Das Flight Test Center führt die Flugerprobungen an allen Systemen der Schweizer Eidgenossenschaft aus. Diese umfasst Kampf- und Propellerflugzeuge, Transport- und Schulungshelikopter, Staatsluftfahrzeuge des Lufttransportdienstes des Bundes (LTDB), unbemannte Luftfahrzeuge und bodengestützte Systeme zu Gunsten der Flugbetriebsinfrastruktur. Weiter unterstützt das Flight Test Center das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit Flugerprobungen im Rahmen von Musterzulassungen von neuen oder geänderten Luftfahrzeugen.
Ziel und Auftrag der Flugerprobung ist, Luftfahrzeuge, Ausrüstungen und Systeme im Flug auf Lufttüchtigkeit, Leistung und Funktion zu überprüfen. Diese Tests werden von Teams bestehend aus Testpiloten, Flight Dispatch, Flugversuchsingenieuren, Spezialisten des Testflugbetriebs und der Flugversuchsinfrastruktur durchgeführt.
Das Flugerprobungsteam entwickelt für die Aufträge umfassende Flugversuchsprogramme. Ein effizientes Risikomanagement ist substantieller Bestandteil davon. Die Testergebnisse dienen der Einhaltung sowie Verbesserung der Sicherheit und Effizienz von Luftfahrzeugen, Systemen und Ausrüstungen. In Flugversuchsberichten werden die Ergebnisse zusammengefasst und entsprechende Empfehlungen (Abnahme, Zulassung, Limitationen, Normal- und Notverfahren) ausgesprochen.
Flugerprobungen werden in der Schweiz zu Gunsten von Behörden wie armasuisse für Beschaffungen, der Military Aviation Authority (MAA) für militärische, und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) für zivile Zulassungen benötigt.
armasuisse führt bei militärischen Flugzeugen und Systemen für die behördennahe Industrie Entwicklungs- und Produktionsflüge durch. Dadurch ergeben sich grosse Synergien, Zeit- und Kosteneinsparungen. Die Mehrheit der Ressourcen werden für armasuisse Aufträge im Bereich der Flugerprobung (Evaluation, Entwicklung, Qualifikation/Zulassung, Abnahme) verwendet.
Durch die Bündelung der Kompetenzen im Fachbereich Flugerprobung wird eine minimale kritische Organisationsgrösse erreicht, welche gesamthaft effiziente, kostenbewusste und nachhaltige Flugerprobungen sicherstellt.
Die Ergebnisse der Flugerprobung bilden Entscheidungsgrundlagen für die Beschaffungs- und Zulassungsbehörden, gewährleisten die Sicherheit und steigern die Effektivität der Luftfahrtsysteme.
Personal Flight Test Centers
Flugerprobung ist eine ausgesprochene Teamarbeit und wird von verschiedenen Spezialisten aus mehreren Teams sichergestellt. Die unterschiedlichen Aufgabengebiete arbeiten Hand in Hand und können nur gemeinsam erfolgreich Flugversuche planen, vorbereiten, durchführen und dokumentieren.
Die Aufgaben des armasuisse Flight Dispatch bestehen in der Koordination und Absprache mit den beteiligten Organisationseinheiten (Luftwaffe, Flugsicherung, Einsatzzentrale, interne Stellen), um die für die Flugerprobungen notwendigen Ressourcen (Flugzeuge, Lufträume, Bewilligungen) zur Verfügung zu haben.
Flugversuche werden mehrheitlich in der Schweiz durchgeführt. Für Missionen im Ausland müssen zusätzlich diplomatische Bewilligungen, internationale Flugpläne, Zoll, Landebewilligungen sowie das Handling der Flugzeuge am Boden organisiert werden.
Aufgabe der Testpiloten ist die umfassende und sichere Erprobung von Luftfahrzeugen und Systemen. Diese Flugtests umfassen die Überprüfung der Lufttüchtigkeit (beispielsweise Sicherheit, Stabilität, Manövrierfähigkeit), der Leistung und Funktion. Sie testen neue oder modifizierte Flugzeuge, Helikopter, Drohnen, Systeme und Ausrüstungen, oder entwickeln neue Flugverfahren. Mit den im Erprobungsprogramm definierten Flugmanövern untersuchen sie das Verhalten der Luftfahrzeuge und Systeme unter den geforderten Bedingungen.
Testpiloten sind auf Helikopter, Drohnen und Jetflugzeuge spezialisiert. Propellerflugzeuge werden von allen Testpiloten geflogen.
Aufgabe der Flugversuchsingenieure ist die Planung, Durchführung und Auswertung von Flugversuchen. Sie entwickeln mit den Testpiloten die Testpläne und bestimmen die erforderliche Ausrüstung und Instrumentierung. Während Flugtests überwachen sie in Echtzeit die Daten und analysieren diese anschliessend. Sie identifizieren Probleme, entwickeln Lösungen und tragen so zur kontinuierlichen Verbesserung der Leistung und Sicherheit von Flugzeugen bei.
Die Rolle des Flugversuchsingenieurs während der Flugerprobung erfordert technisches Know-how, eine gründliche Analysefähigkeit und die Fähigkeit in einem interdisziplinären Team zu arbeiten. Flugversuchsingenieure sind spezialisiert auf Helikopter, Drohnen und Jetflugzeuge. Allen gemeinsam sind die Propellerflugzeuge.
Aufgabe des Testflugbetriebs ist die Vorbereitung der Flugzeuge. Dies umfasst die Wartung der Flugzeuge, die Überprüfung der Systeme und Instrumente sowie die Erstellung der geforderten Konfiguration. Sie bestätigen mit der Unterschrift in den Arbeitsrapporten den einwandfreien Zustand der Flugzeuge und Systeme und die Konformität zu den Testanforderungen. Sie sind für Bereitstellungs- und Betriebsarbeiten an verschiedenen Flugzeugtypen der Schweizer Luftwaffe sowie für die Flugzeuge der armasuisse qualifiziert. Für neue oder geänderte Luftfahrzeuge und Systeme entwickeln sie die Bereitstellungsvorschriften mit.
Aufgabe der Flugversuchsinfrastruktur ist der Betrieb der Testsysteme am Boden und in der Luft. Diese Systeme decken weite Bereiche des elektromagnetischen Spektrums ab. So können sowohl Kommunikationssysteme getestet, als auch Bedrohungen im Bereich der elektronischen Kriegsführung simuliert werden. Dazu betreibt das Team verschiedene portable oder fix installierte Emitter und Messsysteme.
Der Einsatz der Flugversuchsinfrastruktur richtet sich nach den spezifischen Anforderungen der Flugversuche und der zu testenden Luftfahrzeuge. Die während der Tests gesammelten Daten werden anschliessend aufbereitet sowie analysiert und fliessen in die Erprobungsberichte ein.
Um die täglichen Arbeiten im Flight Test Center zu erledigen, werden Jets, Helikopter und Propellerflugzeuge der Schweizer Luftwaffe verwendet. Für das breite Aufgabengebiet sind zusätzlich weitere spezielle Flugzeuge nötig. Jedes davon erfüllt spezifische Zwecke und ist für verschiedene Einsatzarten geeignet.
Das Flugzeug wird primär für Versuche und sekundär für Personentransporte, Trainings und Ausbildung genutzt. Für Versuche kann das Flugzeug mit zusätzlichem Equipment ausgerüstet werden. Dies zum Beispiel für die Kommunikation (Daten- und Funkübertragung) oder zur Erfassung zusätzlicher Flugparameter. Zum Einsatzgebiet gehören auch Zieldarstellungen und Flüge für die Kalibration von Radarsystemen.
Gut zu wissen:
Das Flugzeug kann dank der Druckkabine auf 30’000 Fuss (ca. 9100 Meter) steigen und, falls es für die Mission nötig ist, über acht Stunden in der Luft bleiben.
Der HB-FOG wurde als 34. PC-12 im Jahr 1995 hergestellt und diente der Firma Pilatus als EAGLE Demonstrator. Das Flugzeug wurde 2001 von armasuisse erworben.
Das zweimotorige Flugzeug wird primär für Versuche zugunsten des Aufklärungsdrohnensystems 15 (ADS 15) eingesetzt. Je nach Mission kann das Flugzeug umkonfiguriert und zum Beispiel mit extern angebauten Sensoren (beispielsweise Radar, Wärmebildgerät, Datalink) ausgerüstet werden. In seiner Basiskonfiguration bietet das Flugzeug Platz für bis zu vier Personen. Je nach eingebauter Missionsausrüstung reduziert sich diese Zahl und der Flieger kann dann eventuell nur noch den Piloten aufnehmen.
Gut zu wissen:
Die DA-42 kann für den «Optional Piloted Aircraft» Betrieb (OPA) mit einem mechanischen Autopiloten ausgerüstet werden, welcher vom Boden aus gesteuert den Steuerknüppel und die Pedale betätigt.
Das Flugzeug wird primär für Versuche und sekundär für Personentransporte, Trainings und Ausbildung genutzt. Für Versuche kann das Flugzeug mit zusätzlichem Equipment ausgestattet werden. Dies zum Beispiel für die Kommunikation (Daten- und Funkübertragung) oder zur Erfassung zusätzlicher Flugparameter. Das Flugzeug wird auch für die Zieldarstellung von Systemen zur Erkennung von anderen Luftfahrzeugen verwendet.
Gut zu wissen:
Das Flugzeug kann mit Zusatztanks unter den Flügeln ausgestattet werden um die Reichweite und die Flugzeit zu verdoppeln.
Der HB-FCF wurde 1966 gebaut und 1967 von der damaligen KTA (Vorgängerorganisation von armasuisse) übernommen.