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Ein Blick in die Zukunft der elektrifizierten Mobilität des VBS

Der Bundesrat hat 2019 mit dem «Klimapaket Bundesverwaltung» einen ehrgeizigen Fahrplan entwickelt, um die Treibhausgas-Emissionen in der Bundesverwaltung zu senken. Jede Verwaltungseinheit der Bundesverwaltung ist verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2030 deutlich zu reduzieren. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die Elektrifizierung der Verwaltungsfahrzeuge und der parallele Aufbau einer effizienten Ladeinfrastruktur.

Immobilien, Fachbereich Umweltmanagement, Normen und Standards, Cédric Fridez | Landsysteme, Fachbereich Kommerz Order, Kurt Etter

Kurt Etter und Cédric Fridez stehen an der Tramhaltestelle beim Guisanplatz. Im Hintergrund sieht man das armasuisse Areal VZ G1.

 

Kurt Etter und Cédric Fridez arbeiten bei armasuisse in den Bereichen Landsysteme und im Immobilienmanagement. Wir haben bei Ihnen nachgefragt, wie es um die Zukunft der E-Mobilität im Departement VBS steht.

Herr Etter, warum elektrifiziert der Bund gerade jetzt einen Teil seines Fahrzeugparks?

Der Bund ist sich seiner Vorbildrolle bewusst. Er will die Zukunft durch aktives Handeln gestalten, deshalb gilt bei der Fahrzeugflotte neu der Grundsatz, dass hauptsätzlich rein elektrisch betriebene Personen- und Lieferwagen angeschafft werden. Die Ziele fordern engagiertes Handeln: Bei den neuzugelassenen Verwaltungsfahrzeugen bis 3.5 Tonnen muss bis Ende 2022 mindestens ein Anteil von 20 Prozent elektrisch betrieben sein. Zudem müssen Personenwagen grundsätzlich den beiden energieeffizientesten Kategorien angehören (Kategorie A oder B der Energieetikette des Bundesamts für Energie).

Und wie sieht der Fahrplan ab dem Jahr 2022 aus?

In den nächsten Jahren wird das Angebot an rein elektrisch betriebenen Fahrzeugmodellen auf dem Markt stetig steigen. Die Vorgabe aus dem Klimapaket für Neuzulassungen bis 2022 ist als absolute Mindestanforderung zu verstehen. Um das vom VBS erklärte Reduktionsziel von 40 Prozent CO2 zu erreichen, müssen wir konsequent auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge setzten. Für den Zeitraum 2022 bis 2025 wird der Anteil an elektrisch betriebenen Neuwagen voraussichtlich nochmals um 20 Prozent steigen, bis 2030 um weitere 30 Prozent. Somit werden in zehn Jahren mindestens 70 Prozent unserer Verwaltungsfahrzeuge voll elektrifiziert sein, was rund 2100 Elektrofahrzeugen entspricht.

Wie viele Tonnen CO2 werden dadurch eingespart? Und bietet die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte weitere Vorteile?

Wenn wir davon ausgehen, dass ein typisches Verwaltungsfahrzeug jährlich 15 000 Kilometer zurücklegt, so stösst ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug rund 2.3 Tonnen weniger CO2 aus, als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Damit lassen sich pro Fahrzeug und Jahr rund 1200 Liter Diesel oder Benzin einsparen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil der Elektrofahrzeuge (sogenannte Battery Electrical Vehicles), sind die vergleichsweise preiswerten Betriebskosten. Sie sind zudem leiser und tragen damit wesentlich zur geräuscharmen Mobilität bei. 

Herr Fridez Sie stehen vor der Aufgabe ein VBS-weites Netz mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufzubauen. Wo fängt man da überhaupt an?

Es geht darum, ein Ladenetz über den ganzen Lebenszyklus eines Elektrofahrzeugs zu planen und schweizweit aufzubauen. Ich bin Teil eines interdisziplinären Teams von armasuisse Immobilien, das sich dieser herausfordernden Aufgabe annimmt. Technisch liegen seitens der Hersteller und der Fachgremien bereits zahlreiche Empfehlungen vor, die wir auf die Bedürfnisse des VBS abgestimmt haben. Nun erproben wir die Ladeinfrastruktur in einem Pilotprojekt bis Ende 2021.

Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich aus dem Pilotprojekt und wo liegen die grössten Herausforderungen?

Das Pilotprojekt wird vom Fachbereich Baumanagement Ost an Standorten in der ganzen Schweiz umgesetzt, die möglichst unterschiedliche Anforderungen und Infrastrukturen aufweisen. Mit dem Pilotprojekt legen wir die Grundlage, um die relativ junge Technik im Betrieb zu erproben.
Die Herausforderungen des Projekts liegen in der Komplexität der zahlreichen Anforderungen. Wir müssen Unterschiedlichstes berücksichtigen, beispielsweise die Digitalisierung von Prozessen, der Abrechnung (Meter to Cash). Gleichzeitig müssen wir die Rechtssicherheit für Nutzer, Investoren und Systemlandschaften von Herstellern garantieren können. Diese Sachverhalte gilt es in kürzester Zeit zu erarbeiten, beziehungsweise aus den gemachten Erfahrungen rasch lernen. Nur so können wir die hohen Erwartungen erfüllen, die unsere Nutzer an die zukünftige Ladeinfrastruktur stellen.

Kann ich mein privates Fahrzeug zukünftig ebenfalls an den VBS-Ladestationen betanken?

Im Moment geht das noch nicht. Die dringlichste Priorität haben Fahrzeuge bis 3.5 Tonnen, die von den Angehörigen des Berufsmilitärs genutzt werden. Parallel dazu sollen ebenfalls Lademöglichkeiten für weitere Anspruchsgruppen geschaffen werden. Diese sind ebenfalls bereits Teil des zuvor genannten Pilotprojekts.

Zuletzt noch eine Frage an Sie beide: Welche Verkehrsmittel nutzen Sie persönlich im privaten und beruflichen Alltag?

Kurt Etter: Den Öffentlichen Verkehr kombiniere ich mit meinem privaten Elektroauto. Damit bin ich weiterhin so flexibel wie früher und leiste zusätzlich einen Beitrag an unsere Umwelt.
Cédric Fridez: Ich bin ein Konvertit! Aus einem überzeugten Verbrennungsmotoren-Fanatiker bin ich seit meinem Arbeitsplatzwechsel zum fast ausnahmslosen Elektrofahrzeugnutzer mutiert. Ich fahre heute hauptsächlich mit dem Zug oder allgemein mit dem Öffentlichen Verkehr zur Arbeit. Privat habe ich das E-Mountainbike für mich entdeckt, wobei der Akku möglichst erst auf der Rückfahrt einer Tour, zur Unterstützung eingeschalten wird.

Kurzporträt Kurz Etter

Kurt Etter arbeitet im Kompetenzbereich Landsysteme bei armasuisse und ist für die Beschaffung von Verwaltungsfahrzeugen und Lieferwagen bis 3.5 Tonnen Gesamtgewicht der gesamten Bundesverwaltung verantwortlich.

Kurzporträt Cédric Fridez

Cédric Fridez arbeitet bei armasuisse Immobilien im Fachbereich Umweltmanagement, Normen und Standards als Fachberater Elektro, «Messen, Steuern, Regeln, Leiten» (MSRL) und Schutz vor «Elektromagnetischen Pulsen» (EMP).


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