«Eine von uns» : Andrea Bürgi
Cyberbedrohungen entwickeln sich laufend weiter und damit auch die Anforderungen an die Informationssicherheit. Mit ihrem juristischen Hintergrund und ihrer Begeisterung für dieses Fachgebiet fand Andrea ihren Weg in ein spannendes und zukunftsweisendes Arbeitsfeld. Als Informationssicherheitsbeauftragte und ab August 2026 als Leiterin des Teams Informationssicherheit (CISO) bei armasuisse gibt sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag und spricht über die Herausforderungen, welche die Informationssicherheit heute und in Zukunft prägen.
Joel Ess, Fachbereich Kommunikation, Strategischer Stab

- Name: Andrea Bürgi
- Alter: 38
- Funktion: Leiterin des Teams Informationssicherheit / CISO / Stv. Leiterin des Fachbereichs Integrale Sicherheit (ab 01.08.2026)
- Bei armasuisse seit: Januar 2025
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus, und was macht ihn abwechslungsreich oder spannend
Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. Zu meinen Aufgaben gehört die Weiterentwicklung unseres Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) nach ISO/IEC 27001. Dazu zählen unter anderem die Planung und Durchführung von Audits, die Erstellung von Vorgabedokumenten sowie die Sensibilisierung und Beratung der Mitarbeitenden von armasuisse. Zudem befasse ich mich mit dem Risiko- und Vorfallmanagement. Ich beobachte neue Bedrohungen, technologische Entwicklungen und Trends im Bereich der Informationssicherheit. Deshalb ist kein Tag wie der andere.
Wie arbeiten die verschiedenen Bereiche der Integralen Sicherheit (Informations-, Objekt- und Arbeitssicherheit) im Alltag zusammen?
Die verschiedenen Bereiche der Integralen Sicherheit arbeiten eng zusammen. So stellt beispielsweise die Objektsicherheit einen Teilbereich der physischen Sicherheit dar. Diese wiederum ist ein wichtiger Bestandteil der ISO/IEC 27001-Norm. Im Rahmen interner Audits kann das Team Informationssicherheit in Zusammenarbeit mit der Objektsicherheit überprüfen, ob armasuisse an ihren verschiedenen Standorten den Vorgaben der ISO/IEC 27001 nachkommt.
Wie bereitet sich armasuisse auf Krisen oder Notfallsituationen vor, damit wichtige Abläufe weiterhin funktionieren?
Gemäss ISO/IEC 27001 müssen wir die Geschäftskontinuität mit wirksamen Notfall- und Wiederanlaufplänen sicherstellen. Regelmässige Krisen- und Notfallübungen helfen uns, diese Pläne zu testen und kontinuierlich zu verbessern.
Leute in der Informationssicherheit arbeiten normalerweise in einer Bank oder ähnlichen Branchen. Warum hast du dich für armasuisse entschieden?
Schon während meines Jurastudiums war für mich klar, dass ich in der Bundesverwaltung arbeiten möchte. Deshalb spezialisierte ich mich auf das öffentliche Verwaltungsrecht. Nach Stationen bei der Bundesanwaltschaft und dem Polizeiinspektorat der Stadt Bern arbeitete ich zunächst als Juristin und heute als Informationssicherheitsbeauftragte bei armasuisse. Ab August 2026 übernehme ich die Leitung des Teams Informationssicherheit als CISO.
Du bist Juristin. Warum arbeitest du heute als ISBO bzw. ab August 2026 als CISO in der Armasuisse?
Ich bin keine typische Juristin. Ursprünglich komme ich aus den Naturwissenschaften, wechselte aber während des Studiums zur Rechtswissenschaft. Schon damals wollte ich in einem interdisziplinären Umfeld arbeiten, das Recht, IT und Technik verbindet. Dadurch spezialisierte ich mich zunehmend auf Datenschutz und Informationssicherheit und beriet meine Kolleginnen und Kollegen nicht nur rechtlich, sondern auch technisch. Schliesslich absolvierte ich einen MAS in Cybersecurity. Je mehr ich mich mit diesem Fachgebiet beschäftigte, desto klarer wurde mir, dass ich in diesem Bereich beim Bund arbeiten möchte.
Du bist die Erfinderin von Captain Cyber und Captain Security. Was war der Grund, dass du diese Figuren ins Leben gerufen hast?
Informationssicherheit ist ein abstraktes und eher trockenes Thema, das nicht bei allen auf gleich grosse Begeisterung stösst. Gerade in unserem sensiblen Umfeld hat sie jedoch einen sehr hohen Stellenwert. Umso wichtiger ist es, dass wir die Mitarbeitenden gezielt schulen und sensibilisieren. Mein Ziel ist es, das Thema einfach, spannend und fachlich korrekt näherzubringen. Aus diesem Grund habe ich die beiden Security-Awareness-Maskottchen Captain Cyber und Captain Security erfunden.
Was war bisher dein persönliches Highlight oder ein besonders prägender Moment bei armasuisse?
In den vergangenen anderthalb Jahren durfte ich einige besondere Momente erleben. Einer dieser Momente war das erfolgreiche Bestehen des ISO/IEC 27001-Rezertifizierungsaudits im Herbst 2025. Besonders gefreut hat mich auch, die beiden von mir erfundenen Security-Awareness-Maskottchen erstmals im Rahmen einer Security-Awareness-Kampagne zu sehen. Ich freue mich ausserdem sehr, dass ich ab dem 01. August 2026 die Leitung des Teams Informationssicherheit übernehmen darf.
Was überrascht dich als Profi noch heute in Bezug auf die Sicherheit?
Mich überrascht immer wieder die Geschwindigkeit, mit der sich neue Technologien und Bedrohungen weiterentwickeln. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass viele erfolgreiche Angriffe nach wie vor menschliche und organisatorische Schwachstellen ausnutzen und nicht primär technische.
Was gibt dir ausserhalb der Arbeit am meisten Energie oder Ausgleich? Gibt es Hobbys oder Aktivitäten, die dir besonders wichtig sind?
Ich verbringe meine Freizeit gerne in der Natur. Sei dies mit meinen drei Papillon-Hunden Benny, Merlyn und Herkules oder mit meiner Kamera, um Wildtiere zu fotografieren. Daneben bilde ich mich auch gerne weiter. Es ist daher nicht erstaunlich, wenn man mich mit Kursunterlagen oder einem Fachbuch auf der Sonnenliege sieht.
