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Forschung bei armasuisse Wissenschaft und Technologie

Die Welt, in der wir leben, ist von technologischem Fortschritt geprägt. Und dieser Fortschritt schreitet immer rasanter voran. Nebst den Vorteilen, die dieser Wandel mit sich bringt, stehen wir alle aber auch vor immer grösseren Herausforderungen. Wie wird sich unsere Welt verändern, welche Konsequenzen für Mensch und Umwelt werden daraus resultieren? Antworten auf diese Fragen zu finden, ist besonders für jene relevant, die sich mit Sicherheit beschäftigen. Aus diesem Grund stellt sich armasuisse Wissenschaft und Technologie genau diesen Fragen.

Elianne Egli, Innovation und Prozesse, Wissenschaft und Technologie

Forderansicht des General-Guisan-Haus (GHH) in Thun
Im General-Herzog-Haus (GHH) in Thun, findet ein Grossteil der Forschungsaktivitäten von armasuisse W+T statt .

Als der Namensgeber des Standorts von armasuisse W+T, General Hans Herzog, 1863 die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte in Thun mitgründete, hätte er es wohl nicht für möglich gehalten, was fast 160 Jahre später Realität sein würde. Im vierten Stock des General-Herzog-Hauses in Thun sitzen Simulationsspezialisten, welche die Welt in einen digitalen Zwilling abbilden, im Sensorik-Labor im 2. Stock wird gerade ein Experiment geplant, bei dem man durch die Wolken hindurch sehen kann und im Nebengebäude befinden sich laufende Roboter und fliegende Drohnen. Die Technologie schreitet in einem schwindelerregenden Tempo voran. Sie sind wesentliche Treiber bei der Ausgestaltung moderner Armeen und Schlüsselfaktoren erfolgreicher Operationsführung. Ein Mithalten mit der Technologieentwicklung ist also essentiell – nicht nur für die Beschaffungsbereiche von armasuisse, sondern auch für die Armee.

Wissen für das VBS nutzbar machen

Die Forschungsaktivitäten von armasuisse W+T sind in Forschungsprogramme gegliedert, welche sich inhaltlich weitgehend an den operationellen Fähigkeiten der Armee orientieren. Derzeit sind sechs Forschungsprogramme aktiv:

  • Aufklärung und Überwachung
  • Kommunikation
  • Cyberspace und Data Science
  • Wirkung, Schutz und Sicherheit
  • Unbemannte mobile Systeme
  • Technologiefrüherkennung

Dazu kommen die beiden Querschnittsbereiche «Human Factors und Komplexitätsmanagement» sowie «Materialwissenschaften und Energie».

Auch an Universitäten sowie in der Industrie wird Forschung im Sicherheitsbereich betrieben. Die Industrie versucht sich, durch ihre Forschung fit für den Markt von morgen zu machen. Dadurch hat sie ein sehr fokussiertes und tiefes Wissen. Universitäten leisten ebenfalls exzellente Forschungsarbeiten. Das Wissen in Bezug auf Technologien für die nationale Sicherheit ist jedoch nur fragmentarisch vorhanden, weil in der Schweiz an Universitäten keine militärtechnischen Studiengänge angeboten werden. Dabei kommt armasuisse W+T ins Spiel. Es erschliesst dieses hervorragende Technologiewissen für das VBS . Die Wissenschaftler/-innen im General-Herzog-Haus vernetzen die bestehenden Kompetenzen aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und der Industrie aus der Schweiz sowie dem Ausland und machen sie – ergänzt mit eigenen Erkenntnissen aus Versuchen und Erprobungen – für das VBS nutzbar.

Unterstützung für Entscheidungsträger/-innen

Basierend auf diesen Erkenntnissen wird in der Verteidigung sowie in der armasuisse eine solide Entscheidungsgrundlage geschaffen. Entscheidungsträgern/-innen beispielsweise im Armeestab wird somit notwendiges Wissen für ihre komplexen Planungen zur Verfügung gestellt. Der Leiter des Forschungsmanagements bei armasuisse W+T, Dr. Hansruedi Bircher, präzisiert: «Der Armeestab muss unsere Armee planen. Dafür muss er wissen, wie sich die Technologie entwickeln wird, was auf uns zukommt und welchen Einfluss die Entwicklung auf das Fähigkeitsportfolio hat.»

Nächster Halt: Innovation

In Zukunft sollen bei armasuisse W+T jedoch nicht mehr nur Erkenntnisse generiert werden; sie sollen auch getestet werden. Mit Innovationsprojekten soll zukünftig mehr Innovation in die Armee gebracht und gleichzeitig das Wissen von armasuisse W+T transparent gemacht werden. Damit rüstet W+T das VBS für die Technologien von morgen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Schweiz.