Digitale Gebäudeinformationen mit der BIM-Methode
Die BIM-Methode betrachtet den Lebenszyklus eines Gebäudes ganzheitlich, das heisst vom Planen, Bauen, Betreiben und Sanieren bis hin zum Umnutzen oder Rückbauen. Das Immobilienmanagement VBS setzt auf dem ganzen Lebensweg auf digitale Gebäudeinformationen.
News
Noch steht es nicht das neue Ausbildungsgebäude der Berufsunteroffiziersschule in Herisau. Doch virtuell lässt es sich bereits erkunden. An der Ausstellung zur Armeebotschaft 23 in Thun haben Gäste aus Politik, Wirtschaft und Armee die Gelegenheit genutzt, einen ersten Blick auf und in den geplanten Neubau zu werfen.
Die intensive Zusammenarbeit zwischen dem BIM-Team von armasuisse Immobilien und dem Zentrum digitale Medien der Armee hat die Virtual-Reality-Simulation möglich gemacht.
Im CRB-Interview: Einheitliche, strukturierte Daten im Zentrum

Präzise und kontinuierliche Daten und Informationen sind für Giuseppe Acciardi, BIM-Manager bei armasuisse Immobilien, der Schlüssel, um auf dem ganzen Lebensweg einer Immobilie richtige Entscheidungen zu treffen. Im Gespräch erläutert er die aktuellen Herausforderungen und zeigt auf, woran noch gearbeitet werden muss.
BIM-Pilotprojekt im Tiefbau liefert aussagekräftige Resultate

Im Zuge einer genereller Entwässerungsplanung (GEP) beim Vorortlager der Logistikbasis der Armee in der Gemeinde Mellingen AG wurde der digitale Elementplan an einem Teil der neu zu erstellenden Werkleitungen getestet. Zusätzlich wurden die neuen Leitungslagen mit einer BIM-Anwendung überprüft. Dank der Anwendung konnten Ungenauigkeiten in den Plänen bereinigt werden.
BIM-Strategie armasuisse Immobilien 2022-2027 ist in Kraft

In einem intensiven und breit abgestützten Prozess wurde die BIM-Strategie armasuisse Immobilien 2022-2027 aktualisiert. Die Geschäftsleitung von armasuisse Immobilen hat die neue Strategie Ende Juni 2022 verabschiedet.
Die BIM-Strategie erweitert die bestehende strategische Ausrichtung mit ihrem Fokus auf Informationen und Kooperation.
Das ist BIM
Zielsetzungen für den Einsatz der BIM-Methode
Aus einem gemeinsam erstellten BIM-Modell werden alle Pläne, Schnitte und Bauteillisten generiert. Alle Beteiligten haben Zugriff auf das BIM-Modell und verwenden für ihre Planung dieselben digitalisierten und zentralen Informationen und Grundlagen. Dadurch werden Fehlberechnungen und Aufwände minimiert und die Effizienz wird gesteigert.
Für armasuisse Immobilien stehen die Daten für die Bewirtschaftung und den Werterhalt des Objekts im Zentrum. Diese sind relevant, um das Bauwerk langfristig sicher zu betreiben und zu bewirtschaften.
Die BIM-Methodik hilft, die konsolidierten Anforderungen in der Planung sowie bei Bauprojekten einzubringen. Ausserdem ist es leichter, die für den Betrieb notwendigen Daten und Informationen aus dem Planungs- und Realisierungsprozess strukturiert und durchgängig digital in die internen Systeme zu übernehmen.
Den direkten, konkreten Nutzen aus der BIM-Methode ziehen die ausführenden Firmen aus der Bauwirtschaft in der Erarbeitungsphase des Projekts. So kann die Erarbeitungsphase präziser und schneller durchgeführt werden.
armasuisse Immobilien erhält im Gegenzug ein durchgängiges, nachhaltiges und qualitativ hochstehendes Bauwerk sowie die zugehörigen Daten.
Vorteile von BIM
armasuisse Immobilen bewirtschaftet ein grosses Portfolio an unterschiedlichen Immobilien und Infrastrukturen, die teilweise über 100 Jahre genutzt werden. Zirka 80 Prozent der Kosten werden im Betrieb generiert. Deshalb erhofft sich armasuisse Immobilien durch die BIM-Methode geringere Lebenszykluskosten der Bauwerke, da die Bedürfnisse für ein effizientes Facility Management bereits früh in der Planungsphase berücksichtigt werden können.
Alle Daten für den Betrieb und den Unterhalt sollen künftig durchgängiger in die Systeme überführt werden. Anstelle der Übergabe der Bauwerksdokumentationen mittels USB-Stick und Bundesordner sollen die Daten medienbruchfrei und digital durch die Planungs- und Realisierungsteams auf eine von armasuisse Immobilien betriebene Plattform übertragen werden. Ab dieser sogenannten Übergabeplattform werden die internen Facility Management-Tools automatisch mit verifizierten Daten befüllt. Das manuelle Abtippen, das heute noch gang und gäbe ist, soll abgelöst werden.
Stand der Arbeiten
Ein Projektteam von armasuisse Immobilien hat sich vertieft mit den Informationsanforderungen des Baumanagements und Facility Managements beschäftigt. Daraus sind BIM-basierte Bestellunterlagen und eine erste Version des Elementplans entstanden. In Pilotprojekten werden diese Bestellgrundlagen ausgetestet und – wo nötig – angepasst.
Die Pilotprojekte erlauben es ausserdem, verschiedene Business Use Cases (Geschäftsanwendungsfälle) auszutesten. So kann beispielsweise die Praxistauglichkeit des Elementplans und der Informationsanforderungen verifiziert werden. Die Pilotprojekte geben armasuisse Immobilien, aber auch den Partnern, die Möglichkeit, Erfahrungen mit der Anwendung der BIM-Methode zu sammeln.
Das Ziel ist, dass armasuisse Immobilien sowie die Planungs- und Bauunternehmen im Jahr 2025 bereit sind, die BIM-Methode bei einem Grossteil der Bauprojekte anwenden zu können, auch wenn es aufgrund der militärischen Bauwerke zusätzlich erhöhte Sicherheitsanforderungen zu erfüllen gibt.
Auswirkungen auf die Beauftragten
Was ändert sich für die Beauftragten? Für die BIM-Bestellung gibt es neue Bestellunterlagen, welche die Informationsanforderungen erklären. Wichtig ist, ein gemeinsames Verständnis für das Vorgehen mit der BIM-Methode zu entwickeln. Mit einheitlichen Vorgaben der Bau- und Liegenschaftsorgane des Bundes (BBL, ETH-Rat sowie ASTRA) werden verlässliche Grundlagen für die Schweizer Bauwirtschaft geschaffen.
BIM-Strategie
Für armasuisse Immobilien ist BIM (Building Information Modelling, Deutsch: Bauwerksinformationsmodellierung) eine immer wichtigere Arbeitsmethode im Hinblick auf die Digitalisierung und unterstützt die digitale Transformation.
Mit der vorliegenden BIM-Strategie soll kurz und übersichtlich dargestellt werden, wie die wesentlichen Aspekte der BIM-Methode in die Arbeit von armasuisse Immobilien integriert werden können.
Die BIM-Strategie definiert acht Handlungsfelder, in denen die Aktivitäten der nächsten fünf Jahre priorisiert sind.
Handlungsfelder | Beschreibung

Mensch und Identifikation
Mitarbeitende befähigen und unterstützen, am Thema BIM aktiv mitzuarbeiten, es anzuwenden und damit die digitale Transformation voranzutreiben.

Schulung und Support
Bedarf an Support und Schulungen erheben und mit den Bau- und Liegenschaftsorganen des Bundes (BLO) abgleichen, um entsprechende Schulungsangebote zu schaffen.

Vernetzung
Abstimmen und Vernetzen mit der KBOB, den BLO und mit anderen Stakeholdern wie Bauherren, Immobilieneigentümern sowie Betreibern.

Daten nutzen und pflegen
Durchgängige und digitale Daten in die existierenden und neuen Systeme übertragen, um sie dort nutzen zu können, bzw. um direkt aus den Systemen Informationen und Daten beziehen zu können.

Prozesse und Unternehmensarchitektur
Heutige Prozesse analysieren und die Auswirkungen von/auf BIM aufzeigen. Zukünftige Prozesse erarbeiten bzw. bestehende Prozesse anpassen sowie den integralen Einfluss von BIM auf die Unternehmensarchitektur nachweisen.

IT, Systemarchitektur und Informationsmanagement
Zielbild unter Berücksichtigung der bestehenden und zukünftigen Unternehmensarchitektur erarbeiten, welches Software, Hardware und Schnittstellen im Sinne eines Common Data Environments (CDE) beinhaltet, um geometrische und alphanumerische Daten sowie Modelle und Dokumente langfristig ablegen und nutzen zu können.

Anwendungsfälle und Business Use Cases (BUCs)
Konkretisieren und Vertiefen der Anwendungsfälle und BUCs, um den Mehrwert von BIM sowie den Impact auf die bestehende Organisation (Prozesse, Daten, Systeme, Rollen) aufzuzeigen.

Pilotprojekte
Zielgerichtetes Ausprobieren von Anwendungsfällen in Pilotprojeken und Business Use Cases (BUC) in Proof of Concepts (PoC) sowie das Rückführen der Erkenntnisse in die Organisation.
Pilotprojekte
BIM-Pilotprojekt im Tiefbau liefert aussagekräftige Resultate
Pilotprojekt Burgdorf - Ausbau Armeelogistikcenter Burgdorf (BE)
In der Praxis hat armasuisse Immobilien im Jahr 2021 acht Bauvorhaben bei der Planung mit der BIM-Methode begleitet. Den dadurch gesammelten Erfahrungsschatz erweitert sie 2022 mit Infrastruktur- und Umbauprojekten.
Mit den Pilotprojekte werden folgende Ziele verfolgt:
1) Die Mitarbeitenden zu schulen,
2) Die internen und externen Prozesse an die neue Arbeitsweise zu adaptieren,
3) Erfahrungen im Thema BIM zu sammeln,
4) IT-Anwendungen zu testen,
5) Die durchgängige digitale Datenübergabe von der Planung bis zum Betrieb zu testen,
6) Business Use Cases (Geschäftsanwendungsfälle) aufzustellen und zu erproben,
7) Neue Bestelldokumente auszuprobieren,
8) Die Baubranche für den Wandel zu motivieren.
Jedes Pilotprojekt setzt einen Schwerpunkt, damit im kleinen Rahmen Erfahrungen gesammelt werden können.
Publikationen
Eigene Publikationen
- 2023 | Pilotprojekt Mellingen - Logistikbasis der Armee in Mellingen (AG)
- 2022 | Das Immobilienmanagement VBS setzt auf dem ganzen Lebensweg auf digitale Daten | armafolio 01/22
- 2022 | Ein Tag im Leben des BIM-Managers | Nachhaltigkeitsbericht 2021 armasuisse Immobilien
- 2022 | Erstes mit BIM-geplantes Grossprojekt: Projektleiter Sven Schmid im Interview | armasuisse Insights
- 2022 | So sieht das BIM im digitalen Zeitalter aus | Nachhaltigkeitsbericht 2021 armasuisse Immobilien
Weiterführende Informationen
Partner
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Projektleiter Bauherr & BIM-Manager
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- Tel.
- +41 58 463 20 20
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