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MitteilungVeröffentlicht am 22. Juni 2026

Inside W+T - Aufklärung und Überwachung & Kommunikation – Forschung, Testing, Expertise und Innovation bei armasuisse Wissenschaft und Technologie

Erstmalig führte armasuisse W+T ihre Forschungsrapporte in einem neuen Format durch. «Inside W+T - Aufklärung und Überwachung & Kommunikation» kombinierte aufeinander abgestimmte Referate, eine Podiumsdiskussion und eine Ausstellung. Ziel war es, aufzuzeigen, wie Forschungsergebnisse via Expertise, Innovation und Testing in die Systeme der Armee einfliessen. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in aktuelle Aktivitäten, konnten die vorgestellten Demonstratoren und Systeme vor Ort erleben und sich direkt mit den zuständigen Fachpersonen austauschen.

Leandra Kolb, Stab, Wissenschaft und Technologie

Dr. Hans Pratisto, Leiter Cluster Wissenschaftliche Grundlagen und Design steht hinter einem Rednerpult und begrüsst die Anwesenden

In Kürze

Das neue Format „Inside W+T” von armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) richtet sich an interessierte Mitarbeitende des VBS und gibt ihnen einen Einblick in die Wertschöpfungskette von armasuisse W+T.

Neben den Forschungsaktivitäten in den Bereichen Sensorik und Kommunikation soll auch der Transfer in die Beschaffungsprojekte und die weiteren Aktivitäten von armasuisse W+T im Bereich Expertise und Testing aufgezeigt werden. Dies gelingt durch vielfältige Referate, die mit der Ausstellung abgestimmt sind und dabei konkrete Anwendungsbeispiele der Forschungsresultate aufzeigen. Ergänzt wird der Anlass mit einer Podiumsdiskussion zu einem aktuellen Thema in einem breiteren Kontext. Dieser Rahmen bietet nicht nur vielseitige Einblicke in unterschiedliche Arbeitsfelder und laufende Projekte, sondern auch eine gute Gelegenheit für einen offenen Austausch über Herausforderungen und Lösungen.

Die erstmalige Durchführung des «Inside W+T» Anlasses stiess auf grosses Interesse. Rund 100 Teilnehmende des VBS informierten sich aus erster Hand über aktuelle technologische Entwicklungen und deren Nutzen für die Verteidigung. Dabei nutzten sie die Gelegenheit, direkt mit den Fachexpertinnen und -experten von armasuisse W+T ins Gespräch zu kommen.

Wo steht «Aufklärung und Überwachung» heute?

Im Rahmen der neu konzipierten Veranstaltungsreihe Inside W+T präsentierte Dr. Peter Wellig als Leiter des Forschungsprogramms «Aufklärung und Überwachung» den aktuellen Stand. In dem Programm werden moderne Technologien wie moderne Radartechnologien, Technologien zur elektronischen Kriegsführung und zur Tarnung und Täuschung behandelt. Dabei fliessen auch aktuelle Entwicklungen aus Industrie und Akademie mit ein. Diese enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern aus Industrie, Akademie und der Armee wird über gemeinsame Forschungsprojekte realisiert und dient dem stetigen Kompetenzaufbau und der Schaffung neuer Möglichkeiten. Damit die Forschungsaktivitäten mit den Zielen der Schweizer Armee bestmöglich übereinstimmen, ist das Forschungsprogramm in Absprache mit dem Armeestab (ASTAB) in vier Kompetenzfeldern strukturiert: Luftraumüberwachung, luftgestützte Aufklärung am Boden, Überwachung grosser und urbaner Räume sowie Tarnung und Täuschung. Um ein tieferes Verständnis dieser Felder zu vermitteln, präsentierten die zuständigen Expertinnen und Experten aus armasuisse W+T ihre aktuellen Arbeiten und zeigten anschaulich, wie Forschung, Testing und Beschaffung miteinander verknüpft sind. Ersichtlich wurde diese enge Verknüpfung beispielsweise beim Beschaffungsprojekt «Multispektrales Tarnsystem» (MSTS). Die Aufgabe von armasuisse W+T besteht darin, die Materialeigenschaften sowie die Tarnwirkung im Gelände durch Bodenversuche zu beurteilen und die Wirksamkeit der multispektralen Tarnung zu evaluieren.

Dr. Peter Wellig präsentiert dem Publikum das Programm hinter dem Rednerpult

Forschungsprogramm Kommunikation – Struktur, Ziele und Praxisbeispiele

Im zweiten Teil stellte Dr. Christof Schüpbach das Forschungsprogramm Kommunikation als dessen Leiter vor. Er strukturierte das Programm entlang den drei zentralen Themenbereichen: Übermittlungstechnologien, elektronischer Kampf sowie Führungsinformationstechnologien. Insbesondere letzterer Bereich adressiert den Bedarf, ein Zusammenspiel zwischen Führungsinformations- und Kommunikationssystemen sicherzustellen. Damit soll der Sensor-, Nachrichten-, Führungs- und Wirkungsverbund (SNFW) geschlossen und die Einsatzfähigkeit weiter gestärkt werden. Christof Schüpbach betonte zudem die Bedeutung eines breiten Partnernetzwerks für den kontinuierlichen Ausbau der fachlichen Kompetenzen. Dabei spiele insbesondere der aktive Wissenstransfer zwischen den Projektleitenden eine zentrale Rolle, um Synergien zu nutzen und Innovationen gezielt voranzutreiben.

Zur Veranschaulichung der Projekte in diesem Forschungsprogramm präsentierten diverse Expertinnen und Experten ihre Arbeiten und aktuellen Forschungsschwerpunkte in den einzelnen Themenfeldern. Sie gaben praxisnahe Einblicke in laufende Projekte und zeigten konkrete Anwendungen sowie Herausforderungen in ihrem Fachgebiet auf. Ein anschauliches Beispiel ist das Projekt INSIGNE, die Modernisierung der elektronischen Kriegführung. armasuisse W+T leitet die technische Durchführung des Projekts. Es stellt sicher, dass die Streitkräfte über zeitgemässe Fähigkeiten zur elektronischen Aufklärung, Störung und Täuschung verfügen. Neben der Beschaffung leichter, modularer und interoperabler Systeme steht deren Integration in den bestehenden Systemverbund im Vordergrund.

Dr. Chrisof Schüpbach präsentiert dem Publikum das Forschungsprogramm hinter dem Rednerpult

Podiumsgespräch: Lange Beschaffungszyklen sowie Innovationsökosystem

Der Nachmittag wurde mit einer Podiumsdiskussion eröffnet, moderiert von Dr. Quentin Ladetto, Leiter Forschungsprogramm Technologiefrüherkennung. Als Gäste nahmen teil: Dr. Thomas Rothacher, Leiter armasuisse W+T, sowie je ein Vertreter des ASTAB und des Militärischen Nachrichtendienstes (MND). Quentin Ladetto eröffnete mit dem Blick auf die Ukraine und betonte, wie entscheidend die Überlegenheit im elektromagnetischen Raum und das Zusammenspiel von Sensorik und Echtzeitkommunikation für den Erfolg auf dem Gefechtsfeld sind. Vor diesem Hintergrund wurden unter anderem die zu langen Beschaffungszyklen der Schweiz thematisiert. Die Diskussionsteilnehmenden waren sich einig, dass das Innovationsökosystem, bestehend aus Armee, Industrie und Hochschulen, enger vernetzt und schneller handlungsfähig gemacht werden muss, um auf neue Anforderungen zeitnah reagieren zu können. Zwar seien etablierte Prozesse zur Risikominimierung weiterhin notwendig, jedoch gehe dies häufig auf Kosten der benötigten Geschwindigkeit. Entsprechend plädierten die Teilnehmenden für mehr Mut bei Entscheidungsprozessen und eine stärkere Bereitschaft, innovative Ansätze rascher umzusetzen.

Praxisnahe Einblicke in Sensorik und Kommunikation

Nach der Podiumsdiskussion hatten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die Inhalte des Vormittags in einer Ausstellung weiter zu vertiefen.

In dieser waren die am Morgen vorgestellten Systeme aufgebaut und anschaulich demonstriert. Dies ermöglichte es den Teilnehmenden, die Anwendungen aus nächster Nähe zu erleben und ein besseres Verständnis für deren Funktionsweise zu entwickeln. Gleichzeitig bot sich die Möglichkeit, gezielte Fragen zu stellen und individuelle Aspekte im Detail zu klären.

Die Expertinnen und Experten standen vor Ort zur Verfügung und gaben vertiefende Einblicke in die präsentierten Technologien. Der direkte Austausch förderte spannende Diskussionen und erlaubte es den Besucherinnen und Besuchern, die am Morgen gewonnenen Eindrücke weiter zu reflektieren und zu vertiefen.

Fazit und Ausblick

Das neue Format stiess bei den Gästen auf grossen Anklang. Der Vorteil liegt darin, dass Wissen und Projekte nicht nur vorgetragen werden, sondern als Ausstellungen erlebbar und greifbar gemacht werden. An dieser Stelle bedankt sich armasuisse W+T im Namen aller Beteiligen bei den Referentinnen und Referent und für das rege Interesse sowie den offenen und wertvollen Austausch untereinander

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