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Forschungskollaborationen in der Technologiefrüherkennung

Dr. Quentin Ladetto ist Verantwortlicher für das Forschungsprogramm Technologiefrüherkennung bei armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T). Die Hauptaufgabe in der Technologiefrüherkennung ist es, zukünftige Technologien zu identifizieren und zu analysieren. Hierzu arbeitet Quentin Ladetto mit vielen verschiedenen Forschungspartnern im In- und Ausland zusammen.

Elianne Egli, Innovation und Prozesse, Wissenschaft und Technologie

Verschiedene Zahnräder, die sich ineinander fügen.

Wie bei vielen anderen Forschungsprojekten von armasuisse W+T, setzt auch Technologiefrüherkennung auf Kooperationen mit Forschungspartnern. Gemäss Quentin Ladetto basiert sein gesamtes Forschungsprogramm auf der Zusammenarbeit mit Forschungspartnern. «Zirka 60% ist aktives forschen, zirka 40% ist die Koordination, also Ideen-Austausch, Verträge aushandeln, Präsentationen halten und sicher gehen, dass alle in die gleiche Richtung ziehen». Diese Koordination sei wichtig, um möglichst effizient zu arbeiten.

Erfahrungen und Know-How ins VBS bringen

Die meisten Forschungspartner kommen aus der Akademie, sind Privatunternehmen oder kleine Start-ups. Nur durch solche Forschungskollaborationen ist es überhaupt möglich, die Erfahrungen von externen Partnern ins VBS zu holen. Bei der Technologiefrüherkennung geht es vor allen Dingen darum, Partner zu finden, die es armasuisse erlauben, eine identifizierte Technologie in ein reales Szenario zu bringen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt «Wargaming», bei dem es grob gesagt darum geht, eine Technologie zu testen, bevor diese tatsächlich existiert.

Dafür wurde in einer ersten Phase in Zusammenarbeit mit einer militärischen Expertengruppe das Brettspiel «New Techno War» konzipiert. Das Spiel erlaubt es, einfach zukünftige Systeme zu simulieren. Dadurch sollen Erkenntnisse über das menschliche Verhalten gewonnen werden. In einem nächsten Schritt soll das Spiel in eine online-Version überführt werden. Auch hierzu musste dann wiederum ein geeigneter Partner gefunden werden, der jenes Know-How abdeckt, das in armasuisse intern nicht vorhanden ist. «Wir haben hierzu verschiedene Institutionen angefragt, ob diese Thematik Forschungspotential für sie hätte, beispielsweise für eine Masterarbeit, einen PhD oder ähnliches». Fündig wurde Quentin Ladetto bei IDSIA – Dalle Molle Institute for Artificial Intelligence.

«Wir haben mit einem sehr kleinen Projekt angefangen und von etwas viel grösserem geträumt»

Nach sieben Jahren in der Technologiefrüherkennung von armasuisse W+T fällt es Quentin Ladetto heute leichter, geeignete Forschungspartner für seine Projekte zu finden, als noch am Anfang. Heute werde auch er regelmässig für Forschungskollaborationen angefragt. «Wenn man nach ein paar Jahren, einige Forschungsresultate auszuweisen hat, kommen auch andere auf einen zu».

Für das Wörterbuch «Soldat der Zukunft» arbeitete Quentin Ladetto mit der französischen Zukunftsschriftstellerin Anne-Caroline Paucot zusammen. Die Zusammenarbeit sowie das Ergebnis in Form eines Buches kam dabei eher zufällig zustande wie Anne-Caroline Paucot sagt: «Quentin Ladetto suchte jemanden, der Zukunftsszenarien schreibt. Im Laufe unseres Austausches kamen wir auf die Idee, ein für alle zugängliches Wörterbuch der Zukunft zu erstellen. Wir haben mit einem sehr kleinen Projekt angefangen und von etwas viel grösserem geträumt.» Das Ergebnis ist ein Wörterbuch, welches die mögliche Zukunft im Bereich der Armee sowie potenzielle Chancen und Bedrohungen vorhersagen soll um diese besser verstehen zu können.

Trotz der anfänglichen Skepsis, sieht Anne-Caroline die Zusammenarbeit als sehr gelungen an: «Am Anfang fand ich es als Französin, die wenig Ahnung von militärischen Dingen hat, sehr exotisch, mit der Schweizer Armee zu arbeiten. Aber mit der Zeit entdeckte ich die Aufgeschlossenheit und die Relevanz des Denkens meiner Gesprächspartner. Heute bin ich froh, dass der Zufall mir diesen Partner in den Weg gestellt hat».