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Junge Talente am Cyber-Defence Campus

Junge Talente erhalten am Cyber-Defence Campus die Möglichkeit, an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Damit setzt sich armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) gemeinsam mit den Hochschulen EPF Lausanne und ETH Zürich für die Forschung und Ausbildung im Bereich Cyber-Verteidigung ein.

Wissenschaft und Technologie, Fachbereich Unternehmensprozesse

Stéphanie Lebrun sitzt am Tisch und lächelt in die Kamera

Stéphanie Lebrun hat einen Bachelorabschluss in Ingenieurwissenschaft von der Université de Liège in Belgien. Vor zwei Jahren kam sie nach Lausanne, um an der EPFL ihr Masterstudium in Data Science zu absolvieren. Im September hat sie ein Praktikum bei armasuisse Wissenschaft + Technologie (W+T) in Lausanne begonnen, wo sie derzeit ihre Masterarbeit schreibt.

Frau Lebrun, warum haben Sie sich dafür entschieden, Data Science zu studieren?

Ich habe mich schon immer sehr für wissenschaftliche Themen interessiert, viel mehr als zum Beispiel für Sprachen. Mit einem Studium der Ingenieurswissenschaften und Data Science kann ich mir alle wissenschaftlichen Themen ein wenig erschliessen. Data Science habe ich als Masterstudiengang gewählt, weil ich gemerkt habe, dass mir das Programmieren richtig viel Spass macht. Wenn ich an einem Projekt arbeite, verliere ich jegliches Zeitgefühl, und ich liebe es, Probleme mittels Data Science lösen zu können.

Das heisst, Sie programmieren selbst?

Ja, uns wird ein Problem vorgelegt und unsere Aufgabe besteht darin, durch Programmieren eine Lösung zu finden. Damit das funktioniert, braucht es eine Kombination aus mathematischem Denken und Kreativität. Genau das macht mir Spass – bei null anzufangen und durch Programmieren Probleme zu lösen. Es ist ein mächtiges Mittel (lacht).

Seit September sind Sie Praktikantin im Fachbereich C4I von armasuisse W+T. Wie sind Sie auf armasuisse aufmerksam geworden?

Eigentlich bin ich auf den Cyber-Defence Campus aufmerksam geworden, bevor mir klar wurde, dass er zu armasuisse gehört. Ich habe an der EPFL gehört, dass der Cyber-Defence Campus Praktikanten einstellt, und habe mein Glück versucht.

Sie wussten also nicht, dass der CYD Campus und armasuisse Teil des Bundes sind? Hat Sie das überrascht?

Nein, ehrlich gesagt, wusste ich das nicht. Es hat mich aber nicht überrascht. Ich verstehe, dass Cybersicherheit für den Bund ein wichtiges Thema ist, weil sie jede Institution und jeden Einzelnen betrifft. Gleiches gilt für die Aktivitäten von armasuisse, es geht auch um den Schutz der Zivilgesellschaft.

Warum haben Sie sich für dieses Praktikum entschieden?

Der Cyber-Defence Campus hatte ein offenes Projekt im Zusammenhang mit Sicherheit und Satellitenpositionierung ausgeschrieben. Beide Themen faszinieren mich sehr, deshalb war es eine goldene Gelegenheit für mich.

Über welches Thema schreiben Sie Ihre Masterarbeit?

Das Thema hat mit der Sicherheit von globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS) zu tun. Viele Anwendungen sind in zunehmendem Masse von diesen Systemen abhängig, um eine präzise Ortungs- und Zeitreferenz zu erhalten. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass wir den erhaltenen Informationen vertrauen können oder darauf hingewiesen werden, wenn dies nicht der Fall ist. Ich untersuche, wie wir dies in der Praxis umsetzen können, damit insbesondere die Schweizer Armee geschützt werden kann.

Wie können Sie Ihrer Meinung nach die Cyberverteidigung bzw.          -sicherheit in der Schweiz mit Ihrer Arbeit unterstützen?

Ich glaube, in der Cyberverteidigung müssen wir alle Arten von Bereichen im Auge behalten. Durch die Untersuchung der Sicherheit der Satellitenpositionierung kann ich meiner Meinung nach einen kleinen Beitrag zur Cybersicherheit in der Schweiz leisten. Beispielsweise kann ich Probleme bei den Signalen aufzeigen, welche die Schweizer Armee verwendet.

Wie kann das Wissen, das Sie sich bei armasuisse W+T erarbeiten, Ihnen in zukünftigen Positionen weiterhelfen?

Dies ist meine erste richtige Arbeitserfahrung. An der Universität habe ich an verschiedenen Projekten mitgearbeitet, aber alles war theoretisch. Jetzt kann ich an echten Problemen arbeiten. Ausserdem treffe ich jeden Tag viele andere Studierende oder Doktoranden, die andere Themen untersuchen. Der Austausch mit ihnen ist sehr interessant, und ich kann viel von ihnen lernen. Ich glaube, die Erfahrung, die ich hier sammeln kann, wird mir überall helfen – unabhängig davon, wo ich in Zukunft arbeite.

Möchten Sie auch in Zukunft auf dem Gebiet der Cyberverteidigung arbeiten?

Ich kann mir durchaus vorstellen, später im Bereich der Cyberverteidigung oder Cybersicherheit zu arbeiten. Doch ich habe gerade erst mein Praktikum angetreten, deshalb bin ich nicht 100% sicher, was ich später tun möchte. Ich interessiere mich auch für Datenschutzfragen und Raumfahrttechnik. Meine Erfahrung hier motiviert mich aber ganz sicher, auch in Zukunft im Bereich der Cyberverteidigung zu forschen.