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«Lab as a Service» in Testumgebung umgesetzt

Kommunikations- und Führungssysteme müssen Informationen ohne Verzug über alle Führungsstufen hinweg zur Verfügung stellen. Mit Evaluationen und Erprobungen werden die militärischen und gesetzlichen Anforderungen an die Systeme sichergestellt. Dank «Lab as a Service» können diese Evaluationen nun schneller und ressourcenschonend umgesetzt werden.

29.09.2020 | Fachbereich Kommunikation und elektromagnetischer Schutz, Dr. Raphael Rolny

Mit Servern und Netzwerken verbundener Computer. In einer Gedankenwolke über dem Server sind militärische Komponenten miteinander verbunden.
Dank «Lab as a Service» können komplexe Kommunikationsnetze bequem aus der Ferne gesteuert werden.

Werden Kommunikationssysteme in der heutigen Zeit evaluiert, müssen diese auf verschiedene Kriterien überprüft werden. Dazu zählen beispielsweise

  • die Skalierung: Vergrösserung der Netzwerke auf das gesamte Einsatzgebiet der Schweiz
  • die Degradation: Verhalten verbleibender Systeme, wenn Teile eines Netzwerkes ausfallen
  • und das dynamische Verhalten von grossen Netzwerken.

Eine Prüfung dieser Kriterien bedingt komplexe Testszenarien in sehr grossen Netzwerken.

Solche komplexe Testszenarien sind nur in einer automatisierten Testumgebung mit virtuellen, softwarebasierten Emulationen, also die Nachahmung der Funktionen von echten Systemen durchführbar, da diese so in grosser Zahl auf einem Computerserver betrieben und global gesteuert werden können.

Die Kombination derartiger virtueller Systeme mit einigen echten Hardwaregeräten erlaubt dabei die Realisierung von grossen Netzwerken, die sich realitätsgetreu verhalten. Die Koordination bzw. Orchestrierung solcher Testszenarien wäre «von Hand» nicht überblickbar und der Einsatz einer Vielzahl echter Kommunikationssysteme ist in der Evaluationsphase nicht wirtschaftlich.

Der Fachbereich Kommunikation und elektromagnetischer Schutz von armasuisse Wissenschaft und Technologie hat nun das so genannte «Lab as a Service» Konzept in einer eigens entwickelten Testumgebung erfolgreich für aktuelle Evaluationen und Erprobungen umgesetzt. Mit dieser aus der Ferne steuerbaren Infrastruktur werden folgende Hauptziele erreicht:

  • Realisierung von grösseren Netzwerken mit der Kombination von virtuellen und echten Komponenten
  • Massive Reduktion der benötigten materiellen sowie personellen Ressourcen für die Durchführung der Testszenarien
  • Verminderung des Aufwandes um die Tests zu wiederholen

Der grosse Vorteil dieses Konzepts liegt darin, dass die benötigte Infrastruktur, insbesondere Computerserver, so ausgebaut werden kann, dass Tests und Erprobungen von überall durchführbar sind. Diese fanden bisher nur vor Ort im Labor oder auf dem Feld statt. Dank der Möglichkeit einer Fernsteuerung ist es nun möglich, die Erprobungen auch aus dem Home-Office durchzuführen. Dies war in den letzten Monaten eine gewinnbringende Erfahrung, welche sich positiv auf die aktuelle Evaluation auswirkte.

Diese neue Testumgebung wird es zukünftig erlauben, die gesamte Telekommunikationsinfrastruktur der Armee inklusive zukünftiger Anwendungen und Führungsinformationssysteme projektübergreifend zu untersuchen. Dies wird den Vorteil haben, dass verschiedene Kommunikationssysteme gemeinsam im Verbund anstelle einzeln getestet werden können. Auch weitere Systeme sollen später so getestet und evaluiert werden.