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Nachhaltigkeitsbericht armasuisse 2020

Als Kompetenzzentrum für Beschaffung, Technologie sowie Immobilien hat armasuisse in ihren Tätigkeiten sowohl die ökologischen, ökonomischen wie auch sozialen Nachhaltigkeitsdimensionen zu berücksichtigen. Der Nachhaltigkeitsbericht 2020 zeigt die umweltbezogenen Entwicklungen im eigenen Betrieb sowie im Bereich der Beschaffung und der Ausserdienststellungen auf. Zudem fliessen auch bereits die ersten Massnahmen rund um das vorgesehene Klimapaket des Bundes in den Bericht ein. Die nachhaltige Entwicklung der über 7000 Immobilien des VBS im Jahr 2020 beleuchtet der demnächst separat erscheinende Jahresbericht von armasuisse Immobilien

Nadine Schröder, Fachbereich Kommunikation, Ressourcen und Support; Philip Spengler, Fachbereich Unternehmensentwicklung und Controlling, Ressourcen und Support

-50% Altpapier, -4% Treibstoffverbrauch bei der PW-Dienstflotte armasuisse und +13% Lieferant im Textilbereich, welche nachhaltige Zertifikate besitzen.

 

In Anlehnung an das VBS-Motto «Ein modernes, effizientes Departement ist auch ein ökologisch verantwortungsvolles Departement» nimmt armasuisse ihre Umweltverantwortung wahr. Das im 2019 angekündigte Klimapaket zur Senkung des Treibhausgas-Ausstosses und die damit verbundenen Massnahmen haben sich bereits positiv im Nachhaltigkeitsbericht 2020 von armasuisse ausgewirkt. Für armasuisse bedeutet das Vorhaben, dass sie ihre CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2001 um 40 Prozent reduziert. armasuisse ist gemäss den Normen ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) sowie neu auch bzgl. der Norm ISO 27001 (Informationssicherheitsmanagement) zertifiziert.

Kaum überraschend ist es, dass die Corona-Pandemie den Nachhaltigkeitsbericht 2020 stark prägt. Ein prominentes Beispiel ist der massive Rückgang der Flugreisen. Im 2020 sind die armasuisse-Mitarbeitenden 3'395'093 Kilometer weniger geflogen. Dies entspricht einem Rückgang von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang ist insbesondere auf die geschlossenen Grenzen, aber auch auf die Anweisung «Zug statt Flug» zurückzuführen, welche im Rahmen des Klimapakets erlassen wurde. Ebenso lassen sich beim Treibstoffverbrauch der PW-Dienstflotte von armasuisse ein Rückgang von vier Prozent und bei der Menge an Altpapier ein Rückgang von rund 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnen.

Ein kleiner Makel in Sachen Energieeffizienz stellen die Einsatzfahrzeuge dar, welche armasuisse für das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) beschafft hat. Aufgrund einsatzbedingter Anforderungen an die Fahrzeuge wie Allradantrieb, grosse Nutzlast sowie Autonomie im Betrieb, erhöhte sich der CO2-Austoss der beschafften Personen- und Lieferwagen bis 3.5 Tonnen Gesamtgewicht um 20 Prozent. Betrachtet man diese Zahlen jedoch übergreifend lässt sich erkennen, dass mit dieser Anschaffung ältere und ineffizientere Modelle abgelöst werden und sich somit die Umweltbilanz der im Einsatz stehenden Flotte insgesamt verbessert. Die neuen Modelle und die klaren Vorgaben bewirken, dass die Bundesverwaltung bei den Fahrzeugen bis 3.5 Tonnen grundsätzlich nur noch Fahrzeuge mit alternativem Antrieb beschaffen kann. Es darf künftig also ein Rückgang der CO2-Emissionen bei den zu beschaffenden Personenwagen erwartet werden.

Nachhaltigkeit in der Entsorgung

Doch nicht nur die Beschaffung, sondern auch die Ausserdienststellung und die Weiterverwendung eines einst beschafften Gutes hat nach gesetzlichen Vorgaben zu erfolgen. Bereits bei der Beschaffung müssen die Beschaffenden an die spätere Entsorgung denken, indem sie auf einer Umweltcheckliste die Umweltrelevanz der Entsorgung mitbeurteilen und die logistischen Stammdaten und umweltrelevanten Daten für den Entsorgungsprozess erfassen. Als Beispiel dient hier die Entsorgung von Munition: Insgesamt hat armasuisse im letzten Jahr 1’100 Tonnen Munition und Munitionsrückstände entsorgt. Davon wurden 970 Tonnen Metalle und Sprengstoffe recycliert - also dem Rohstoffmarkt zugeführt. Weitere 130 Tonnen an Treibladungspulver, Karton und Kehricht wurden verbrannt, um mit der dadurch gewonnenen Energie das Areal mit Fernwärme zu versorgen. Zirka ein Viertel der durch die Entsorgungsarbeiten generierten Kosten, konnte durch den Verkauf von Rohmaterialien, wie verschiedenste Metalle und Sprengstoffgeneraten, gedeckt werden. Zudem räumt armasuisse die Munitionsrückstände auf den Schiessplätzen regelmässig und systematisch weg, womit ebenfalls ein wertvoller Beitrag an den Umweltschutz und die Personensicherheit geleistet wird.

Ein Blick in die Zukunft

Sowohl die Umsetzung des Klimapakets als auch die übrigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmassnahmen, welche sich die armasuisse jährlich vorgibt, verbessern die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit kontinuierlich. Auch führt der digitale Wandel und die damit verbundene technische Entwicklung dazu, dass immer effizientere Systeme auf den Markt kommen. Wir können davon ausgehen, dass der Trend der virtuellen Meetings bestehen bleibt und sich die Reisen sowie insbesondere die Flugreisen weiterhin auf ein Minimum beschränken. Die Digitalisierungs-Strategie, welche aktuell in Erarbeitung ist, wird ab 2021 weitere Massnahmen generieren, damit armasuisse noch umweltfreundlicher handeln kann. Nicht zuletzt trägt das revidierte Beschaffungsgesetz, welches per 2021 in Kraft getreten ist, dazu bei, im sozialen und ökologischen Bereich weitere Fortschritte zu machen. Es ermöglicht den Beschaffenden mehr Möglichkeiten zur nachhaltigeren Beschaffung, in dem sie nebst dem Preis beispielsweise auch die Arbeits- und Umweltschutzbedingungen bei der Leistungs- und Auftragsvergabe stärker berücksichtigen können.

Nachhaltigkeitsbericht armasuisse 2020