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Beeinflussung elektromagnetischer Wellen durch Windenergie: armasuisse W+T präsentiert Forschungsergebnisse an wissenschaftlicher Konferenz

Am 1. und 2. Dezember 2021 fand die Online Konferenz «Specialist Meeting on Electromagnetic Waves and Wind Turbines 2021» (EMWT®21) statt. armasuisse Wissenschaft und Technologie (W+T) konnte aktuelle Forschungsergebnisse den interessierten Spezialistinnen und Spezialisten aus ganz Europa präsentieren.

22.12.2021 | Dr. Montserrat Bolanos, Dr. Matthias Renker, Dr. Olivier Progin, Dr. Hans Pratisto, Fachbereich Sensorik, armasuisse W+T

Aufbau verschiedener Radarsensoren (im Vordergrund)  und im Hintergrund die Windkraftanlage in Le Charrat
Aufbau verschiedener Radarsensoren (im Vordergrund) um die Windkraftanlagen in Le Charrat zu vermessen.

Nebst anderen Technologien, bietet die Erzeugung von Elektrizität aus Windenergie einen möglichen Lösungsansatz zur ökologisch und nachhaltigen Energieerzeugung auf der ganzen Welt. Windturbinen können jedoch für Systeme, die Funkwellen nutzen, grosse Probleme darstellen. Aufgrund ihrer Größe und ihres dynamischen Verhaltens der rotierenden Flügel sind die Auswirkungen von Windturbinen auf elektromagnetische Wellen sehr komplex und schwierig zu simulieren oder vorherzusagen. Der Einfluss von Windturbinen kann sich auf die verminderte Detektierbarkeit von Flugzeugen in der Luft oder auf die Erfassung von Wetterradaren und deren meteorologischen Vorhersagen auswirken.

Um sich über den Einfluss von Windenergieanlagen auf Funksysteme auszutauschen, trafen sich an der diesjährigen EMWT-Konferenz Spezialistinnen und Spezialisten aus ganz Europa. Mit dabei war auch armasuisse W+T, welche ihre neuesten Erkenntnisse auf diesem Gebiet präsentieren durfte.

Simulation von Zielen

Unter anderem konnten die Expertinnen und Experten des Fachbereichs Sensorik von armasuisse W+T ihre Ergebnisse aus Simulationen mit dem «Radar Target Simulator (RTS)» vorstellen. Mit dem  RTS lassen sich Objekte emulieren – im konkreten Fall werden Windräder mit elektronisch erzeugten Signalen simuliert und mittels dem RTS an einen Radarsensor gesendet. Grösse, Abstand zu Sensoren und die Geschwindigkeit der Rotorblätter können dabei nach Belieben eingestellt werden, sodass der RTS sehr vielfältig zur Simulation von Signalen eingesetzt werden kann. Getestet wurde der RTS bei Messungen an Windkraftanalgen in Le Charrat, um zu eruieren, ob er Signale eines realen Windrads simulieren kann. Dabei hat sich gezeigt, dass der RTS die Signale der Windkraftanlage reproduzieren und nachbilden kann.

Doch nicht nur die Simulation von Zielen wurde in Le Charrat untersucht. Ebenfalls wurden Drohnenerkennungstests durchgeführt um den Einfluss von Windkraftanlagen auf deren Detektierbarkeit zu untersuchen. Dafür flog eine Drohne nahe der Windkraftanalage. Es konnte gezeigt werden unter welchen Bedingungen Flugobjekte in der Nähe von Windkraftanlagen vom Radarbildschirm verschwinden können.

Der Austausch mit den Fachreferaten an der Konferenz erlaubte ein gemeinsames Verständnis der Problematik zu erlangen und Resultate untereinander zu vergleichen. Die Arbeiten fanden im Rahmen der armasuisse Forschungsaktivitäten im Programm Aufklärung und Überwachung statt und die Erkenntnisse werden vom GS VBS und der Schweizer Luftwaffe bei der Beurteilung von Gesuchen zu neuen Windkraftanlagen berücksichtigt.


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