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«Die Arbeit in der Werkstatt war äusserst lehrreich»

Renate Schärz ist seit über sechs Jahren Projektleiterin beim Fachbereich Fahrzeuge und Stromversorgung. Wie sie dazu kam, Ingenieurin zu werden und welche besonderen Fähigkeiten es in der Rüstungsbeschaffung braucht, erzählt sie im Interview.

Fachbereich Personalmanagement, Irene Amacker

Kurzportrait

Portrait von Renate Schärz

Renate Schärz ist Projektleiterin beim Fachbereich Fahrzeuge und Stromversorgung.

Frauen in der armasuisse

Name

Vorname

Höchster akademischer Abschluss

Bei der armasuisse seit

Aktuelle Funktion seit

Schärz

Renate

BSc in Automobiltechnik

August 2014

August 2014

Renate Schärz posiert vor einem Traktor.
Renate Schärz posiert vor einem Traktor.

Frau Schärz, was war Ihre Motivation Ingenieurin zu werden?

Nach der Matura hatte ich erst einmal genug von Schule und Theorie. Ich wollte praktisch arbeiten, etwas erschaffen und zugleich verstehen, wie Dinge funktionieren. Aus diesem Grund habe ich mich für eine Berufslehre als Fahrzeugelektrikerin/Elektronikerin entschieden. Die Arbeit in der Werkstatt war äusserst lehrreich und fordernd, hat aber auch grossen Spass gemacht. Trotzdem war für mich klar, dass ich eine weiterführende Ausbildung machen möchte um noch tiefer in die Grundlagen der Mechanik, Elektrik und Fahrzeugtechnik einzutauchen.

Wurden Sie als Kind und Jugendliche in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer) speziell gefördert?

Nicht direkt. Ich bin zusammen mit drei Schwestern aufgewachsen. Ich erinnere mich, dass ich sowohl mit Puppen als auch mit Lego und ferngesteuerten Autos gespielt habe. Da mein familiäres Umfeld beruflich nichts mit Technik zu tun hatte, lag eine Ausbildung in diese Richtung nicht unbedingt nahe. Aus diesem Grund wusste ich auch lange nicht, welche berufliche Laufbahn ich einschlagen sollte.

Renate Schärz posiert mit einer Verbindungsplatte vor einem Traktor.
Renate Schärz posiert mit einer Verbindungsplatte vor einem Traktor.

Welche besonderen Fähigkeiten sind in einer Männerdomäne wie Rüstungsbeschaffung als Frau gefordert?

Ich finde es wichtig, sich selbst zu bleiben und sich nicht zu verstellen. Natürlich hilft es, die eigene Meinung äussern und allenfalls auch verteidigen zu können.

Wie viele Frauen arbeiten in Ihrem spezifischen Umfeld, und was schätzen Sie an gemischten Teams?

Im technischen Umfeld gibt es sehr wenige Frauen, aber da Projekte immer auch kommerzielle Aspekte beinhalten, sind in den Projektteams oft auch Frauen vertreten. Mir spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob ich mit Männern oder Frauen zusammenarbeite. Wichtig sind mir Teamgeist und das konstruktive Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel.

Renate Schärz zeigt einen Traktormotor.
Renate Schärz zeigt einen Traktormotor.

Was möchten Sie Frauen auf ihrem beruflichen Weg mitgeben?

Ich habe viele Frauen kennen gelernt, die sich unglaublich viele Gedanken machen und das eigene Tun ständig hinterfragen. Das kenne ich auch von mir selber. Sich selber kritisch zu hinterfragen ist sicher eine gute Sache, kann aber auch zu weit führen. Darum würde ich mir wünschen, dass Frauen mehr ausprobieren und den Mut haben, «es einfach zu tun» auch wenn es vielleicht nicht perfekt ist.