Bereits zum zweiten Mal in seiner Funktion als Rüstungschef durfte Jakob Baumann Vertreter der Schweizer Rüstungs- und Sicherheitsindustrie zum jährlichen Anlass von armasuisse in Bern begrüssen.
In seinen Ausführungen stellte der Rüstungschef das neue rüstungspolitische Konzept vor, welches eine integrale und vernetzte Sichtweise aufweist. Das Konzept umfasst die Rüstungspolitik, die Beschaffungs- und Industriebeteiligungsstrategie sowie die Offsetpolicy des Bundes, welche in diesem und im nächsten Jahr neu überarbeitet wurden und werden. Weiter erfuhren die Vertreter der Industrie aus erster Hand Informationen über das sich in Aufbau befindliche Offset-Büro. Dieses externe Büro wird das Controlling über die Industriebeteiligung bei Rüstungsbeschaffungen merklich verbessern.
Der Blick über die Landesgrenzen wurde mit Informationen über die Europäische Verteidigungsagentur (EVA) gemacht, welche der Schweiz den Zugang zum multilateralen Informations- und Kooperationsnetzwerk im Rüstungsbereich ermöglichen wird. Laut Baumann ist die Aufnahme der Verhandlungen für 2010 vorgesehen.
Weitere Themen waren die Sicherheitsrelevante Technologie- und Industriebasis der Schweiz, die finanzpolitischen Entwicklungen und die Konsequenzen sowie der Stand der Kooperationen mit dem privaten Sektor.
Aus aktuellem Anlass ging Jakob Baumann auch auf die geplante Beschaffung eines Tiger-Teilersatzes (TTE), den Stopp im Bereich von C4ISTAR sowie der Kriegsmaterialexport-Initiative ein. Der Rüstungschef informierte die Teilnehmer über den Stand in der Evaluation und zog auch mit Blick auf die in den C4ISTAR-Projekten involvierten Firmen eine positive Bilanz. Nach dem Stopp wird jetzt vordringlich sein, unter Federführung des Bereichs Verteidigung eine dringend nötige Gesamtsicht aller laufenden Projekte zu erstellen und die Schlüsselvorhaben zu definieren. Ziel dieser Gesamtsicht ist zu verhindern, dass nicht falsche Projekte sistiert oder zeitlich unzulässig verzögert werden. Er dankt den anwesenden Vertretern der Rüstungsindustrie für die stets gute Zusammenarbeit im Bereich der IT-Projekte.
In den Projekten FIS Heer sei man bezüglich Termine, Technik und Kommerz auf Kurs und die gemachten Erfahrungen im WEF und in der Ausbildung mit FIS Heer sind gut, fuhr Baumann fort. Auch FIS Luftwaffe ist seit rund sechs Jahren erfolgreich im Einsatz und es wurden bisher über 30'000 Einsätze damit geplant und kommandiert. Aber auch in anderen Projekten wie zum Beispiel FLORAKO wurde gute Arbeit geleistet. Die Kriegsmaterialexport-Initiative lehnte der Rüstungschef klar ab und verwies unter anderem darauf, auf die Bedeutung der eigenen Rüstungsindustrie für die Sicherheit der Schweiz und die Ausrüstung der Armee.
Als Vertreter der Armee sprach Divisionär Eugen Hofmeister. Er zeigte die neue Organisation des Armee Stabes auf und deren Verantwortungsbereiche. In seinen Thesen verwies der Stellvertretende Chef der Armee auf die Bedeutung von Schweizer Kompetenzen im Bereich Rüstungsinvestitionen. Eugen Hofmeister orientierte über die gegenwärtigen Rahmenbedingungen de Armee und in welchen Bereichen es Schwerpunkte zu setzen gilt. Auch die Finanzlage und die Rüstungsprogramme schnitt der Stellvertreter des CdA an. Mit Ausführungen zum Tiger-Teilersatz und zum aktuellen Stand des Masterplans schloss er sein Referat ab.
Die jährlich stattfindende Industrieorientierung ist eine gemeinsame Veranstaltung von armasuisse, dem Beschaffungs-, Technologie- und Immobilienzentrum des VBS, swissmen, der Vereinigung der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandten technologieorientierten Branchen, der GRPM sowie der Schweizerischen Gesellschaft Technik und Armee (STA).
