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Forschungsprogramm 3 - Cyberspace und Information

Die operationellen Fähigkeiten der Armee im Cyberspace nehmen stark an Bedeutung zu. Das Forschungsprogramm Cyberspace und Information baut die notwendige Expertenkompetenz auf, um die traditionellen militärischen Fähigkeiten in den Bereichen Nachrichtendienst und Verteidigung in der Operationssphäre Cyberspace auszubauen. Dies wird durch Forschungsprojekte und Demonstratoren in Laborversuchen und im realen Umfeld sichergestellt.

Cyberspace und Information

 

Die stete Weiterentwicklung und die Durchdringung von Informationstechnologien (IT) in der Gesellschaft machen den Cyberspace zu einem zentralen Raum für moderne Konflikte und Kriege. Angriffe aus dem Cyberspace sind heute in der Schweiz sehr wahrscheinlich und mit einem schwer abschätzbaren Schadenspotential verbunden. Gleichzeitig bietet aber der Cyberspace als militärische Wirkungsphäre neue Chancen und Opportunitäten verfügbare Informationen aktueller, umfassender und in besserer Qualität zu erhalten.

Ziel des Programms ist der Aufbau und die Sicherstellung von Fachkompetenzen zu den Informationstechnologien für die Beschaffung, das Management und die Analyse von Informationen aus dem Cyberspace sowie die Identifikation und Beurteilung von dazugehörigen Risiken. Aufgrund der sehr kurzen Technologiezyklen und der sich schnell ändernden Bedrohungslage, werden die Forschungsschwerpunkte agil entlang der Trends und dem Bedarf der Armee geführt. Aktuell konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten auf fünf Kompetenzfelder: Cyber Defense, Informationsmanagement, Informationsbeschaffung, Informationsfusion und Visualisierung sowie Machine Learning und Data Mining.

Zum Schutz der eigenen Netzwerke werden Kompetenzen aufgebaut, welche den Aktionsplan für Cyber Defence in der Abwehr von Angriffen unterstützen. Es werden Konzepte entwickelt, welche Anomalien im Datenverkehr auf den eigenen Netzen erkennen und um Angriffe aktiv zu bekämpfen.

Der Cyberspace hat sich durch die modernen Kommunikationsmedien zu einem Raum entwickelt, der eine Fülle von Informationen enthält, welche sich auch für militärische Operationen nutzen lassen. So bieten beispielsweise soziale Medien oder Internet of Things zeitnahe und umfassende Informationen.

Durch das Management grosser unstrukturierter Datenmengen (Big Data) und deren Analyse können selektive Informationen gemäss dem Bedarf von Entscheidungsträgern aufbereitet und visualisiert werden. Dazu muss das militärische Fachwissen mit den technisch-wissenschaftlichen Grundlagen zusammengeführt werden. Das Forschungsprogramm Cyberspace und Information stellt die notwendigen Technologiekompetenzen mit Hilfe eines breit abgestützten internationalen Expertennetzwerkes, bestehend aus Hochschulen, Industrie und staatlichen Partnern sicher.

Kompetenzfelder

WTF_FoPrgm3_KF1_CyberDefense


Die digitale Vernetzung führt dazu, dass Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen für kriminelle, nachrichten-dienstliche, machtpolitische oder terroristische Zwecke vermehrt missbraucht werden. Zur frühzeitigen Erkennung von Bedrohungen und zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit im Cyberspace werden neue Sicherheitstechnologien und Cyber-Abwehrkonzepte untersucht.

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Die richtige Information in der richtige Qualität und zur richtigen Zeit zu haben ist essentiell für die operative Führung. Kompetenzen werden aufgebaut um moderne Informationssysteme und Architekturen hinsichtlich steigender Menge, Geschwindigkeit und Heterogenität der Daten aus dem Cyberspace (Big Data Problematik) beurteilen zu können.

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Die Beschaffung von Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen im Cyberspace bietet neue Chancen, aber auch erhebliche Risiken. Neue Verfahren zur Beschaffung von Informationen werden untersucht sowie Ansätze evaluiert um die Interessen und Identität der Suchenden besser zu schützen.

armauisse W+T Forschungsprogramm Cyberspace and Information


Moderne Analyseverfahren erfordern Daten aus unterschiedlichen Sensoren und Informationsquellen zu verknüpfen und in einen gemeinsamen Kontext zu bringen. Der Fokus liegt auf neuen semantischen und probabilistischen Methoden zur Fusion und Visualisierung von Informationen für die Lageverfolgung und Alarmierung.

Zum Finden von Mustern und Gesetzmässigkeiten in unterschiedlichen Datensätzen werden Algorithmen auf der Basis von maschinellem Lernen untersucht. Die Aktivitäten zielen auf ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten wie Anomaliedetektion, Klassifikation von Signalen, Texten, Sprache oder Bildern sowie die Analyse von Netzwerken.

Technologiedemonstrator

Main social networks connected by a triangle mesh


Die Auswertung von Informationen aus sozialen Medien stellt neuartige technische und analytische Herausforderungen dar. Anhand eines Demonstrators werden bei W+T neue Technologien und Verfahren für die Informationsbeschaffung, Analyse und Visualisierung von Daten aus sozialen Medien untersucht und in einer einfachen Art präsentiert.

Schutz vor Cyber Angriffen auf GPS

Netzwerk

Für den Aufbau von Fachkompetenzen wird ein breites Netzwerk von Partnern aus Wirtschaft, Hochschulen, Universitäten und anderen Forschungsstellen im In- und Ausland aktiv genutzt und gepflegt. Zur Sicherstellung der Fähigkeitsorientierung findet ein enger Kontakt und Informationsaustausch zu Nutzern, Planungs-, Beschaffungs- und Erprobungsstellen des VBS statt.

Forschungsprogrammleiter

Forschungsprogrammleiter
Dr. Vincent Lenders

Unser Forschungsprogrammleiter «Cyberspace und Information» freut sich über Ihr Interesse! 


Wissenschaft und Technologie Fachbereich C4I Netzwerke
Feuerwerkerstrasse 39
CH-3602 Thun
Tel.
+41 58 468 27 68

Leiter Forschungsprogramm

Dr. Vincent Lenders
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Wissenschaft und Technologie

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