Das Büro, das bereits ab 1. Januar 2010 mit Albert Gaide (Vertreter Swissmem) und Giovanni Giunta (Vertreter GRPM) seinen Betrieb aufnehmen wird, hat drei Hauptziele: Kontakte mit Offsetverpflichteten, Überprüfung der Gültigkeit der Offsetgeschäfte sowie deren Anrechenbarkeit. In diesem Sinne, werden zum Beispiel Aktionen und Veranstaltungen organisiert, um Kontakte zu knüpfen oder auch, um zu erklären, wie Offset genau funktioniert.
Im Jahr 2008 wurde auf Stufe Bundesrat ein Optimierungsbedarf bei den Offset Prozessen festgestellt. Dies soll nun auf der Basis einer neuen Offset-Policy 2010 u.a. mit der Beauftragung eines Offset-Büros entsprechend umgesetzt werden.
Das Offset-Büro wird somit die Abwicklung der einzelnen Offset-Programme im Auftrag der armasuisse dahingehend überprüfen, möglichst qualitativ hochstehende Geschäftsmöglichkeiten für die schweizerische Industrie zu erreichen und wirtschaftlich mit den jeweiligen Verpflichtungssummen umzugehen. Ein weiteres Ziel ist auch Transparenz gegenüber allen interessierten Kreisen (Industrie, Verwaltung und Politik) zu erreichen und so die Nachvollziehbarkeit dieser Geschäfte zu sichern.
Die Kosten dieses Büros werden durch finanzielle Beiträge der Begünstigten der Industriebeteiligungen alimentiert (0,1 % vom jeweils anerkennbaren Offsetwert), die durch das Centre Patronal Bern als Treuhandorganisation verwaltet werden. Dieses Büro ist das erste PPP-Projekt (Public Private Partnership) im VBS zur gemeinsamen Bewältigung einer öffentlichen Aufgabe zusammen mit Privaten, wobei die Steuerung in der öffentlichen Hand bleibt.
Was ist Offset?
Unter direkten Offsets werden primär Geschäfte verstanden, die direkt mit der betreffenden Rüstungsbeschaffung in Verbindung stehen. Direkte Offsets werden dann durchgeführt, wenn dadurch Kapazitäten bzw. Know-how geschaffen werden, die zu einem grösstmöglichen autonomen Unterhalt, der Werterhaltung und -steigerung eines Systems sowie zum Aufwuchs der Armee und der Kernfähigkeiten der sicherheits- und rüstungsrelevanten Industrie beitragen.
Indirekte Offsets beziehen sich nicht auf die betreffende Rüstungsbeschaffung. Diese Art von Industriebeteiligungen tangieren primär Industrieaufträge, offset-relevante Finanzierungsaktivitäten, Technologietransfers, gemeinsame Entwicklungen, Marketing-/Vertriebsunterstützung usw. und ergänzt die direkten Offsets, wodurch immer 100 % des Auftragswerts an den ausländischen Lieferanten zu kompensieren ist. Volumenmässig liegen die indirekten Offsets in aller Regel deutlich über den direkten.
