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Schweizer Innovationssystem für die nationale Sicherheit

Ist das Schweizer Innovationssystem für die nationale Sicherheit bereit für die Zukunft? Diese Frage wurde am 13. November 2019 am Deftech-Day in Thun aus vielfältiger Perspektive und Erfahrung diskutiert.

03.12.2019 | Quentin Ladetto

Teilnehmer der zweiten Paneldiskussion des Deftech-Days: STA Präsident Fritz Gantert, Nationalrat Ruedi Noser, Oliver Thränert (Moderator), Direktorin Innosuisse Annalise Eggimann, Divisionär Claude Meier, Leiter armasuisse S+T Thomas Rothacher
Deftech-Day Panel 2: Fritz Gantert, Ruedi Noser, Oliver Thränert, Annalise Eggimann, Claude Meier, Thomas Rothacher

Vielfältige Perspektiven am Deftech-Day

Brennstoff für Innovation lieferte dieser Tag auf jeden Fall – vielleicht setzte er auch bereits einige Impulse, welche nun weitergetragen und in Initiativen resultieren!? Ob innovative, disruptive Ideen für neue Strukturen und Organisationen oder Innovationen im Kleinen - im Hinblick auf den erforderlichen kulturellen Wandel zählt die Summe der Veränderungen, welche das Grosse ganze prägen. Hier finden Interessierte Fotos und einige der Präsentationen: DEFTECH (extern). 

Impulse 2020

Human Machine, High Altitude Plattforms und Hypervelocity Missels sind Themen der Deftech-Days 2020
Die Themen der Deftech-Days 2020

Deftech bleibt ganz sicher an den aufgeworfenen Fragen daran, unter anderem mit den Deftech-Days 2020. Wer mit am Puls der für die Schweizer Sicherheit relevanten Technologieentwicklungen bleiben möchte, sollte sich folgende Termine unbedingt reservieren:

  • 5. Mai 2020 «Human-Machine Interface and Interaction»
  • 17. September 2020 «High Altitude Platforms»
  • 10. November 2020 «Hypervelocity Missiles»

Deftech-Day in Kürze

Sie konnten nicht am Deftech-Day teilnehmen, möchten aber trotzdem eine kurze Übersicht der gemachten Statements?

Hier eine kurze Übersicht:

kundenorientiert

Mit entwickeln der richtigen Lösungen um die richtigen Probleme zu lösen geht es genau darum, was auch Herr Divisionär Meier in seiner Präsentation unterstrichen hat. Wie und wo investieren unsere begrenzten Mittel für Innovation am besten? Vor diesem Hintergrund erwähnten die Diskussionsteilnehmenden auch wiederholt, dass mit Innovation die Lücken zwischen zukünftigen Szenarios oder erforderliche Fähigkeiten und Technologien geschlossen werden soll. Das Verständnis der Kundenbedürfnisse und die aktive Zusammenarbeit mit dem Kunden ist ein zentrales Thema, um die entsprechenden Werte zu schaffen.

anpassungsfähig

Dies ist, unter der Annahme das die Rahmenbedingungen dies erlauben, auch ein kulturelles Thema. Und wie Herr Dr. Ehlert betonte, ist Veränderung auch immer mit Unsicherheit verbunden. Es ist ein Brückenschlag zwischen der Führung und den Innovationsgebern erforderlich, um Innovation entsprechend zu fördern und so die Anpassungsfähigkeit zu erhalten oder aufzubauen. Als ein möglicher Ansatz, um den Konflikt zwischen technologischem Wandel und der Lebensdauer von Lösungen zu adressieren wurde die verstärkte Nutzung von offenen Architekturen erwähnt, um innovative Lösungen entlang des Lebensweges zu integrieren und eben nicht nur die fünft beste Lösung zu haben.

phantasievoll

Basierend auf der Tatsache, dass heute, wie durch Dr. Shapira aufgezeigt, der zivile Markt den Technologietreiber darstellt, ist es wichtig, das Potential ziviler Trends und Entwicklungen und deren militärischen Nutzung im dual-use Sinn zu erkennen und dadurch neue Lösungen zu entwickeln. Die Fähigkeit innovative Konzepte, Prozesse und Technologien aus dem zivilen Bereich zu erkennen und in einen militärischen Nutzen zu überführen wird nach Aussage von Divisionär Süssli bedeutend. Wie der Herr Ständerat Noser jedoch auch aufgezeigt hat, ist die kreative Phase nur ein kleiner Teil des schweisstreibenden Prozesses von der Idee zum Produkt, auf welchem immer wieder Widerstände überwunden werden müssen.

experimentierfreudig

Wie können wir in einem Umfeld mit geringer Fehlertoleranz, da sie tödlich sein kann, Räume schaffen, welche Fehler zulassen? Herr Div. Meier hat «Concept Development» und «Experimentation» mehrfach erwähnt, welche Bestandteile eines Ökosystems Innovation darstellen. Auch das Vorgehen von anderen Ländern, wie zum Beispiel Kanada mit einem dedizierten Innovationsbudget mit hohem Ambitionsniveau, bieten interessante Ansätze, wie Innovation gefördert werden kann. Solche Instrumente erlauben es uns den Spirit des Experimentierens und die Toleranz gegenüber Fehlern verstärkt in die Armee zu portieren. Weiter beinhaltet Experimentierfreudigkeit auch, wie in Panel 1 angesprochen wurde, die explizite Auseinandersetzung mit dem Prozess der Innovation und Vielfach auch methodisches Neuland experimentell zu beschreiten - Stichwort Design Thinking oder Innovationsworkshops. Und wie angesprochen ist vieles eine Frage der Kultur. Das heisst, schaffen wir es mit Misserfolgen einen Mehrwert im Sinne eines kontinuierlichen Optimierungsprozesses zu verstehen und Lehren daraus zu schliessen?

kollaborativ

Ein übergreifendes Thema war die Notwendigkeit zur Kollaboration und partnerschaftliche Beziehung aller Beteiligten. Dies beinhaltet Kollaboration auf nationaler und internationaler Ebene wie auch zwischen der Akademie, der Industrie, den Behörden und der Politik. Die Komplexität der heute stark Interdisziplinären Welt kann nur durch eine Erhöhung der Teamkomplexität wie zum Beispiel mittels Spinner Clubs adressiert werden. Wie Herr Prof. Vetterli aufgezeigt hat, verfolgt armasuisse W+T mit dem Cyber-Defence Campus das Ziel zusammenführend und kollaborativ zu wirken, das heisst eben genau diese Industrie, Akademie und Behörden-übergreifende Kollaboration zu fördern. Wir haben auch gehört, dass eben gerade eben diese Kollaboration nicht nur als Kompetenz, sondern auch als Fördermultiplikationsfaktor gesehen werden kann. Und wie unter anderem Divisionär Siegenthaler betonte, braucht die Armee flexiblere, agilere Prozesse, hierzu muss sie die Kollaboration mit den politischen Gremien zu verstärken, damit wir ein gesamthaft agiles Ecosystem erzeugen können.