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«Kundenzufriedenheit steht an oberster Stelle»

Der Kompetenzbereich Luftfahrtsysteme von armasuisse ist verantwortlich für das Flugmaterial der Schweizer Luftwaffe und begleitet deren Projekte in allen Phasen des Rüstungsablaufes. Aufgrund von stetig steigenden Ansprüchen seitens Politik und Öffentlichkeit und den damit verbundenen veränderten Bedürfnissen entwickelt sich der Bereich weiter. Ab 2023 agiert der Kompetenzbereich in einer neuen Organisation. Peter Winter, Leiter Kompetenzbereich Luftfahrtsysteme und Programmleiter Air2030, erzählt im Interview vom Prozess der Reorganisation.

Samanta Leiser, Fachbereich Kommunikation, Kompetenzbereich Ressourcen und Support

Peter Winter, Leiter des Kompetenzbereiches Luftfahrtsysteme und Leiter des Programms Air2030
Peter Winter, Leiter des Kompetenzbereiches Luftfahrtsysteme und Leiter des Programms Air2030

Peter, was hat Dich dazu bewogen, den Kompetenzbereich Luftfahrtsysteme neu zu organisieren?

Ich finde es wichtig, dass man sich kontinuierlich hinterfragt und weiterentwickelt. Im Kompetenzbereich Luftfahrtsysteme waren die zunehmenden Vorgaben in der Projektabwicklung, die erhöhte Komplexität von Luftfahrtsystemen und deren Verbund sowie die stetig steigenden Ansprüche aus der Politik und Öffentlichkeit, die zu veränderten Bedürfnissen und Anforderungen führen, ausschlaggebend für den Entscheid zur Neuausrichtung.

Inwiefern hat das Programm Air2030 zu diesem Entscheid beigetragen?

Bereits 2016 war eine Weiterentwicklung unseres Kompetenzbereichs geplant. Da aber in diesem Jahr das Programm Air2030 neu dazu kam und wir dafür eine Fachgruppe gebildet haben, wurde auf die Reorganisation verzichtet. Ab Anfang 2022 haben wir uns dann wieder mit der Organisationsweiterentwicklung beschäftigt. Die Reorganisation haben wir mit dem Typenentscheid des neuen Kampfflugzeugs und dem neuen System für die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite kombiniert. Das heisst, mit dem Übergang des Programms Air2030 von der Evaluations- in die Realisierungsphase wurde die Projektführung synchron den neuen Fachbereichen übergeben.

Wie wird sich der Kompetenzbereich Luftfahrtsysteme mit der Neuausrichtung verändern?

Der Kompetenzbereich ist neu nach prozess- und fähigkeitsbezogenen Fachbereichen ausgerichtet und nicht mehr wie bis anhin systemorientiert organisiert. Im Übergangsjahr 2023 müssen sich die neuen Fachbereiche nun etablieren. Ziel ist es, dass wir in all unseren Bereichen noch professioneller werden. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die Projektleiter ein, die in ihrem Bereich spezialisiert sind und hochprofessionell planen, führen und kommunizieren.

Wie schaut für Dich eine erfolgreiche Reorganisation aus?
Die Kundenzufriedenheit steht dabei an oberster Stelle. Das heisst, Kunden, Partner und Auftraggeber sollen keinen Leistungsabfall, sondern eine Leistungssteigerung erfahren. Zudem ist es essentiell, Rücksicht auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu nehmen. Sie müssen sich mit der neuen Organisation identifizieren können und sich im neuen Umfeld wohl fühlen. Und schliesslich möchte ich unsere Erfahrungen und Erkenntnisse mit der Unternehmensleitung teilen, damit wir quasi ein Vorreiter für die Weiterentwicklung anderer interner Bereiche sein können. Zusammengefasst betrachte ich eine Reorganisation demnach als Erfolg, wenn die Kunden und Mitarbeitenden zufrieden sind, das Geschäft besser läuft als zuvor und sich andere nach unserem Beispiel weiterentwickeln – also, wenn sie armasuisse weiterbringt.

Wo möchtest Du mit Deinem Bereich in drei Jahren stehen?

Ich möchte von zufriedenen Kunden und Mitarbeitenden sowie anderen Kompetenzbereichen, die sich in dieselbe Richtung wie wir entwickelt haben, umgeben sein. Wichtig ist mir, nicht stehen zu bleiben, sondern uns stetig weiterzuentwickeln und uns dem schnellen Technologiewandel und der Digitalisierung anzupassen. So werden wir künftig vielleicht agile Methoden anwenden oder mit adaptivem Projektmanagement arbeiten. Dazu sollen sich auch unsere Projektleiter professionell weiterentwickeln und nach wie vor motivierte Leader sein.

Kurzporträt

Peter Winter (53) ist Inhaber eines Executive Master of Business Administration (MBA) der Universität St. Gallen und ist diplomierter Elektroingenieur (FH). Er trat 1997 in die heutige armasuisse ein. Davor war Peter Winter als technischer Projektleiter für die Chemie in Basel tätig. Über verschiedene Projektleiterfunktionen in der Beschaffung von Flugmaterial sowie Führungssystemen war er auch Gesamtprojektleiter für das Grossprojekt Florako, das Luftraumüberwachungs- und Einsatzsystem der Luftwaffe. Peter Winter ist zertifizierter Projektleiter A der International Project Management Association (IPMA). 2009 übernahm er die Leitung des Kompetenzbereiches Luftfahrtsysteme bei armasuisse. Seit 2017 ist er zudem Leiter des Programms Air2030.