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Textilsymposium 2015

20.03.2016 |

Am 16. März 2016 folgten rund 300 Vertreter der nationalen und internationalen Textilindustrie, der Forschung, der Armee und der Verwaltung der Einladung von armasuisse zum jährlichen Textilsymposium nach Bern. Erneut konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über neue Erkenntnisse und Entwicklungen rund um Textilien informieren. Dabei stand in der 16. Ausgabe des traditionellen Anlasses die Textilverarbeitung im Vordergrund der verschiedenen externen Referate.

Der Leiter des Kompetenzbereichs Einkauf und Kooperationen Thomas Knecht, eröffnete die Veranstaltung im Kursaal in Bern. Während Thomas Knecht in seiner kurzen Eröffnungssequenz die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit ins Zentrum stellte, betonte Rüstungschef Martin Sonderegger die Wichtigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Industrie und armasuisse und informierte über die Harmonisierung der Beschaffung in Bund und Kantonen.

Als erster Gastreferent präsentierte Oberst im Generalstab Fredy Keller, Kommandant des Kompetenzzentrums SWISSINT in Stans, die Aktivitäten der Schweizer Armee im Umfeld von internationalen Einsätzen im Rahmen der Friedensförderung. Mit seinem fundierten Hintergrundwissen sowie seinen persönliche Erfahrungen mit Einsätzen und Ausbildungskursen im Ausland informierte er die Zuhörerinnen und Zuhörer über die militärische Arbeit im Ausland. Dabei unterstrich Oberst im Generalstab, dass die in verschiedensten Krisenschauplätzen im Einsatz stehende Schweizer Armee humanitäre Aufgaben erfüllt und Leistungen erbringt, aber Kampfhandlungen nicht zum Auftrag der Schweizer Soldaten gehören.

Das im Anschluss folgende Referat hielt Dr. Patrick Wettenschwiler, Eidgenössische Materialprüfungsanstalt EMPA in St. Gallen. Der Inhalt seiner Ausführungen drehte sich um unterschiedlichste Tragesysteme und die daraus folgenden Gefahren von Rückenbeschwerden. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf Kompressions- und Schärkräfte im Bereich der Lendenwirbel. Dr. Wettenschwiler erklärte die verschiedenen Entwicklungsschritte, aus welchen schliesslich eine Methode für die objektive Beurteilung von Tragesystemen entstand.

Das letzte Referat am Morgen bestritt IT-Fachmann Tobias Schrödel. Mit seiner Art und Weise sowie seinem erklärten Ziel, komplexe IT-technische Zusammenhänge für alle verständlich zu erklären, verstand Schrödel das Publikum in unverkrampfter Manier auf Sicherheitslücken sowie Mängel im persönlichen und beruflichen IT-Einsatz aufmerksam zu machen und gab verschiedene Ratschläge. Dabei ortete er eine besonders hohe Gefahr bei USB-Sticks unbekannter Herkunft.


Beschaffungsrecht und faserbasierte Innovationen

Nach dem Mittagsunterbruch betrat Herr Marc Steiner das Rednerpult. Herr Steiner amtet seit 2007 als Richter am Bundesverwaltungsgericht. Als Spezialist für Wirtschaftsverwaltungsrecht und Beirat von Transparency International (Schweiz) stellte er das Beschaffungsrecht ins Zentrum seiner Schilderungen. Durch seine persönlichen Darstellungen ermöglichte Herr Steiner den Anwesenden einen Einblick in sein Arbeitsumfeld und die verschiedenen Anforderungen und Normen. Er betonte im Speziellen die hohe Bedeutung der Einhaltung ökologischer und sozialer Standards. Dabei nahm er auch die Anbieter in die Pflicht, jeweils bei ihren Subunternehmen die Wahrung der Anforderungen zu überprüfen.

Für das Schweizer Traditionsunternehmen Forster Rohner AG sprach Anja Schlisske. Die Textilingenieurin beleuchtete die Verknüpfung traditioneller Textiltechnik mit der Herstellung innovativer Textilien. Als sognannte «e-Textiles» erwähnte Anja Schlisske flexible Heizsysteme in der Bekleidung, textile EKG-Sensoren oder Lichttextilien.

In eine ähnliche Richtung zielte der Vortrag von Dr. Thomas Stegmaier. Der als Bereichsleiter tätige Referent im Institut für Textil- und Verfahrenstechnik, Denkendorf (D) illustrierte dem Publikum, wie die belebte Natur als Ideengeber für faserbasierte Innovationen dient. Dabei bildet die Natur mit ihren Faser-Verbund-Werkstoffen eine ideale Vorlage für die moderne Textilentwicklung. Als eines der Beispiele nannte Stegmaier den Mitte vergangenen Jahrhundert aus der Pflanzenwelt adaptierte und patentierte, im heutigen Alltag nicht mehr wegzudenkende, Velcro-Klettverschluss.

Abgeschlossen wurde die Vortragsreihe von Herrn Sebastiaan van de Loo. Herr van de Loo ist bei 37.5 Technology als Account Director tätig. Zudem amtet van de Loo als Berater in der Textilindustrie für vielfältige Entwicklungsprojekte und führt eine Familien-Textil-Agentur in dritter Generation. Der «Textil-Allrounder» zeigte die neusten Errungenschaften im Bereich der Multifunktionskleidung. Eine wichtige Funktion übernehmen hierbei die aktiven, hydrophilen Partikel. Diese Partikelbeschichtung lässt den Körper um ein Vielfaches schneller trocknen, wodurch eine höhere Leistungsfähigkeit ermöglicht wird.

 

Das nächste Textilsymposium findet am 15. März 2017 in Bern statt.