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Swarming & Machine Teaming - DEFTECH-Workshop

Können kostspielige Einzelsysteme durch eine Vielzahl von kostengünstigen Komponenten ersetzt werden? Sind die Lösungsansätze aus dem Labor bereit für die Unberechenbarkeit der «realen Welt»? Am 21. November 2018 diskutierten rund 120 Experten mit unterschiedlichen Perspektiven «Swarming» und «Multi-Roboter-Kooperation» und insbesondere deren Relevanz für die Zukunft der Verteidigung.

15.01.2019 | Dr. Quentin Ladetto, WTF

Spieler auf Spielfeld mit Panzer und Soldat. Es wird veranschaulicht wie noch nicht existierende Technologien und Systeme bei Einsätzen verwendet werden könnten.
Mit dem Serious Game (ernsthaftes Spiel) kann veranschaulicht werden, wie noch nicht existierende Technologien und die Systeme bei Einsätzen verwendet werden könnten.

Wieso messen wir dem Thema «Swarming & Machine Teaming» in Bezug auf die Verteidigung eine solch hohe Bedeutung bei? Weil es sowohl bei «Swarming» als auch bei «Multi-Roboter-Kooperation» darum geht:

1. dass Roboter gefährliche Aufgaben übernehmen und so das Risiko für den Menschen senken.

2. dass die immer frappanter steigenden Kosten des Betriebes und der Instandhaltung von militärischen Plattformen, wie Panzer und Kampfflugzeuge, reduziert werden. Konkret geht es bei der Reduktion der Kosten um die Frage, wie kostspielige Einzelsysteme durch eine Vielzahl von kostengünstigen Komponenten ersetzt werden können. 

Bereits liegen erste Lösungsansätze von Forschenden vor. Allerdings ist es nicht ratsam, Lösungsansätze aus Laborexperimenten 1:1 in die «reale Welt» zu übertragen. Zu viele unberechenbare Faktoren, wie der Mensch, das Wetter oder sich immerfort wandelndes städtisches Terrain, spielen im echten Einsatz eine bedeutsame Rolle. 

Insbesondere werden folgende drei Herausforderungen überwunden werden müssen: 

Vertrauen – Das Kreieren von Vertrauen zwischen Mensch und Maschine ist keineswegs eine einfache Aufgabe. Damit Vertrauen entstehen kann, muss der Mensch die Maschine verstehen, ihre nächste Handlung abschätzen können. Fakt ist - ohne Vertrauen werden diese heterogenen Teams nie erfolgreich Zusammenarbeiten können. 

Technologien – Kommunikationsschnittstellen und unterschiedliche Geschwindigkeiten der Systeme sowie der Energieverbrauch insgesamt sind Hürden, welche der aktuelle Stand der technologischen Entwicklung noch nicht befriedigend überwinden kann. 

Armee – Die Integration solcher Elemente in die Truppen wird eine massgebliche Anpassung der Doktrin, der operationellen Vorgehensweisen und nicht zuletzt für die logistischen Prozesse bedeuten. 

Fazit 

Diese Herausforderungen müssen vor einer erfolgreichen Einführung der neuen Technologien erst einmal gemeistert werden. Das braucht Zeit. Experten schätzen die benötigte Zeit bis zu vollen Integration auf rund 20 Jahre. 

Es lohnt sich jedoch bereits jetzt dran zu bleiben, denn sowohl die Akademie als auch die Industrie weltweit arbeiten fieberhaft an unterschiedlichsten, befähigenden Technologien, wie künstliche Intelligenz oder «Machine Learning». Zukunft Szenarien spielerisch zu testen und darin Technologien auszuprobieren, welche erst in ferner Zukunft verfügbar sein werden – das ist die Aufgabe, welcher sich die DEFTECH-Workshops stellen. Sie befähigen die Teilnehmenden mit ihrem experimentellen Ansatz, die Auswirkung und Wichtigkeit einer Technologie besser zu assimilieren.

 
 

Workshop vom November 2018. Zuschauer schauen sitzend die Präsentation.
Präsentation von Martin Hagström der Swedish Defence Research Agency (FOI) über «Manned unmanned teaming, Swarming opportunities and challenges».

Tabelle über Kostenreduktion
Die Nutzung von kostengünstigen Systemen als Möglichkeit der Kostenreduktion sowie die Entwicklungszeit von neuen Flugplattformen. Quelle: Dr. Prazeres da Costa, Georg Dietz, IABG 2018.