten Ökonomiegebäude aus dem Jahr 1912 eine neue Funktion verleiht.

08.02.2022 | Beatrice Gfüllner und Florian Waldner, armasuisse Immobilien

Holzschnitzelheizung am Waffenplatz Sand-Schönbühl
© VBS/DDPS

Die bisherigen Ölheizungen auf dem Waffenplatz Sand-Schönbühl sind in die Jahre gekommen. Sie machen deshalb einer modernen Heizzentrale Platz. Die neue Holzschnitzelheizung ist versorgungssicher, kostengünstig im Betrieb und bietet ökologische Vorteile. So sinkt beispielsweise der jährliche CO2-Ausstoss um über 200 Tonnen. Und der Brennstoff Holz stammt teilweise aus dem eigenen Wald, der an den Waffenplatz grenzt.

Denkmalgeschütztes Ökonomiegebäude beherbergt moderne Heizzentrale

Das bestehende historische Ökonomiegebäude am südöstlichen Rand des Waffenplatzes hat sich als idealer Standort für die neue Heizzentrale herausgestellt. Damit der Heizkessel und die Speicher zur Wärmerzeugung im Gebäude Platz fanden, wurde der Boden im «Stallbereich» abgesenkt. Daneben befindet sich das Schnitzellager. Ein Gebläse befördert die Holzschnitzel ins Gebäudeinnere, worin sie bis unters Dach aufgetürmt sind. Dazu wurde die Stalldecke zum Heuboden abgebrochen. Die Holzschnitzel ragen damit vom Erdgeschoss bis ins Obergeschoss, wo sich die ehemaligen Knechtenkammern und darüber der Heuboden befanden. Im Randbereich der Innenwand erinnert ein 15 Zentimeter langer Randstreifen an die frühere Stalldecke. Der Eingriff in die geschützte Bausubstanz lässt sich dadurch ablesen und erfüllt die denkmalpflegerischen Ansprüche.

Heizungstechnik auf dem neusten Stand

Das luftdurchströmte Schnitzellager trocknet die Holzschnitzel, bevor sie über ein Beförderungssystem zum Heizkessel gelangen. Eine intelligente Speicheranlage sorgt zusammen mit einem Rauchgasfilter dafür, dass die Holzschnitzel kontinuierlich, sauber und schadstoffarm verbrennen. Die dabei entstehende Heizwärme wird über Fernleitungsrohre auf dem Waffenplatz verteilt. Ein zentrales Gebäudeleitsystem regelt und überwacht im Verbund mit Drucksensoren das ganze Netz und sperrt bei Problemen einzelne Zonen automatisch ab. Es erfasst die produzierte Wärme, den Verbrauch und dient damit der Optimierung der Anlage.

Neues Zuhause für Schwalbenkolonie

Vor Beginn der Umbauarbeiten wurden die bisherigen Bewohner – eine Mehlschwalben- und Rauchschwalbenkolonie – behutsam umgesiedelt. Vogelschutzspezialistinnen und -spezialisten errichteten dazu am Fassadengerüst und am Nachbargebäude neue Nistplätze.

 

Zum vollständigen Artikel im armafolio 02/2021

Das Projekt in Zahlen

  • Anzahl angeschlossene Gebäude: 9
  • Bauzeit: 8 Monate
  • Energiespeicher: 2x 13'000 Liter Heizwasser
  • Kosten (inkl. Leitungsnetz und Anschluss der neun Gebäude): 2,5 Millionen Franken
  • Reduktion CO2 pro Jahr: > 200 Tonnen
  • Reduktion Heizölverbrauch Waffenplatz pro Jahr: 80'000 Liter      
  • Verbrauch Grünschnitzel pro Jahr: 1'100 Kubikmeter
  • Wärmeleistung Holzheizkessel: 450 Kilowatt


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