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Digitale Ethik, ein neues Aufgabenfeld

Welche Rolle nimmt die digitale Ethik in der armasuisse ein? Inwiefern wird die digitale Ethik in den Geschäftstätigkeiten berücksichtigt? Welche Auswirkungen haben die jüngsten Entwicklungen der Digitalisierung auf die digitale Ethik? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen einer qualitativen Befragung Mitarbeitenden aus verschiedenen Kompetenzbereichen der armasuisse gestellt. Wie die Haltung gegenüber der Thematik digitaler Ethik innerhalb armasuisse ist und wie sich armasuisse darin positioniert, entnehmen sie dem nachstehenden Beitrag.

Lucas Ballerstedt, Fachbereich Kommunikation, Kompetenzbereich Ressourcen und Support

Geschäftsmann, der einen digitalen Chatbot auf einem Tablet berührt, um Zugang zu Informationen und Daten in einem Online-Netzwerk zu erhalten, Roboteranwendung und globale Verbindung, KI, künstliche Intelligenz.

Voranschreitende Digitalisierung wirft die Frage nach digitaler Ethik auf

Die Digitalisierung brachte neue Aufgabengebiete mit sich. Darunter auch die digitale Ethik, welche Themen wie Informationsschutz, Privatsphäre, Nachhaltigkeit oder künstliche Intelligenz behandelt. Grundbaustein dafür ist die Digitalisierung. Ohne Digitalisierung gibt es keine digitale Ethik. Dies führt zu neuen Herausforderungen, denn wie auch bei der Digitalisierung, verbergen sich hinter der digitalen Ethik Chancen und Risiken. Um gezielt die digitale Ethik voranzutreiben, muss vorab ein gemeinsames Verständnis für die Digitalisierung erarbeitet werden. Erst anschliessend können Massnahmen getroffen werden.

Digitale Ethik bei armasuisse

Im sensitiven Umfeld, in welchem sich armasuisse bewegt, kommt der Ethik, darunter auch der digitalen Ethik, eine wichtige Bedeutung zu. Aktuell befindet sich das Bundesamt für Rüstung im digitalen Transformationsprozess. Die Covid-19 Pandemie trug zu einem zeitweise rasanten Digitalisierungsschub bei. Prozesse mussten aufgrund Schutzkonzept und Home-Office Pflicht überdacht und überarbeitet werden, um die Geschäftstätigkeiten aufrecht zu erhalten. Eine grundlegende Ethik-Policy ist dabei noch nicht vorhanden. Dennoch gibt es viele Vorgaben, welche die Ethik indirekt unterstützen und festigen. Zum Beispiel Richtlinien zum Daten- und Informationsschutz oder genderkonforme Sprache. Auch innerhalb des Bundesamtes befassen sich zurzeit mehrere Bereiche mit dem Thema digitale Ethik und dessen Umsetzung. Eine zentrale Anlaufstelle ist zurzeit noch nicht vorhanden. Beispielweise wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich und der Universität St. Gallen ein Ethik-Evaluations-Schema spezifisch für das Schweizer Drohnen- und Robotik-Zentrum (SDRZ) entwickelt. Es soll dazu dienen, ethische Risiken künftig bei der Beschaffung robotischer Systeme fundiert beurteilen und adressieren zu können. Die digitale Ethik ist auch auf Departementsebene ein aktuelles Thema und wird in Zukunft weiter behandelt werden.

Digitale Ethik als Treiber der Unternehmenskultur

Die Ethik ist indirekter Teil und Treiber der Unternehmenskultur. Somit wird auch die digitale Ethik Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Dafür muss die Thematik aktiv thematisiert und umgesetzt werden. Die Ethik widerspiegelt die grundsätzliche Haltung und Einstellung eines Unternehmens zu gewissen Sachverhalten. Es ist somit durchaus möglich, dass die Unternehmensethik als Ganzes, Einfluss auf die Rolle als Arbeitgeber haben kann. Es wird erwartet, dass die digitale Ethik einen direkten Einfluss sowohl auf die Unternehmenskultur wie auch die Wahrnehmung von Mitarbeitenden und Bürgern auf armasuisse haben wird. Die Digitalisierung und digitale Ethik wird weiter an Bedeutung gewinnen und in den Geschäftstätigkeiten verstärkt einbezogen werden.