print preview Zurück zur Übersicht Startseite

Die Simulationsumgebung der Zukunft

Der Fachbereich Forschungsmanagement und Operations Research von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) hat in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit dem Kommando Ausbildung ein Testlabor aufgebaut, um mögliche Simulationsumgebungen von morgen auf Herz und Nieren zu überprüfen. Wichtige Erkenntnisse davon fliessen nun in das Simulationskonzept der Armee mit ein und helfen so, die Simulationslandschaft von morgen zu entwickeln.

15.10.2021 | Dr. Adrian Schneider und Dr. Michael Rüegsegger, Operations Research und Systemanalysen, armasuisse W+T

Printscreen einer Simulationsanwendung: Mobile Patriot Bodenluftabwehr Anlage auf Gurnigel feuert Rakete ab.
Mobile Patriot Bodenluftabwehr Anlage auf Gurnigel feuert Rakete ab. Werden solche virtuellen Experimente in grosser Zahl an verschiedenen Standorten durchgeführt, können kostengünstig wertvolle Informationen gewonnen werden.

Die heutige Simulationslandschaft der Schweizer Armee besteht aus einer Vielzahl von hochspezifischen Systemen. Hierzu gehören beispielsweise Panzer-, Flug- wie auch Führungssimulatoren.

Diese weitgehend proprietären Siloanwendungen lassen sich weder vernetzen, noch können kosten- und zeitsparende Entwicklungssynergien genutzt werden. Operationssphärenübergreifende (Multi-Domain) und streitkräftegemeinsame Analysen und Trainings werden durch eine solche Architektur verhindert.

In den vergangenen Jahren hat die Gaming Industrie zahlreiche Simulationsanwendungen auf den Markt gebracht, welche eine zunehmende Vernetzung und einen hohen Grad an Flexibilität ermöglichen. Das gelebte Prinzip geöffneter Schnittstellen erlaubt das Abbilden eigener und gegnerischen Streitkräften und selbst ballistische Modelle lassen sich austauschen. Ein bereits umfangreicher Katalog an Soldaten, Fahrzeugen, Effektoren und Sensoren kann mit spezifischen Objekten und derer programmierten Eigenschaften ergänzt werden. All das ermöglicht das Modellieren von vielfältigen, operationsübergreifenden Szenarien, welche standortunabhängig über ein Netzwerk durchgeführt werden können.

AI in Simulationsumgebungen

Wie in so vielen anderen Bereichen, ist die künstliche Intelligenz auch hier ein Wegbereiter für neue Möglichkeiten. Soldaten, Züge oder Kompanien können komplett durch sogenannte «AI Agenten» ersetzt werden, welche Kommandos automatisch ausführen. Das personalintensive Training höherer Kader oder die Überprüfung einer Doktrin würde damit deutlich vereinfacht.

Im Testlabor von armasuisse W+T werden diese neuartigen Simulationsumgebungen bezüglich ihrer Tauglichkeit hinsichtlich Streitkräfteentwicklung (CD&E), Einsatzunterstützung sowie Ausbildung und Training untersucht und schlussendlich beurteilt. Es geht darum herauszufinden, was die neuartigen Produkte können und wie man sie sinnvollerweise vernetzen sollte um eine Vielzahl verschiedener Anwendungen abdecken zu können. Die Erkenntnisse und Vorschläge werden anschliessend in Zusammenarbeit mit dem Kommando Ausbildung in das Simulationskonzept der Armee einfliessen um eine Beurteilung dieser Technologien bereits in der Konzeptphase zu ermöglichen.