print preview Zurück zur Übersicht Startseite

SAR Radartechnologie und Täuschungsmöglichkeit bei armasuisse W+T untersucht

Im Fachbereich Sensorik von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) werden im Rahmen des Forschungsprogramms «Aufklärung und Überwachung» verschiedene Radar-Sensoren für die Luft- und Bodenaufklärung untersucht, darunter auch der MIRANDA35-SAR Technologiedemonstrator. Mit diesem Experimentalsystem fand im August 2021 eine zweiwöchige Messkampagne in der Schweiz statt.

16.09.2021 | Andreas Zihlmann, Wissenschaftlicher Projektleiter Fachbereich Sensorik, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Das Ultraleicht Flugzeug mit dem MIRANDA35-SAR Sensor unter dem rechten Flügen auf dem Militärflugplatz in Emmen.
Das Ultraleicht Flugzeug mit dem MIRANDA35-SAR Sensor unter dem rechten Flügel auf dem Militärflugplatz in Emmen.

Der MIRANDA35-SAR Sensor von armasuisse W+T basiert auf der sogenannten SAR-Technologie. SAR steht für Synthetic Aperture Radar. SAR-Radargeräte erzeugen ein zweidimensionales Radarbild der Erdoberfläche. So sendet das abbildende Radargerät Radarstrahlung aus und wandelt die vom Ziel reflektierte Strahlung mittels komplexen Algorithmen in ein fast schon fotografisches Bild um, was die Aufnahmen auch für einen Menschen interpretierbar macht.

Oft werden solche Radargeräte auf Flugzeugen angebracht, was eine wetterunabhängige Bildaufklärung der Bodenaktivitäten ermöglicht. Um die technischen Grenzen dieser Technologie zu beurteilen, arbeitet armasuisse W+T mit dem Fraunhofer Forschungsinstitut FHR und der Universität Zürich zusammen. Gemeinsam mit diesen Forschungspartnern hat armasuisse W+T vom 16.-27. August 2021 eine Messkampagne in der Schweiz durchgeführt. Testgebiete des Aufklärungsfluges waren unter anderem Grenchen und Thun. Ein Ziel der Kampagne war es, den Einsatz des SAR Sensors mit dem Einsatz eines sogenannten Radarzielsimulators (RTS Radar Target Simulator) zu kombinieren. Ein RTS-System empfängt die Radarsignale, interpretiert und manipuliert diese und kann in kurzer Zeit ein Signal zurücksenden. Üblicherweise werden solche Geräte verwendet, um die Qualitätsgrenzen von Radargeräten innerhalb von Beschaffungsaufträgen zu quantifizieren. In dieser Kampagne hingegen wurde versucht, das Radarbild mit Hilfe des RTS-Systems von armasuisse W+T zu täuschen und so eine Radaraufklärung aus der Luft zu erschweren.

Die Auswertung und die Analyse der Bilder ist noch nicht abgeschlossen. Es gibt aber erste Hinweise, dass der Versuch erfolgreich war: Man konnte das SAR-Bild mit dem RTS manipulieren. In Zukunft möchte man so wichtige Infrastrukturen oder Truppenstandorte vor einer radarbasierten Bildaufklärung schützen.