print preview

Einzigartige Mess-Infrastruktur bei armasuisse Wissenschaft und Technologie

Für technische Evaluationen und Forschungsprojekte stehen armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) verschiedenste Infrastrukturen und Labore zur Verfügung. Nachfolgend gibt Ihnen armasuisse W+T einen kleinen Einblick in ihre einzigartige Infrastruktur.

Elianne Egli, Innovation und Prozesse, Wissenschaft und Technologie

Echofreie Kammer in Thun

Modellflugzeug in der echofreien Kammer in Thun
Radarvermessungen erfolgen in der echofreien Kammer in einer möglichst störungsfreien und kontrollierten Umgebung.

Die Wände der echofreien Kammer bei armasuisse W+T in Thun absorbieren elektromagnetische Wellen fast vollständig. Diese einzigarte Eigenschaft ermöglicht es, die Abstrahlung elektromagnetischer Wellen oder deren Streuung an Objekten unter idealen und damit kontrollierbaren Bedingungen zu messen. Atmosphärische Einflüsse und die Rückstreuung durch unbeteiligte Objekte können weitgehend ausgeschlossen werden. Die erzielten Resultate sind dadurch reproduzierbar und vergleichbar. Dies ist wichtig, wenn die elektromagnetische Abstrahlung von Kommunikations- oder Aufklärungssystemen charakterisiert und vergleichbar werden sollen, aber auch bei der Bestimmung des Rückstreuverhaltens möglicher Zielobjekt

In der echofreien Kammer werden typischerweise folgende Messungen vorgenommen:

  • Radar Rückstreuquerschnitt Messungen (RCS-Messungen) (kleiner Modelle, Drohnen, Referenzkörper, militärische Fahrzeuge)
  • Messung der Antennenrichtcharakteristiken
  • Charakterisierung von Radar-Tarnmaterialien (Netze und Beschichtungen)
  • Synthetische Apertur Radar-Messungen

Antennenmessplatz Witzwil

Ein Helikopter steht auf der Drehscheibe des Antennenmessplatzes in Witzwil
Auf dem Drehteller des Antennenmessplatzes Witzwil können auch für das Innenlabor zu grosse Objekte untersucht werden.

Für Objekte, welche zu gross für die echofreie Kammer sind,  oder bei Frequenzen, welche für die vorhandene echofreie Kammer nicht geeignet sind, steht in Witzwil ein Messegelände bereit. Der Antennenmessplatz beinhaltet eine Drehscheibe, worauf grosse Objekte gestellt werden können, ein Messtrum sowie eine Messhütte. Der Antennenmessplatz eignet sich für Antennenmessungen im VHF/UHF-Frequenzbereich. Diese Anlage eignet sich für das Bestimmen von Antennen-diagrammen sowie zur Charakterisierung von Peileigenschaften.

Labor der elektronischen Kriegsführung (EKF-Labor)

Präzisionsmessgeräte und Simulatoren im EKF Labor in Thun
Dank Präzisionsmessgeräten und Simulatoren können im EKF Labor in Thun Systeme auf die Kriterien der elektronischen Kriegsführung hin untersucht werden.

Bei der elektronischen Kriegsführung (EKF) ist das Ziel, die gegnerische elektromagnetischen Ausstrahlungen zu erfassen und auszuwerten. Zu den Zielen der elektronischen Kriegsführung gehört es, durch Stören, Täuschen und Tarnen die gegnerischen Absichten zu einzuschränken. Analog zum sehr anschaulichen Bereich der optischen Tarnung und Täuschung (zBsp. Tarnanzüge oder Panzeratrappen) wird in der elektronischen Kriegsführung auch im Radar- und Funkfrequenz - Spektrum versucht den Gegner beispielsweise auf eine falsche Fährte zu locken und vom Gegner falsch gelegte Fährten zu entdecken.

Das umfangreiche und technische Instrumentarium des EKF Labors erlaubt es, Systeme auf relevante Kriterien der elektronischen Kriegsführung hin zu testen und zu untersuchen.

Zudem steht ein mobiler Messcontainer zur Verfügung in dem die verfügbaren Messgeräte zum Testen von grossen und fest installierten Einsatz-Systeme vor Ort auf dem Feld ermöglicht wird.

Optronik Labor Thun

Nahaufnahme einer optischen Kameralinse
Im Optronik Labor können optronische Geräte wie beispielsweise Feldstecher oder Wärmebildkameras vermessen werden.

Zur spezifischen Charakterisierung optronischer Geräte (wie beispielsweise Feldstecher, Restlichtverstärker usw.) und aktueller Tarnmaterialien stehen armasuisse W+T in Thun ein modern eingerichtetes Optronik Labor zur Verfügung. Darin können Licht-und Laserquellen sowie unterschiedlichste Detektoren im relevanten elektromagnetischen (EM)-Spektrum experimentell untersucht werden. Ebenso können Materialien auf deren spektroskopischen Eigenschaften geprüft.

Im Optronik Labor in Thun werden beispielsweise folgende Messungen vorgenommen:

  • Prüfen der Leistungsfähigkeit und Leistungsgrenzen moderner Nachtsichtgeräte und Infrarot (IR)-Aufklärungssysteme
  • Sicherheitsabklärungen im Bereich Laser und Hochleistungslichtquellen (beispielsweise im Bereich von Schutzbrillen vor Laserpointern).
  • Spektroskopische Untersuchungen im Bereich Tarnmaterialien (Netze, Tarnan-züge, mobile Tarnkits)

High Power Electromagnetic (HPE) Labor Spiez

Ein Radpanzer steht auf dem Aussenbereich des HPE Labors in Spiez
Im HPE Labor in Spiez können Blitzeinschläge simuliert und erzeugt werden und damit Systeme auf ihre Sicherheit untersucht werden.

Um Geräte und Systeme vor grossen elektromagnetischen Feldimpulsen und vor elektrischen (Ent-)Ladungen wie beispielsweise einem Blitzeinschlag zu schützen, können im High Power Electromagnetic (HPE) Labor in Spiez verschiedene grosse elektrische Ladungen mit HPE Bedrohungen künstlich erzeugt und simuliert werden.

Das HPE Labor verfügt über moderne Einrichtungen für nukleare elektromagnetische Impuls (NEMP)-Simulationen. Neben diesen Simulatoren bestehen gleichzeitig weitere Simulationsanlagen und Generatoren mit den passenden Messeinrichtungen um Blitz-, NEMP- und HPE-Umgebungen zu simulieren und zu messen.

Im HPE Labor in Spiez werden beispielsweise folgende Versuche und Messungen vorgenommen:

  • Sicherheitsrelevante Störfestigkeits-versuche und -untersuchungen sowohl in militärischen als auch zivilen Anwendungsgebieten von starken elektromagnetischen Feldern
  • Prüfung entsprechender Schutzmassnahmen und Messung der Schirmwirkung
  • Beurteilung von Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)-Massnahmen in Form von Site-Surveys

Explosivstofflabor

Delaborierung von Munition im Explosivstofflabor von armasuisse W+T
Sicherheit geht im Explosivstofflabor vor und es wurde daher spezifisch für den Umgang mit Explosivstoffen und Chemikalien konzipiert.

Im einzigartigen Explosivstofflabor von armasuisse W+T werden Explosivstoffe (Sprengstoffe, Treibmittel, Pyrotechnik) analysiert, Alterungs- und Stabilitätsbestimmungen vorgenommen sowie Sicherheits- und Umweltaspekte beurteilt.

Im Labor findet die sichere Delaborierung (Zerlegung) von Munition und Explosivstoffen statt. Schwerpunkte der Arbeit sind das Prüfen von Komponenten sowie die Simulation von waffen- und munitionstechnischen Vorgängen.

Weitere Informationen

Informationen zu weiteren Mess- und Erprobungsanlagen on armasuisse W+T finden Sie im Web.

Mess- und Erprobungsanlagen armasuisse W+T