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NATO Generic Vehicle Architecture

Militärische Fahrzeugplattformen bestehen heute aus einer Vielzahl an Subsystemen, welche untereinander kompatibel sein müssen. armasuisse W+T ist aktiv an der Erstellung des «NATO Generic Vehicle Architecture» Implementierungsstandards beteiligt. Dieser gewährleistet die Interoperabilität sowie eine kostengünstige Integration elektronischer Subsysteme auf militärische Plattformen.

18.02.2020 | armasuisse Wissenschaft und Technologie, FB Kommunikation und elektromagnetischer Schutz

Der NATO Generic Vehicle Architecture-Standard ermöglicht die einheitliche Integration verschiedenster Teilsysteme auf Fahrzeugplattformen
Der NATO Generic Vehicle Architecture-Standard ermöglicht die einheitliche Integration verschiedenster Teilsysteme auf Fahrzeugplattformen

Geringere Integrationskosten dank Standardisierung

Ein wesentlicher Anteil des Kampfwertes von militärischen Fahrzeugen liegt bei ihren eingebauten Sensoren, Effektoren und deren Vernetzung mit den Führungssystemen. Der Integrationsaufwand solcher Systeme umfasst dabei einen grossen Teil der Projekt- und Lebenswegkosten.

Mit dem Ziel die Projektlaufzeit zu verkürzen, die Projektrisiken zu reduzieren und die Integrations- und Umbaukosten zu senken, hat die North Atlantic Treaty Organization NATO den Implementierungsstandard «NATO Generic Vehicle Architecture» (NGVA) ins Leben gerufen. Da in Zukunft agile militärische Plattformen immer wichtiger sein werden, sollen diese standardisierten Kriterien die Zusammenarbeit zwischen Systemen unterschiedlicher Hersteller vereinfachen und Silo-Systeme verhindern.

Beteiligung armasuisse W+T am Standard «Data Infrastructure»

Der NGVA-Standard wird laufend durch die Arbeitsgruppe «Military Vetronics Association» (MILVA) weiterentwickelt und an neue technologische Entwicklungen angepasst. An der Bearbeitung sind sowohl Vertreter aus der Regierung von NATO- wie auch Nicht-NATO-Staaten sowie aus der Industrie vertreten. Etwa alle zwei Jahre wird dieser Standard überprüft, überarbeitet und anschliessend wird die neue Version ratifiziert und veröffentlicht.

Um eine vollständige Interoperabilität zwischen den Subsystemen, den Fahrzeugplattformen sowie Streitkräften zu gewährleisten, ist der NGVA-Standard in neun einzelne Bereiche unterteilt. Als kein NATO-Mitglied arbeitet die Schweiz, vertreten durch armasuisse W+T, in der MILVA-Arbeitsgruppe für die Weiterentwicklung des Bereichs «Data Infrastructure» mit. Mit dieser Beteiligung kann die Schweiz ihre Interessen im Standardisierungsgremium vertreten und den Standard mitgestalten.

Die enge Zusammenarbeit mit den Behörden anderer Länder erlaubt es zudem, in einem direkten Austausch von den Erfahrungen anderer Staaten zu lernen. Durch diese Kontakte konnte armasuisse W+T Forschungsprojekte in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) initiieren, in denen die intelligente Vernetzung von Sensoren und Effektoren mit Führungssystemen erforscht und weiterentwickelt wird.