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«Wenn aus einer Leidenschaft der Beruf wird»

Benjamin Mazenauer ist verantwortlich für die Beschaffung von geschützten Radfahrzeugen und Spezialfahrzeugen und trägt dadurch eine besonders wichtige Rolle beim Projekt «Veloförderung». Wieso ihm das Projekt sehr am Herzen liegt und welche besonderen Herausforderungen damit verbunden waren, erfahren Sie im Interview.

Joller Romy, Fachbereich Kommunikation, Ressourcen und Support

Benjamin Mazenauer schiebt sein Velo über einen grossen Platz, trägt den Helm unter dem Arm und lächelt in die Kamera.
Benjamin Mazenauer, Projektleiter geschützte Radfahrzeuge und Spezialfahrzeuge

Wieso liegt Ihnen das Projekt Veloförderung besonders am Herzen? Was verbinden Sie damit?

Ich bin bei der armasuisse verantwortlich für die Beschaffung von geschützten Radfahrzeugen und von Spezialfahrzeugen. Ein unglaublicher Gegensatz, den ich in meiner täglichen Arbeit sehr zu schätzen weiss. Als begeisterter Mountainbiker und «Gümmeler», habe ich das Privileg, meine Leidenschaft immer wieder aufs Neue in meinen Beruf integrieren zu können.

Als wir die Anfrage bezüglich dem Projekt Fahrradförderung erhalten haben, wussten wir bereits, dass alles sehr schnell aber dennoch prozessual korrekt durchgeführt werden muss. Mein Projektteam hat keine Sekunde gezögert. Wir wussten was zu tun war und dass wir uns bedingungslos aufeinander verlassen können. Dies ist die wichtigste Essenz in so einem Projekt.

Wie war die Zusammenarbeit mit PubliBike und Rent a Bike zustande gekommen?

Auf Basis der Nutzeranforderungen haben wir eine Marktanalyse durchgeführt. Diese hat aufgezeigt, dass die Anforderungen nur mit einschneidenden Kompromissen von einer einzelnen Firma erfüllt werden können. Aus diesem Grund haben wir zwei voneinander unabhängige Pilotprojekte gestartet:

Einerseits suchten wir ein Sharing-Anbieter für E-Bikes >25 Km/h für Langstrecken. Daneben suchten wir eine Lösung zur Miete von E-Bikes<25 Km/h für die Kurzstrecken.

Auf dieser Basis haben wir mittels Einladungsverfahren diverse Firmen angefragt.

Bei Rent a Bike war das Kosten-Nutzen-Verhältnis nach abschliessender Nutzwertanalyse am geeignetsten. Im Verlaufe des Pilots erwies sich die Zusammenarbeit mit Rent a Bike als äusserst unkompliziert, dienstleistungsorientiert und professionell.

PubliBike bietet in der Stadt Bern und Umgebung ein flächendeckendes Netz an E-Bikes <25 Km/h sowie normalen Fahrrädern an und konnte sich mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis gegen die übrigen Bewerber durchsetzen.

Welches waren besondere Herausforderungen bei dem Projekt?

Die vielen Anspruchsgruppen der diversen Bundesämter. Die verschiedenen teils divergenten Ansprüche an das Endresultat und vor allem die Tatsache, dass jeder, der in diesem Projekt mitarbeitete selbst ein Spezialist in Sachen Fahrrädern ist. Ich war demnach mit ca. 20 Projektleitern konfrontiert.

Dass das Projekt direkt von den beiden Bundesrätinnen injiziert wurde, machte es sowohl interessant, als auch äusserst delikat, da diesbezüglich bundesübergreifend ein sehr grosses, öffentliches Interesse besteht. Zudem konnten die zeitlichen Vorgaben durchaus als sportlich bezeichnet werden.

Machen Sie persönlich Gebrauch von den Angeboten zur Veloförderung? Nutzen Sie Rent-a-Bike oder PubliBike für Ihre berufliche Mobilität oder doch lieber Ihr persönliches Velo?

Ich benutze PubliBike für Kurzstrecken. In Zeiten von Covid-19 hat sich für mich diese Lösung für Besuche im näheren Umfeld als optimal herauskristallisiert. Frei vom Risiko angesteckt zu werden, empfand ich dieses neue Fortbewegungsmittel im Berufsalltag als unglaubliche Erleichterung.

Rent a Bike benutze ich für Besprechungen und Sitzungen, wenn ich länger als 5 Minuten in die Pedale treten muss.

Haben Sie jetzt im Winter auf ein anderes Transportmittel umgesattelt?

Nein, in Zeiten von Covid-19 gibt es kein geeigneteres Fortbewegungsmittel. Es gibt nur sehr viele Ausreden –die ich im Übrigen alle selbst bestens kenne und auch gelegentlich davon Gebrauch mache.

Privat empfinde ich den Zeitraum Dezember bis März als die schönste Zeit im Jahr, um Fahrrad zu fahren. Privat «cruise» ich mit dem Mountainbike durch die dafür vorgesehenen Trails in den Wäldern und führe dabei mit Kollegen gute Gespräche und geniesse einfach mal die Landschaft und die Natur. So kann ich optimal abschalten.

Was raten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen damit die Fahrräder auch während den kälteren und nassen Tage zum Einsatz kommen?

Einfach mal ausprobieren und die neu gewonnene Flexibilität erfahren.

Es gibt schlechte Kleider, aber nicht schlechtes Wetter.

Nie auf die Sicherheitskomponenten verzichten: Leuchtweste, Helm und Licht gehören zu einer Velofahrt unabdingbar dazu.

Ist Ihnen während Ihrer Velofahrten etwas Unerwartetes oder Lustiges passiert?

Ich wurde schon von Tieren überrascht – Eichhörnchen, Murmeltieren und Hirschkühen. Dies sind die unerwartet schönen Erlebnisse.

Ich machte aber auch schon Bekanntschaft mit einer Wildschweinmutter, die nicht gerade erfreut war, mich anzutreffen. Nun ja, schlussendlich war ich aber schneller.

Kurzporträt

Benjamin Mazenauer ist im Fachbereich Fahrzeuge und Stromversorgung als Projektleiter für geschützte Radfahrzeuge und Spezialfahrzeuge tätig.