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Der Cyber-Defence Campus an der NATO CyCon Konferenz in Tallinn, Estland

Zwei Forschungsprojekte des Cyber-Defence (CYD) Campus von armasuisse Wissenschaft und Technologie werden an der virtuellen NATO CyCon Konferenz vom 25.-28. Mai 2021 in Tallinn, Estland vorgestellt.

25.05.2021 | Sarah Frei, Cyber-Defence Campus, armasuisse Wissenschaft und Technologie

Leuchtende Punkte vor einem lila Hintergrund welche sich zu zwei sich schüttelnden Händen formen.
Symbolbild Cyber-Defence Campus

An der diesjährigen internationalen Konferenz für Cyber Conflict (CyCon) in Tallinn, Estland, werden zwei Forschungsarbeiten des CYD Campus präsentiert. Die Projekte behandeln zwei Schwerpunktthemen des CYD Campus, Cybersicherheit im Weltraum und die Nutzung von künstlicher Intelligenz im Bereich der Cyberdefence.

Projekt 1: Cybersicherheit im Weltraum

Zum ersten Projekt hat der CYD Campus die Cyber-Risiken analysiert, welche auftreten können, wenn unterschiedliche Akteure die gleiche Trägerrakete benutzen, um ihre Satelliten ins Weltall zu befördern. Während in der Vergangenheit Raketen die Hardware eines einzelnen Landes oder einer Handvoll inländischer Organisationen transportierten, kann heute eine einzige Trägerrakete Satelliten von beispielsweise Dutzenden ausländischer Unternehmen auf eine gemeinsame Reise um die Erde schicken. Diese sogenannte Ridesharing Praxis ist auf die hohen Kosten von Raketenstarts und dem Aufkommen von kleinen kostengünstigen Satelliten, welche CubeSats genannt werden, zurückzuführen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des CYD Campus argumentieren, dass die Beteiligung diverser Akteure an einem Raketenstart die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein manipulierter CubeSat eingeschleust wird, um die Mission gezielt zu sabotieren. Mittels Simulationen zeigen die Forschenden auf, dass Angreifer trotz der bescheidenen Grösse der CubeSats über ausreichend Spielraum verfügen, um die sicherheitskritische Kommunikation während des Starts weitgehend zu gefährden. Der CYD Campus macht damit deutlich, dass die bestehenden Startsicherheitskontrollen von Trägerraketen potenzielle Cybersicherheitsschwachstellen aufweisen.

Projekt 2: Künstliche Intelligenz bei der Cyberdefence

Im zweiten Projekt wird ein Konzept vorgestellt um Entscheidungsprozesse in Cyberdefence Teams durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zu automatisieren. Dabei werden die Herausforderungen beschrieben, welche entstehen, wenn Informatiksysteme mittels KI nach Schwachstellen überprüft und vor Angriffen geschützt werden. Die Forschungsarbeit repräsentiert einen ersten Schritt in Richtung einer vollständigen Integration von künstlicher Intelligenz in den Entscheidungsprozess eines Cyber Operation Centers, was der steigenden Komplexität und Menge von Cyberattacken Rechnung trägt.

Cyber Conflict Konferenz in Tallinn

Die CyCon findet dieses Jahr bereits zum dreizehnten Mal und aufgrund der aktuellen Lage virtuell statt. Sie ist die Flagship Konferenz des NATO Cooperative Cyber Defence Center of Excellence (CCDCOE) und thematisiert aktuelle und wichtige Cyberfragen.

Jährlich nehmen mehr als 600 Entscheidungsträger sowie Rechts- und Technologieexperten aus Verwaltung, Akademie und Industrie aus fast 50 Ländern an der Konferenz teil.